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Lesedauer: 8 MinutenNach dem regnerischen Ausklang des Freitags zeigte sich der Samstag von seiner freundlichen Seite. Bei angenehmen Temperaturen und sonnigem Spätsommerwetter strömten bereits am späten Vormittag zahlreiche Gäste auf das Gelände. Viele wollten die frühen Konzerte nicht verpassen und versammelten sich schon lange vor den ersten Auftritten vor den Bühnen. Zwischen Wiedersehen mit Freunden, Gesprächen und den ersten musikalischen Entdeckungen stellte sich schnell das vertraute NCN Gefühl ein.
Den musikalischen Auftakt des Samstags gestaltete Rina Pavar auf der Parkbühne. Mit ihrem melodischen Electro Sound und gefühlvollem Gesang gelang ein stimmungsvoller Einstieg in den zweiten Festivaltag. Obwohl das Festivalprogramm gerade erst begonnen hatte, fanden sich bereits zahlreiche Besucher vor der Bühne ein und verfolgten den Auftritt aufmerksam. Die Künstlerin nutzte die Bühne geschickt aus und überzeugte mit eingängigen Melodien, die beim Publikum auf positive Resonanz stießen.
Auf der Waldbühne stand mit Ton:Fehler kurzfristig der Ersatz für Aktion:Fiasko auf dem Programm. Bei strahlendem Sonnenschein präsentierte das Projekt einen Mix aus Old School Electro und deutschsprachigen Texten, der beim Publikum auf positive Resonanz stieß. Mit viel Bewegung auf der Bühne und sichtlich guter Laune entwickelte sich schnell ein lockeres, mitreißendes Zusammenspiel. Ein gemeinsamer Moment mit der Sängerin von Aktion:Fiasko sorgte zusätzlich für Aufmerksamkeit und wurde von den Besuchern erfreut aufgenommen. Insgesamt erwies sich der kurzfristige Einspringer als gelungene Bereicherung des Festivalprogramms.
Einen der ungewöhnlichsten Auftritte des frühen Samstags bot Paganland auf der Kulturbühne. Historisch anmutende Instrumente trafen hier auf moderne Klangelemente und schufen eine dichte Klangwelt. Besonderer Blickfang war eine als lebende Statue inszenierte Darstellerin, die regungslos im Schneidersitz auf der Bühne saß und den fast zeremoniellen Charakter des Auftritts zusätzlich unterstrich. Historische Gewänder, auffällige Schminke und zahlreiche liebevolle Details machten das Konzert zu einem eindrucksvollen audiovisuellen Erlebnis. Trotz der Mittagszeit entstand eine überraschend dunkle Intensität, die viele in ihren Bann zog.
Wer bis dahin noch nicht vollständig im Festivalmodus angekommen war, wurde spätestens von Ambassador 21 auf der Amphibühne wachgerüttelt. Mit eindrucksvollem Gesang, kraftvollem Industrial Sound und einer passenden Videoshow legte die Band vom ersten Moment an ein hohes Tempo vor. Gitarren und elektronische Elemente verschmolzen zu einer explosiven Mischung, während die Musiker die gesamte Bühne nutzten und permanent in Bewegung waren. Die Dynamik übertrug sich schnell auf das Publikum, das den Auftritt begeistert aufnahm. Damit setzte Ambassador 21 einen der ersten kraftvollen Höhepunkte des Samstags.
Mit Ozibut stand am frühen Nachmittag ein Soloprojekt aus Frankreich auf der Parkbühne. Die Mischung aus Dark Electro, Synthwave und experimentellen Elementen erwies sich als gleichermaßen eingängig wie tanzbar. Vorwiegend französischsprachige Texte trafen auf treibende Rhythmen und minimalistische Klangstrukturen, die schnell ihren eigenen Reiz entwickelten. Es gelang Ozibut mühelos, die Aufmerksamkeit des Publikums zu halten und für Bewegung vor der Bühne zu sorgen. Die stilistische Vielfalt des Samstags wurde hier eindrucksvoll unterstrichen.
Bei bestem Festivalwetter übernahmen Strikkland die Waldbühne und lieferten eine gehörige Portion schwedischen EBM. Harte, zugleich aber klar strukturierte Klänge erinnerten an die großen Vertreter der 90er Jahre und sorgten schnell für Bewegung vor der Bühne. Mit starker Präsenz und viel Aktivität auf der gesamten Bühne zog die Band alle Blicke auf sich. Die treibenden Rhythmen entfalteten ihre Wirkung nicht nur vor der Bühne, sondern auf dem gesamten Areal und machten den Auftritt zu einem der temperamentvollen frühen Momente des Samstags.
