HIGHFIELD FESTIVAL 2026 – Sonntag (16.08.2026)

DEINE COUSINE, © Joerg Seiche
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Lesedauer: 7 Minuten

An diesem allerletzten Highfield-Festivaltag war es etwas kühler als noch die Tage davor, aber immer noch warm genug, um entspannt feiern zu können.

Mit einem „Wunderschönen guten Morgen – ich bin hier und nicht in der Küche“ begrüßte uns Frontmann Sebastian von der Punk-Rock-Formation Montreal auf der Main Stage. Sie waren insgesamt neun Mal bei diesem Event und gaben auch dieses Mal mächtig Gas. Drumsticks von Maximilian flogen hier umher und „Zucker für die Affen“ erklang. „Danke, dass ihr endlich wieder da seid.“ Die Arme der Fans waren oben und es wurden Lieder wie „Am Achteck nichts Neues“, „Auf der faulen Haut“ – mit lieben Grüßen an alle, „die noch im Zelt liegen“ oder auch „Kino?!“ mitgesungen.

Das Trio war ein wenig traurig, weil sie ein letztes Mal diese Bühne hier als Opener eröffnen durften. Und genau deshalb wollten sie noch einmal ordentlich feiern – gesagt, getan. „Wir stehen ja nicht so auf ReUnions, aber beim Highfield würden wir eine Ausnahme machen.“ Ob das die Organisatoren auch gehört hatten? Sie verschenkten ihr Album an einen Fan in den ersten Reihen und dann gaben sie auch noch ihre eigene Version von Steinwolkes Hit „Katharine, Katharine“ zum Besten – trotz eines juristischen Streits, der dazu immer noch offen war. Dieser Gig kam genau richtig – so konnten alle Anwesenden richtig wach werden und noch bessere Laune aus sowieso bekommen – fetzt.

KAFVKA aus Berlin standen dann auf der Club Stage auf dem Plan. Eine Sirene und ein fetter Beat riefen die Zuschauer vor die Stage – und das klappte gut. Die Band, die für Crossover steht, gab alles und mit „Das alte Lied“ und „Millionen“ spielten sie sich direkt in die Herzen ihrer Fans. Es wurde gesprungen und mitgesungen. Die Musiker Jonas, Philipp, dessen Bass fast genauso groß war, wie er selbst, und Allesio standen gemeinsam vor Saschas Drums und rockten was das Zeug hielt. „Bitte respektiert die Grenzen aller Menschen.“ Für den Spruch bekam der Frontmann einen Extra-Applaus.

„Tanz deinen Schmerz weg“ passte irgendwie gut zu Tag 3 eines Festivals, wo die Besucher schon etwas durch waren. Mehrstimmig wurde das Ganze vorgetragen und das kam super an. Jonas stellte noch klar, dass sie bewusst „politisiert“ unterwegs sind, weil sie „auf diese Weise Haltung an die Jugend“ bringen wollten – ein toller Weg, wie wir finden. Jede/r solle die eigenen Privilegien mit denen teilen, die sie eben nicht haben. Und genau aus diesen Gründen erklangen dann auch die Hits „Alexa Alexa Antifascista“ oder „Alle hassen Nazis“, die lautstark mitgebrüllt wurden. Es wäre toll, wenn die Textzeilen des letzten Stückes dann auch mal Realität werden würden. Wir haben diesen Auftritt genossen und hoffen, die Band auch.

Die Main Stage war später dann der Ort, um Ska-Punk aus Mecklenburg-Vorpommern zu zelebrieren. Feine Sahne Fischfilet sangen „Wir kommen in Frieden“ – dafür war es aber vom ersten Ton an richtig wild. In der Menge hielten Fans Schilder hoch – „Monchi, du bist leider geil“. Die Musiker gaben richtig Gas und Trompeter Max stand immer wieder am vorderen Bühnenrand oder gar auf den riesigen Boxen im Bühnengraben. „Moin Highfield!“ Tracks wie „Alles auf Rausch“ oder „Manchmal finde ich dich scheiße“ brachten die Fans dazu, ihre Textsicherheit zu beweisen – es klappte echt gut. „Bunter Rauch“ war zwischen den Zuschauern zu sehen – die Party nahm Fahrt auf. Diverse Festivalgäste nutzten hier die Möglichkeit, sich auf den Händen der anderen in Richtung Bühne tragen zu lassen – die Security im Graben hatte da echt viel zu tun. Auch Monchi selbst nutzte die Situation und ließ sich, dabei singend, umhertragen. Drummer Olaf gab alles und sah dabei wie Animal aus der Muppet Show aus.

