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Lesedauer: 2 MinutenEigentlich sollte Alphaville am Freitag auf dem Glücksgefühle-Festival am Hockenheimring auftreten. Daraus wird nun nichts: Nur zwei Tage vor dem geplanten Konzert wurde der Auftritt der Band abgesagt. Als Begründung führt Sänger Marian Gold ein Schreiben des Veranstalters an, in dem dieser erklärt, auf der Festivalbühne würden „keine politischen Themen oder Äußerungen jeglicher Art“ geduldet. Gold reagierte mit deutlichen Worten und bezeichnete die Entscheidung als Einschränkung der Meinungs-, Rede- und Kunstfreiheit.
In seiner am 2. September veröffentlichten Stellungnahme macht Gold deutlich, dass die Band die Absage nicht einfach als organisatorische Entscheidung betrachtet. Meinungsfreiheit, Toleranz und Demokratie seien für Alphaville zentrale Werte, für die sich auch Künstlerinnen und Künstler einsetzen müssten. Besonders die kurzfristige Ausladung und die im Schreiben genannte Begründung sorgen dabei für Kritik. Gold kündigte zugleich an, dass die Band weiterhin für Freiheit, Toleranz und Demokratie eintreten werde.
Der Veranstalter weist die Darstellung allerdings zurück, Alphaville sei wegen einer bestimmten politischen Position ausgeladen worden. Markus Krampe, der das Glücksgefühle-Festival gemeinsam mit Lukas Podolski organisiert, betont, die Veranstaltung sei grundsätzlich unpolitisch. „Unsere Bühne ist keine Plattform für politische Äußerungen“, lautet die Position der Veranstalter, die nach eigener Darstellung unabhängig davon gilt, ob eine Aussage von rechts, links oder aus einer anderen politischen Richtung kommt. Krampe bezeichnete das Verhalten von Alphaville und Marian Gold zudem als „inakzeptabel“.
Hinter der aktuellen Auseinandersetzung steht offenbar eine Vorgeschichte. Nach Angaben des Veranstalters war Alphaville in diesem Jahr bereits bei zwei weiteren Veranstaltungen der Markus Krampe Entertainment Group aufgetreten. Bei einer dieser Veranstaltungen habe es politische Äußerungen von der Bühne gegeben. Vor dem zweiten Auftritt sei deshalb ausdrücklich darauf hingewiesen worden, dass politische Aussagen nicht gewünscht seien; an diese Vorgabe habe sich die Band anschließend gehalten. Vor dem geplanten Auftritt beim Glücksgefühle-Festival sei die entsprechende Regel erneut kommuniziert worden. Zu einer Einigung über den Auftritt kam es schließlich nicht.
Dass die Debatte ausgerechnet wenige Stunden vor Beginn des Festivals öffentlich eskaliert, verleiht der Geschichte zusätzliche Brisanz. Das Glücksgefühle-Festival versteht sich selbst als großes Pop-, Hip-Hop-, Party- und EDM-Event und wirbt mit dem Gedanken, für einige Tage den Alltag hinter sich zu lassen. Gleichzeitig stellt sich nun die grundsätzliche Frage, wie weit ein Veranstalter den Inhalt einer Bühnenkommunikation vorgeben kann – und wie Künstlerinnen und Künstler damit umgehen, wenn ihre eigene Haltung nicht in diesen Rahmen passt.
Noch am Mittwoch wurde Alphaville auf der offiziellen Line-up-Seite des Festivals geführt. Dort war die Band weiterhin als Act der Dopamin Stage gelistet. Der für Freitag geplante Auftritt findet nach der kurzfristigen Absage nun jedoch nicht statt. Damit ist aus einem gewöhnlichen Festivalauftritt eine öffentliche Auseinandersetzung über politische Äußerungen, künstlerische Freiheit und die Grenzen eines ausdrücklich unpolitisch gedachten Festivals geworden.
Weblinks ALPHAVILLE:
Webseite: www.alphaville.info
Facebook: @alphavilleofficial
Instagram: @alphaville.music
Weblinks GLüCKSGEFüHLE-FESTIVAL:
Webseite: gluecksgefuehle-festival.de/
Facebook: @Gluecksgefuehle.Festival
Instagram: @gluecksgefuehle.festival
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