Einen deutlich experimentelleren Ansatz verfolgte anschließend SIAMGDA auf der Kulturbühne. Hinter dem Projekt von Marc Fischer verbirgt sich eine außergewöhnliche Mischung aus Industrial, Tribal, Drone, Noise und weiteren elektronischen Einflüssen, die zu einer ganz eigenen Klangwelt verschmelzen. Dominierende Drums und rhythmische Strukturen bildeten das Fundament der meist im mittleren Tempo gehaltenen Stücke. Obwohl durchaus tanzbare Momente vorhanden waren, stand hier vor allem das konzentrierte Zuhören im Vordergrund. Das Publikum ließ sich auf die vielschichtigen Klanglandschaften ein und verfolgte den außergewöhnlichen Auftritt mit sichtbarer Aufmerksamkeit.
Für beste Stimmung auf der Amphibühne sorgten anschließend AD:Key. Mit ihren deutschsprachigen EBM Tracks, viel Bewegung auf der Bühne und sichtbarer Spielfreude gelang es der Band schnell, das Publikum mitzunehmen. Zwischen treibenden Beats und eingängigen Refrains wurde getanzt, mitgesungen und immer wieder der direkte Kontakt zu den Besuchern gesucht. Der Auftritt lebte von seiner Dynamik und dem spürbaren Enthusiasmus der Musiker, der sich mühelos auf die Zuschauer übertrug.
Anschließend übernahm SIIE die Parkbühne und verband unterschiedliche Facetten elektronischer Musik zu einer eigenen Klangsprache. Französische Texte trafen auf Elemente aus Dark Electro, Minimal, EBM und Techno, ergänzt durch Melodien, die stellenweise an Synth Sounds der 1980er Jahre erinnerten. Wechselnde Lichtstimmungen unterstrichen den abwechslungsreichen Charakter des Auftritts, der zwischen tanzbaren Passagen und experimentelleren Momenten pendelte. Viele Besucher ließen sich auf die vielschichtigen Kompositionen ein und verfolgten das Set aufmerksam, auch wenn genügend Raum für Bewegung vor der Bühne blieb.
Einen der markantesten Gothic‑Rock‑Auftritte des Nachmittags lieferten The Awakening. Die südafrikanische Formation verband kraftvollen Gesang mit den für das Genre typischen Gitarrenklängen, die von Bass, Klavierpassagen und gelegentlich akustischen Elementen ergänzt wurden. Dabei entstand eine atmosphärische Mischung, die gleichermaßen zum Träumen wie zum Tanzen einlud. Unter strahlendem Sonnenschein entwickelte sich vor der Waldbühne eine entspannte, zugleich intensive Stimmung, während die Band das Publikum mit ihrer Präsenz und den eingängigen Melodien mühelos in ihren Bann zog.
Freunde deutschsprachigen Gothic Rocks kamen am Nachmittag auf der Amphibühne bei Schöngeist auf ihre Kosten. Die Band überzeugte mit deutschsprachigen Texten, kraftvollem Gesang sowie einem hervorragend aufeinander abgestimmten Zusammenspiel von zwei Gitarren, Bass und Schlagzeug. Zwischen kraftvollen Passagen und nachdenklichen Momenten entwickelte sich ein abwechslungsreiches Set, das musikalisch wie inhaltlich viel zu bieten hatte. Die Musiker zeigten über die gesamte Spielzeit großen Einsatz und nutzten die weitläufige Bühne für eine lebendige Performance. Auch wenn der Platz vor der Bühne noch etwas Luft bot, ließen sich die anwesenden Besucher von den eingängigen Songs und der spürbaren Spielfreude der Band mitreißen.
Auf der Parkbühne präsentierten Debdepan aus dem britischen Margate ihren genreübergreifenden Mix aus Dark Pop, Dance und grungigen Einflüssen. Unterstützt am Schlagzeug, entwickelte das Duo aus Gitarre und Bass eine bemerkenswerte Bühnenpräsenz, die von sichtbarer Freude an der eigenen Musik geprägt war. Kräftige Instrumentalpassagen wechselten sich mit ruhigeren Momenten ab und sorgten für ein abwechslungsreiches Set. Besonders der wechselnde Gesang und die rhythmischen Strukturen verliehen den Songs eine eigene Dynamik, die das Publikum aufmerksam verfolgte. Debdepan bewiesen eindrucksvoll, wie gut sich unterschiedliche musikalische Einflüsse zu einem stimmigen Gesamtbild verbinden lassen.