„Es tut uns in der Seele weh, dass dieses Festival, gerade in Sachsen, sein Ende findet.“ Das Highfield war 2013 nämlich das erste Festival, dass die Band gebucht hat. Für sie war es irgendwie wie ein „Zuhause“, was dann auch besungen wurde. Mit einem Dank an die Faschos, die ihn als Teenie verprügelten, stimmte der Sänger schließlich „15 Jahre“ an – nur deswegen gab es nämlich diesen Track. Es war richtig wild und als am Ende auch noch ihr Freund Marteria mit auf die Stage und in die Menge in den Moshpit kam, um gemeinsam „Komplett im Arsch“ zu performen, waren alle Anwesenden sehr beseelt. Das war wild, voll krank und so richtig großartig.

Die Rockmusikerin Deine Cousine war auch mit am Start und lud an die Club Stage ein. Der Platz war gut gefüllt und zusammen wurde bei „St. Pauli“ gebrüllt und gesungen. Auch der „sehr schwierige Text“ ihrer neuen Single „Ich weiß, wie dieser Abend endet“ erklang ganz laut über dem Platz – „Döp, Döp“. Die Energie der Frontfrau war echt ansteckend und sie grinste die ganze Zeit über. Sie sprang im Takt ihrer eigenen Songs auf und ab und die ganze Menge machte genau das Gleiche – wir konnten den Staub schon wieder in der Luft schmecken. Die Circlepits taten dazu noch ihr Übriges. Die Musiker auf der Stage standen immer wieder beisammen und rockten so ordentlich ab während die Sängerin kaum still stand und immer wieder hin und her lief.

Zuweilen stellte sie sich auch mal auf die kleinen Podeste am vorderen Bühnenrand. Tanzen wurde bei „Freaks“ gefordert und die Fans kamen dieser Aufforderung größtenteils nach. Die Cousine war fest davon überzeugt, „dass die Welt viel mehr Freaks braucht, denn das Wort ist für mich ein urpositiver Begriff“. Schöne Ansage! Bei „Bang Bang (Mein Herz schlägt krass für dich)“ brüllte wirklich jede/r aus vollem Hals mit. Das war richtig laut. Auch diese Botschaft war absolut angebracht. Geile Show und stabile Haltung!

Dann war es auf der Main Stage Zeit für den Auftritt von Marteria. Hinter einem Vorhang versteckt, fiel dieser ganz schnell und dann kamen Sänger und Band zum Vorschein. Die Arme in der Menge bouncten im Takt bei „Schenk mir ein Intro“ und Marteria schien das echt zu gefallen. Die DJs auf der Bühne gaben den Ton an – Sounds aus dem Videospiel „Super Mario“ rundeten das Ganze ab. Der Musiker war zum mittlerweile 4. Mal hier zu Gast und er hatte Bock „den Abschluss zusammen zu feiern“. Die Backgroundsänger*innen kamen zu „Endboss“ hinzu und ihre Stimmen waren echt beeindruckend.

Weitere Hits waren hier „Scotty beam mich hoch“, wo alle Fans mitbrüllten, einem Track von Marsimoto – „Rest in peace Marsi“ –  oder auch „Bengalische Tiger“ – wofür an diesem Tag extra eine neue Strophe geschrieben worden war. Die Arme der Zuschauer bildeten immer wieder ein wogendes Meer und es wurde ausgelassen getanzt – vor und auf der Bühne.  Der fette Beat ließ aber auch kein Tanzbein ruhig dastehen. Die Frauen auf der Stage – „das starke Geschlecht“ – zeigten, was sie draufhatten und wurden dafür wortwörtlich auf den Schultern herumgetragen. „Jungs“, ein noch unveröffentlichtes Lied, kam auch gut beim Publikum an und am Ende war hier der Gegenbesuch der Herren von Feine Sahne Fischfilet angesagt – die sind echte Freunde und das brachte jeden zum Grinsen. Danke für diese Fete.

