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Lesedauer: 5 MinutenVom 4. bis 6. September 2026 verwandelte sich der Kulturpark Deutzen zur 19. Nocturnal Culture Night erneut in einen Treffpunkt der internationalen Schwarzen Szene. Rund 60 Bands und Künstler präsentierten auf vier Bühnen ein breites Spektrum von Darkwave, Gothic Rock und Post Punk bis zu EBM, Industrial, Neofolk und elektronischen Klangwelten. Schon beim Einlass war die Vorfreude spürbar: Stammgäste trafen auf Besucher, die das NCN erstmals erlebten. Die kurzen Wege zwischen den Bühnen, die entspannte Atmosphäre und das abwechslungsreiche Rahmenprogramm machten den Kulturpark schnell wieder zum Mittelpunkt der Szene. Auch abseits der Konzerte gab es Neuerungen zu entdecken. Das erweiterte gastronomische Angebot wurde von vielen Besuchern positiv aufgenommen und ergänzte das Festivalwochenende um zusätzliche Treffpunkte zwischen den Konzerten. Was folgte, waren drei abwechslungsreiche Tage voller Musik, Begegnungen, Überraschungen und besonderer Momente. Die Mischung aus Neugier, Gemeinschaft und musikalischer Leidenschaft machte auch die 19. Ausgabe der Nocturnal Culture Night zu einem Festival, das vielen Besuchern noch lange in Erinnerung bleiben dürfte.
Der Freitag eröffnete die 19. Nocturnal Culture Night. Ab 15 Uhr füllte sich der Kulturpark mit Festivalgästen, die Freunde trafen, das Gelände erkundeten und gespannt auf die ersten Konzerte warteten. Bei angenehmen Temperaturen begann um 15:30 Uhr das Programm parallel auf Park- und Waldbühne. Die unterschiedlichen Konzepte der vier Bühnen sorgten von Beginn an für musikalische Vielfalt und reges Treiben auf dem gesamten Gelände. Während der Nachmittag noch von freundlichem Spätsommerwetter geprägt war, änderte sich die Situation im Verlauf des Abends. Dunkle Wolken zogen über Deutzen auf, ehe gegen 21 Uhr kräftiger Regen einsetzte und den weiteren Festivalabend beeinflusste. Der guten Stimmung tat dies jedoch zunächst keinen Abbruch, denn die ersten Konzerte hatten bereits einen vielversprechenden Start in das Festivalwochenende geliefert.
Den musikalischen Auftakt auf der Parkbühne gestalteten HORSKH, die bereits früh die ersten Neugierigen vor die Bühne zogen. Mit druckvollen Gitarrenriffs, treibenden Drums und einer mitreißenden Performance setzte das Trio sofort die ersten Ausrufezeichen des Festivals. Trotz der noch überschaubaren Zuschauerzahl sprang der Funke schnell über und sorgte für Bewegung vor der Bühne. Immer wieder suchten die Musiker den Kontakt zum Publikum und schufen damit einen intensiven Auftakt der 19. Nocturnal Culture Night.
Zeitgleich sorgten Extize auf der Waldbühne für einen ebenso gelungenen Festivalauftakt. Harte elektronische Beats, eine begleitende Videoshow und Tänzerinnen auf der Bühne verliehen dem Auftritt von Beginn an eine dynamische Präsenz. Vor der Bühne fanden sich schnell die ersten Tanzfreudigen ein, die die Einladung zum Tanzen gerne annahmen. Die Mischung aus Electro, Industrial und Performance-Elementen machte deutlich, dass die Waldbühne bereits zum Start des Festivals voller Energie steckte.
Auf der Kulturbühne sorgten Frequen C & TC75 anschließend für die ersten druckvollen EBM Klänge des Tages. Harte Beats, instrumentale Passagen und eingestreute Gesangseinlagen verschmolzen zu einem kraftvollen Set, das von einer begleitenden Videoshow unterstützt wurde. Das Geschehen vor der Bühne wurde aufmerksam verfolgt, und die treibenden Rhythmen rissen schnell mit. Damit setzte das Duo früh ein markantes Ausrufezeichen auf der kleinsten Bühne des Festivals.
Auf der Amphibühne sorgten Vanguard für einen gelungenen Einstieg in das Programm der größten Festivalbühne. Der melodische Electro Sound des Trios, unterstützt von zwei Keyboards und einem Schlagzeug im Hintergrund, klang abwechslungsreich und eingängig zugleich. Schnell stellte sich eine gelöste Leichtigkeit ein, bei der die Band immer wieder den direkten Austausch vor der Bühne suchte. Die Mischung aus treibenden Passagen und eingängigen Melodien wurde vom Publikum sichtlich positiv aufgenommen und bereitete dem zentralen Festivalplatz einen gelungenen Start.
Für deutlich härtere Töne sorgten wenig später Jesus On Extasy auf der Waldbühne. Kraftvoller Gesang, markante Gitarrenriffs und ein dominanter Bass bestimmten das Klangbild und verliehen dem Auftritt eine enorme Dynamik. Die Musiker nutzten die gesamte Bühne, suchten immer wieder den Austausch mit den Besuchern und überzeugten mit viel Hingabe und Spielfreude. Das Publikum ließ sich von der Mischung aus Rock und elektronischen Elementen mitreißen und honorierte den Auftritt mit sichtbarer Begeisterung.
Einen etwas sanfteren Weg schlug Hinfort auf der Parkbühne ein. Das Soloprojekt setzte auf melancholische Klangwelten, begleitet von markanten Basslinien und einer fein abgestimmten Lichtgestaltung, die immer wieder neue Akzente setzte. Das konzentrierte Zuhören und die entschleunigte Wirkung bildeten einen angenehmen Kontrast zum sonst oft temperamentvollen Festivalgeschehen. Die nachdenklichen Kompositionen sorgten für einen Moment der Ruhe und luden zum Innehalten ein.