Freunde klassischer EBM-Klänge kamen bei Container 90 voll auf ihre Kosten. Das schwedische Duo setzte auf minimalistische, aber wirkungsvolle Strukturen, die mit harten Beats, Samples und Effekten einen unverwechselbaren Old-School-Charakter entwickelten. Teilweise erreichten die elektronischen Sequenzen ein beeindruckendes Tempo und sorgten für reichlich Bewegung vor der Waldbühne. Die Musiker bezogen das Publikum immer wieder aktiv in die Show ein und überzeugten mit einer selbstbewussten Bühnenpräsenz. So entstand ein Auftritt, der den Geist der 90er Jahre aufleben ließ und viele Besucher zum Tanzen brachte.
Bereits vor Beginn des Auftritts von Darkwood füllte sich der Bereich vor der Kulturbühne spürbar, was die große Beliebtheit des Dresdner Neofolk-Projekts eindrucksvoll unterstrich. Zwar standen akustische Gitarre, markanter Gesang und deutschsprachige Texte im Mittelpunkt, doch beschränkte sich der Auftritt keineswegs auf klassische Neofolk-Klänge. Immer wieder flossen experimentelle Elemente sowie Einflüsse aus Industrial, Dark Electro und Ambient in die Kompositionen ein. Begleitet von Keyboard, Trommeln und Schlagzeug entstand eine vielschichtige Klangwelt, die trotz des noch hellen Nachmittags angenehm düster wirkte. Viele vor der Bühne nutzten die Gelegenheit, um einen Moment durchzuatmen und sich ganz auf die Musik einzulassen.
Vor einer inzwischen gut gefüllten Amphibühne präsentierten Menticide ihren Mix aus klassischem EBM und modernen elektronischen Klangelementen. Wuchtige Beats, klare Strukturen und ein kraftvoller Sound sorgten schnell für Bewegung vor der Bühne, während die angenehmen Temperaturen und der sonnige Spätnachmittag sichtlich genossen wurden. Nebelschwaden gaben dem Bühnenbild zusätzliche Tiefe und bildeten einen interessanten Kontrast zum hellen Himmel über dem Festivalgelände. Die tanzbaren Tracks entfalteten ihre Wirkung vom ersten Moment an und machten den Auftritt zu einer schweißtreibenden Angelegenheit. Menticide lieferten damit den passenden Soundtrack für die ersten Stunden des Samstagabends.
Zu den Überraschungen des Samstags zählte ohne Zweifel Lovataraxx auf der Parkbühne. Das Duo aus Grenoble verband Coldwave, Dark Synth und elektronische Minimalismus-Elemente zu einer eigenständigen Klangwelt, die von Beginn an fesselte. Die mehrsprachigen Texte, prägnanten Melodien und tanzbaren Rhythmen luden gleichermaßen zum Zuhören und Bewegen ein. Dabei überzeugten die beiden Musiker nicht nur musikalisch, sondern auch durch ihre lebendige Bühnenpräsenz und die sichtbare Freude am Auftritt. Mit zunehmender Abendstimmung entwickelte sich das Konzert zu einem der bemerkenswerten Momente des Tages und gewann viele neue Anhänger hinzu.
Zweifellos war The Beauty Of Gemina einer der am meisten erwarteten Auftritte des frühen Samstagabends auf der Waldbühne. Zahlreiche Besucher versammelten sich bereits vor Konzertbeginn vor der Bühne, um die Schweizer Formation um Michael Sele live zu erleben. Mit seinem markanten Gesang führte Sele durch einen atmosphärischen Mix aus Alternative Rock, Darkwave und weiteren Einflüssen, der sich jeder einfachen stilistischen Zuordnung entzog. Gefühlvolle Melodien wechselten sich mit dunkleren Passagen und markanten Gitarrenriffs ab, während immer wieder eine fast theatralische Stimmung entstand. Die langjährige Bühnenerfahrung der Band war deutlich spürbar und sorgte für einen souveränen, mitreißenden Auftritt. Für viele Besucher zählte das Konzert zu den Höhepunkten des bisherigen Festivalverlaufs.
Eine der ungewöhnlichsten Erscheinungen des Abends bot Les Chaussers De La Nuit auf der Kulturbühne. Hinter dem Soloprojekt steht der dänische Musiker Kim Larsen, vielen Besuchern vor allem durch Of The Wand And The Moon bekannt. Mit tiefer Stimme, sanft gespielter akustischer Gitarre und einer bewusst reduzierten Darbietung entstand eine düstere, fast entrückte Atmosphäre. Regenjacke, Maske und die geheimnisvolle Bühnenpräsenz verliehen dem Auftritt eine zusätzliche mystische Komponente, die durch wechselnde Lichteffekte wirkungsvoll unterstützt wurde. Das große Interesse vor der Bühne zeigte, dass viele Besucher diese seltene Gelegenheit nutzen wollten, um in Ruhe zuzuhören und für einen Moment dem Trubel des Festivals zu entfliehen.
