MANSIONS IN THE SEA – Gloom Folklore

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Lesedauer: 2 Minuten
Unsere Wertung
9 / 10

Im Laufe der letzten rund 20 Jahre hat sich Sascha Blach zu einem umtriebiger Künstler gemausert, dessen Betätigungsfeld fast schon unüberschaubar ist. Da er sich keiner Szene oder musikalischen Richtung verpflichtet fühlt, gönnt er sich somit auch die Freiheit, überall seine Duftmarken zu hinterlassen. Vor allem seine markig-theatralische Gothic-Truppe Eden Weint Im Grab brachte ihm in der Schwarzen Szene viele Anhänger ein, die auch sein Seitenprojekt Aethernaeum sehr zu schätzen wussten.

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Doch Sascha, der neben der Musik auch als Schriftsteller und Journalist unterwegs ist, blieb nicht auf der Stelle stehen, sondern entwickelte sich gesanglich weiter. Erste erstaunliche Ergebnisse brachte seine nächste Band The Halo Trees zu Tage: Der Mann verwandelte sich vom exaltierten Schreihals zum introvertierten Barden im Singer-/Songwritergewand – eine Metamorphose, die sich auch in einer neuen musikallischen Ausrichtung widerspiegelt. Teilweiseelektronisch unterfütterte, ruhige und nachdenkliche Songs prägen nun das Schaffen des Mannes.

Mit seinem nächsten Unternehmen Mansions In The Sea fährt er das Instrumentarium auf ein Minimum zurück, lässt hauptsächlich nur noch Saiteninstrumente und zurückhaltendes Schlagzeugin seine Kompositionen einfließen, die ihm als intensiv fühlenden Sänger den größtmöglichen Entfaltungsspielraum bieten. Sein neuestes Album trägt daher den programmatischen Titel „Gloom Folklore“. Denn nichts anderes wollen die Stücke sein: unaufgeregte, nachdenkliche, schwermütige Songs, in denen sich Sascha Zeit nehmen kann, seine teils weltschmerzlichen Gedanken und Geschichten in aller Pracht auszubreiten.


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Nachdenklich und berührend, spirituell und tiefenentspannt – „Gloom Folklore“ ist wie einwärmendes Lagerfeuer

Da wird in „Nighttrain Through The Countryside“ eine nächtliche Zugfahrt nicht nur zu einer Naturbeobachtung im romantischen Sinne, sondern zu einer Betrachtung über das Leben an sich. Und in „Reveries Of Snow“ nähert sich Blach mit seiner morbiden Geschichte an die Murder Ballads eines Nick Cave an, versucht sich auch erfolgreich an gesanglichem Rollenspiel, während der angedunkelte Folk-Sound weiterhin eine behagliche Lagerfeuer-Atmosphäre kreiert. Seine stimmlichen Talente entfalten sich indes in „Veil Of Oblivion“, bei dem er zwischen sehnsüchtiger Stimmlage und brüchig-monströsem Timbrewechselt.

Mansions In The Sea bildet die Quintessenz von Blachs künstlerischen Wirken, der nach all den Jahren seine künstlerische Mitte gefunden zu haben scheint; „Gloom Folklore“ kann zweifelsohne als sein bis dato bestes und intensivstes Werk bezeichnet werden. Und eines ist sicher: Dieser Mann hat uns noch viel zu sagen. Denn neben „Gloom Folklore“ erscheint zeitgleich auf digitalem Veröffentlichungsweg „Geystergeschichten“, eine Sammlung düsterer Geschichten, basierend auf seinem gleichnamigen Buch von 2014 (das wiederum die beiden„ Geystergeschichten“-Alben seiner Gruppe Eden Weint Im Grab als Vorlage hatte). Da hat die Muse wieder mal einen dicken Schmatzer auf des Künstlers Wange gedrückt.

Tracklist „Gloom Folklore“:
  1. Darkest Hour
  2. Southern Hemisphere
  3. Under Starlit Skies
  4. In The Cornflower Field
  5. Nighttrain Through The Countryside
  6. Windmill Panorama
  7. Summer Sadness
  8. Reveries Of Snow
  9. Sign Of The Scorpion
  10. Autumn River
  11. Downstream
  12. Appropriate Places
  13. Veil Of Oblivion
  14. A Night To Remember
  15. A Spiral Into The Void (CD Bonus Track)
  16. Stillness Of The Ocean (CD Bonus Track)
Weblinks MANSIONS IN THE SEA:

Homepage: mansions-in-the-sea.com
Facebook:  mansionsinthesea
Instagram:  mansions_in_the_sea_official


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