Deutlich ruhiger ging es wenig später bei Tears Of Othila auf der Kulturbühne zu. Akustische Gitarre, Violine und ein dezent eingesetztes Schlagzeug prägten den Klang und sorgten für Entspannung. Viele Besucher verweilten aufmerksam vor der Bühne und ließen sich von den melodischen Arrangements durch den frühen Abend begleiten. Der Auftritt setzte bewusst auf leise Töne und bot damit einen willkommenen Gegenpol zu den härteren Klängen auf den anderen Bühnen.
Für einen der ersten großen Publikumsmagnete des Tages sorgten Melotron auf der Amphibühne. Mit eingängigen Melodien, prägnanten Keyboardpassagen und viel Bewegung auf der Bühne gelang es der Band schnell, die Menge mitzureißen. Immer wieder wurde das Publikum direkt einbezogen, was eine spürbar lockere und sympathische Nähe entstehen ließ. Die Mischung aus bekannten Stücken, elektronischer Dynamik und sichtbarer Spielfreude wurde von den Zuschauern dankbar angenommen. Vor der Bühne wurde getanzt, mitgesungen und der frühe Abend in vollen Zügen genossen.
Einen gefühlvolleren Akzent setzten anschließend Atlas Bird auf der Parkbühne. Die Musiker präsentierten sich in aufeinander abgestimmten hellen Anzügen und schufen gemeinsam mit violettem Licht, leichtem Nebel und einer dezenten Videoshow eine eindrucksvolle Kulisse. Neben Gesang und Gitarre verlieh insbesondere die Violine den Songs eine besondere Note und fügte sich harmonisch in den Alternative Rock Sound ein. Die einfühlsame Performance fand aufmerksame Zuhörer und zog sie in das Konzert hinein.
Für einen der überraschendsten Momente des Abends sorgten Pankow auf der Waldbühne. Die italienische Electro Legende präsentierte sich in kleiner Besetzung mit Gesang und Keyboard, entfaltete dabei jedoch eine beeindruckende Wirkung. Mit ihrem klassischen, ursprünglichen Electro Sound zogen die Musiker zahlreiche Besucher bis direkt vor die Bühne und animierten immer wieder zum Tanzen. Viele Gäste zeigten sich sichtlich begeistert von der Energie und Präsenz des Duos. Ein Auftritt, der bei vielen Besuchern nachhaltig in Erinnerung bleiben dürfte.
Einen der gefühlvollsten Auftritte des Abends bot Elinborg auf der Amphibühne. Begleitet von Gitarre, Keyboard und dezent eingesetztem Schlagzeug schuf die Sängerin einen ruhigen, zugleich intensiven Sog, der viele sofort erfasste. Nach den druckvollen Konzerten der vorherigen Stunden nutzten zahlreiche Gäste die Gelegenheit, auf den Stufen des Amphitheaters innezuhalten und die Musik bewusst zu genießen. Die Kombination aus eingängigen Melodien und emotionalem Vortrag machte den Auftritt für viele zu einem der Highlights des Freitags.
Nostalgische Klänge bestimmten anschließend das Geschehen auf der Parkbühne, als Siglo XX die Besucher zurück in die frühen Tage von Post Punk, Coldwave und Gothic Rock führten. Die belgische Formation überzeugte mit kraftvollen Songs, dunklem Gesang und einem Gitarrensound, der das Klangbild prägte und immer wieder von Keyboard, Bass und Schlagzeug ergänzt wurde. Vor der Bühne wurde es zunehmend voller, viele Fans drängten sich eng zusammen und feierten die seltene Gelegenheit, die Band live zu erleben. Die Mischung aus zeitlosen Stücken und spürbarer Spielfreude sorgte für eine großartige Stimmung und machte den Auftritt für viele Besucher zu einem der Höhepunkte des Abends.
Viele hatten den Auftritt von L’Âme Immortelle bereits mit großer Vorfreude erwartet und versammelten sich frühzeitig vor der Waldbühne. Die Mischung aus Darkwave, Gothic Rock und elektronischen Elementen entfaltete schnell ihre Wirkung und wurde von gefühlvollem Gesang, ausdrucksstarken Keyboardpassagen und einer begleitenden Videoshow getragen. Zwischen melancholischen Melodien und nachdenklichen Texten entstand eine bemerkenswerte Intensität, die das Publikum spürbar mitnahm. Mit fortschreitendem Konzert verdichteten sich jedoch die Wolken über dem Festivalgelände, ehe schließlich kräftiger Regen einsetzte. Während zahlreiche Gäste auf Regencapes und Schirme zurückgreifen konnten und den Abend dennoch genossen, endete der fotografische Teil des ersten Festivaltages an dieser Stelle vorzeitig.
Trotz des später einsetzenden Regens bot der Freitag einen gelungenen Auftakt zur 19. Nocturnal Culture Night. Bereits die ersten Stunden zeigten die musikalische Vielfalt des Festivals, die von druckvollen Industrial- und Electro-Klängen über ruhige akustische Momente bis hin zu facettenreichem Darkwave reichte. Von Beginn an prägten Gelassenheit und Freundlichkeit das Miteinander, während sich die Bühnenbereiche zunehmend füllten und das Festivalgelände sichtbar zum Leben erwachte. Mit zahlreichen starken Auftritten und viel Vorfreude auf die kommenden Programmpunkte machte der Freitag Lust auf zwei weitere Festivaltage im Kulturpark Deutzen.
Weblinks NCN:
Webseite: www.ncn-festival.de/
Facebook: @ncnfestival
Instagram: @ncn_festival
YouTube: @NCNEOnlyFestival
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