Vor der Parkbühne herrschte bereits reger Andrang, als Actors aus Vancouver die Bühne betraten. Die kanadische Band verband Post Punk, Coldwave und Darkwave zu einem ebenso griffigen wie atmosphärischen Sound, bei dem insbesondere die markanten Basslinien das Klangbild prägten. Der entspannte Gesang und die melodischen Gitarren schufen eine angenehm melancholische Stimmung, die hervorragend zur Dunkelheit des Samstagabends passte. Viele Besucher ließen sich von den Songs treiben, tanzten oder genossen die Musik ganz bewusst im Moment. Actors sorgten damit für einen jener Auftritte, bei denen man einfach innehält und die besondere Atmosphäre des Festivals auf sich wirken lässt.
Schon lange vor Konzertbeginn füllte sich der Bereich vor der Waldbühne, denn viele Besucher hatten dem Auftritt von SKYND entgegengefiebert. In den vergangenen Jahren hat sich das Projekt zunehmend in der Szene etabliert und überzeugte auch beim NCN mit einer eigenständigen Kombination aus Electro, Industrial und experimentellen Elementen. Unterstützt von kraftvollen Gitarren und einem Live-Schlagzeug bewegte sich die Musik zwischen ruhigen, fast zerbrechlichen Momenten und intensiv vorgetragenen Passagen. Auffällige Outfits, wechselnde Lichtstimmungen zwischen hell und dunkel sowie die markante Bühneninszenierung verliehen dem Auftritt eine futuristische und zugleich verstörende Note. Die ungewöhnliche Zusammenstellung ließ sich kaum in eine einzelne Schublade einordnen und machte gerade deshalb ihren besonderen Reiz aus. Die erwartungsvolle Stimmung vor der Bühne verwandelte sich schnell in Begeisterung und machte SKYND zu einem der prägenden Konzerte des Samstagabends.
Als Headliner des Samstags zog Nik Kershaw zahlreiche Besucher vor die Amphibühne, die sich bis in die hinteren Reihen füllte. Die britische Synthie Pop Legende präsentierte die bekannten Stärken, die ihn seit den 1980er Jahren begleiten: prägnante Melodien, markante Songs und einen unverwechselbaren Sound. Unterstützt von Gitarre, Bass und Schlagzeug erhielten die Stücke zusätzliche Dynamik, ohne ihren typischen Charakter zu verlieren. Die hell ausgeleuchtete Bühne und die spürbare Vorfreude des Publikums sorgten für eine besondere Atmosphäre, in der bekannte Songs auf offene Ohren trafen. Viele Besucher genossen den Auftritt sichtbar und ließen sich von der nostalgischen Stimmung mitreißen. Nik Kershaw setzte damit einen würdigen Schlusspunkt unter einen abwechslungsreichen und musikalisch starken Samstag auf der Amphibühne.
Nur wenig später endete der Samstag auf der Kulturbühne mit einer weiteren Szenelegende. Die spanische Formation Esplendor Geométrico beweist seit mehr als vier Jahrzehnten, dass experimentelle Musik nichts von ihrer Faszination verloren hat und veröffentlicht bis heute neues Material. Statt klassischer Songstrukturen dominierten krachende Geräusche, scheppernde Klänge und überwiegend instrumentale Kompositionen, die viel Raum für eigene Interpretationen ließen. Die harten, lauten und teilweise geradezu dröhnenden Klanglandschaften forderten die volle Aufmerksamkeit des Publikums, das den Auftritt mit großem Interesse verfolgte. Einige Besucher nutzten die Gelegenheit noch einmal zum Tanzen, andere ließen den Abend bewusst auf sich wirken und tauchten in die hypnotischen Strukturen der Musik ein. Damit sorgte Esplendor Geométrico für einen ebenso ungewöhnlichen wie würdigen Abschluss des Konzertprogramms auf der Kulturbühne.
Der Samstag bot zahlreiche Höhepunkte und einige unerwartete Entdeckungen. Von Neofolk über Synthpop und Post Punk bis hin zu EBM, Industrial und experimentellen Klängen zeigte das Festival seine ganze stilistische Bandbreite. Als die letzten Konzerte des Tages endeten, blieb vor allem die Vorfreude auf den abschließenden Sonntag und die letzten Programmpunkte des Wochenendes.
So war es am Freitag:
Weblinks NCN:
Webseite: www.ncn-festival.de/
Facebook: @ncnfestival
Instagram: @ncn_festival
YouTube: @NCNEOnlyFestival
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