NEKROVAULT – Totenzug: Festering Peregrination

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Unsere Bewertung:


8.5 Gesamtnote

8.5

Was vielleicht noch nicht bekannt ist: Memmingen hat eine erstaunlich hohe Dichte, wenn es um unheilvolles, noch glĂŒhendes, untotes Schwarzmetall geht. Im gleichnamigen Wikipedia-Eintrag zur kreisfreien Stadt im bayrischen Regierungsbezirk Schwaben steht unter dem Abschnitt Kultur dazu jedenfalls nichts. DafĂŒr aber allerlei anderes Zeugs zu Marionettentheatern, regelmĂ€ĂŸig stattfindenden Veranstaltungen, berĂŒhmten Söhnen der Stadt (Mario Götze!) und allerlei vor Lokalkolorit nur so strotzenden Geschichten ĂŒber den Mau, die man offenbar nur kapiert, wenn man von da kommt.

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Nekrovault gibt es erst seit 2017. Seine Mitglieder speisen sich aus Formationen wie Khaos, Niht, Sacroscum oder Graven, die allesamt wiederum aus dem beschaulichen, wie traditionsbewussten Memmingen stammen oder zumindest einen direkten Bezug dazu aufweisen. Und noch eine Tatsache verbindet all diese Bands: Sie spielen auch ihren Death-Black Metal in einer traditionellen Weise. Das bedeutet in diesem Genre: dreckig, kantig, böse, finster wie die Hölle, Ă€ußerst reduziert, rĂ€udig, oldschoolig eben. Auch Nekrovault bilden da mit ihren beiden Eröffnungs-EPs Obscured (2018) und Cursed By Ascended Darkness (2019) keine Ausnahme, wohl aber ihre erste Langrille Totenzug: Festering Peregrination (SchwĂ€rende bzw. eiternde Wanderung). Denn das DebĂŒtalbum prĂ€sentiert sich musikalisch deutlich nuancierter und weitaus stimmungsvoller als noch die VorgĂ€nger und somit auch viele ihrer zeitgenössischen Mitbewerber.

Der Totenzug ist ein fauliges, beklemmendes, sich bedrohlich vorwĂ€rts wĂ€lzendes GeschwĂŒr direkt aus den Vaults abgrĂŒndig schwarzer, todesmetallischer Riffschmieden. Durch gekonnte Wechsel in Tempo, die puritanische, aber professionelle Produktion und wohl platzierte, reduzierte Effekte wird eine AtmosphĂ€re erreicht, die einem die Kehle zuschnĂŒrt. Man merkt, im Zentrum stehen intentional die Bilder, die erzeugt werden sollen. Instrumente, Stimmen und Effekte sind die dienstbaren Geister zum Erreichen dieses Ziels. Sie schieben den Zug durch die klaustrophobische Szenerie. Ihr Spiel ist Horror, Hoffnungslosigkeit, Krankheit und Agonie.

Der Eröffnungstrack Totenzug – Funeral Hillscapes gibt den Blick auf das ganze Unheil frei. Nach einem sehr langen Intro, das schwere, sich vorwĂ€rts schleppende Schritte und zögerlich klirrende Ketten beinhaltet, startet der Soundtrack fĂŒr den Todesmarsch. Bereits hier verdichtet sich die Dramatik zu einer SingularitĂ€t bleischwerer PestschwĂ€rze und rasend abgrĂŒndiger StĂŒrze in die Dunkelheit. Erinnerungen an Sulphur Aeon und Tritypkon, aber auch an die beklemmende Weite des vernichtenden Chaos von Rraaumm werden wach.

Das setzt sich, wenn auch geradliniger und ohne „SĂ€belrasseln“ bei Sepulkrator fort. Hier zeigen Neukrovault, was sie in puncto Songwriting drauf haben, wenn sie die weiter oben erwĂ€hnten Tempi-Wechsel in einem achtminĂŒtigen Strudel der wahnhaften Hoffnungslosigkeit aufeinander loslassen. Auch das Psychomanteum reflektiert nur Dunkelheit. Selbst die leuchtenden Flammen (Luminous Flames), kleine sich immer wieder wiederholende Melodien, werden niedergedrĂŒckt und spenden keinen Trost.

Mit dem cineastisch lauernden Serpentrance leiten Nekrovault zum finalen Schlag auf dem Album ĂŒber. Der Totenzug walzt so unerbittlich zornig und geschlossen durch die Basilisk Fumes, dass er das Quartett Richtung War-Metal und den Song Richtung alte Bolt Thrower rĂŒckt. Was dann abschließend mit Eremitorium noch folgt, ist die sprichwörtliche (Toll-)Kirsche auf dem fauligen Dessert. Davon hören wir gern demnĂ€chst noch mehr!

Totenzug: Festering Peregrination ist am 27. MĂ€rz bei VĂĄn Records erschienen.

Nekrovault - "Totenzug - Funereal Hillscapes"

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Tracklist NEKROVAULT – Totenzug: Festering Peregrination:

01. Totenzug -- Funereal Hillscapes
02. Sepulkrator
03. Psychomanteum -- Luminous Flames
04. Pallid Eyes
05. Serpentrance
06. Basilisk Fumes
07. Eremitorium

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Weblinks NEKROVAULT:

Bandcamp: https://nekrovault.bandcamp.com
Facebook: https://www.facebook.com/Nekrovault
Label: http://www.van-records.de

Geschrieben von
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