Dann war es Zeit für den allerletzten Act auf der Club Stage – das war dann die deutsche Sängerin Dilla, die mit ihrem Popsound für glückliche Gesichter sorgte. Hinter der Künstlerin war ein schicker Vorhang zu sehen und sie stand im Vordergrund und begeisterte mit ihrer kraftvollen Stimme – wie etwa zu „Freiheit“. Die Lichtshow war hier wirklich schick gestaltet – so wurde Dilla toll in Szene gesetzt. Beim Singen lief sie am Bühnenrand hin und her. Ihr Musiker, die mit ihr auf der Stage agierten, gaben alles, um einen grandiosen Sound zu präsentieren. Tracks wie „Mit dir“ oder „Mein schönstes Kleid“ wurden von den Fans mitgesungen. Die Arme im Publikum bildeten ein wogendes Meer und vor und auf der Bühne wurde ausgelassen getanzt oder im Takt geklatscht. Einige Zuschauer hielten Schilder hoch, die den Namen „Dilla“ bildeten, was die Sängerin echt rührte. Die letzte Single „Kamerablitzlicht“ kam genauso zu ihren Ehren wie ältere Stücke. Es war sehr voll und der „letzte Tanz“ wurde hier von den Anwesenden wortwörtlich genommen. Das war doch mal ein guter Abschluss.

Auf den Videoleinwänden an der Main Stage war mit einem Mal ein Video zu sehen – ein Abschlussvideo, dass die Veranstalter mit Bildern, Live-Ausschnitten und Kommentaren der Zuschauer des aktuellen Festivals gestaltet hatten. Am Ende war dann ein schlichtes „Danke – enjoy the last dance“ zu sehen. Nicht wenige bekamen feuchte Augen vor Rührung und Traurigkeit – das Ende war nah.

Und die absolut letzte Band, die je auf dem Highfield Festival am Störmthaler See spielen sollte, wann dann die Beatsteaks auf der Main Stage. Die Berliner wurden von den Zuschauern ungeduldig erwartet und so wurde der Bandname schon vorher gerufen. Die Jungs waren sehr gut drauf und legten mit „Summer“ los. Vor einer riesigen Boxenwand stehend, performte die Formation souverän. Vom ersten Ton an wurde mitgeklatscht und alle sprangen im Rhythmus auf und ab. Bei den Beats war das auch echt einfach – mit viel Drive heizten die Musiker ein. „To be strong“ kam genauso gut an, wie etwa „Automatic“ oder der Klassiker „Hand in Hand“.

Frontmann Arnim trug wieder einmal einen Hut und konnte kaum stillstehen. Mal war er links vor der Videoleinwand zu sehen und dann tanzte er in der Mitte auf den Boxen im Bühnengraben herum. Da war echt was los. Die Gitarristen Bernd, Peter und Torsten standen beieinander und trieben sich zu Höchstleistungen an. „Das letzte Konzert auf diesem Festival“ – dazu hatten sie Bock und sie zeigten, dass ihre Sounds eine gute Wahl dafür waren. „Hello Sweeties! Minions – tonight we steal the moon!“ Dieses Filmzitat brachte alle zum Lächeln. Es sollten dann zwei Stunden werden, die alle doch bitte ohne Handys genießen sollten und die meisten hielten sich daran. Gemeinsam ein letztes Mal zusammen tanzen – das war es was alle wollten und das wurde dann zu einem fulminanten Finale. Grandios!

Fazit:

Was war das für ein letztes Highfield Festival? Die Sonne meinte es super gut mit uns – es war fast zu heiß – und auch die Orga hatte ein tolles Paket für uns geschnürt. Uns gefiel, dass es dieses Mal soviel Punkmucke auf Augen und Ohren gab – wie ZSK, Feine Sahne Fischfilet, Deine Cousine, Das Lumpenpack, Adam Angst, Raum 27 und viele mehr. Immer wieder wurde eine stabile Message verkündet, was eine gute Grundstimmung erzeugte, bei der sich Frau und Mann wohl fühlen konnte. Wir haben wieder einige Acts neu für uns entdeckt, so etwa Querbeat oder KAFVKA und auch das macht ja ein Festival aus. Der heimliche Headliner des Ganzen waren für uns, wie bereits geschrieben, ganz klar Kraftklub – eine wirkliche Outstanding-Show!!! Uns gefiel es, dass sich kein Act überschnitt und wir so alles genießen konnten. Wir hatten so viel Spaß. Wieder geht ein fettes Dankeschön an alle Kollegen und die Betreuer im Pressezelt raus – ihr habt einen tollen Job gemacht.

Hoffentlich war es nicht das endgültige Ende dieser Veranstaltung – es sollte ja, das vorerst letzte sein, aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Vielleicht sehen wir uns irgendwann, irgendwo wieder – wir wären dann gern wieder mit am Start. Danke für alles!

Hier geht’s zum Bericht vom Freitag:

HIGHFIELD FESTIVAL 2026 – Freitag (14.08.2026)

Hier geht’s zum Bericht vom Samstag:

HIGHFIELD FESTIVAL 2026 – Samstag (15.08.2026)

Weblinks HIGHFIELD:

Homepage: https://highfield.de/
Facebook: https://www.facebook.com/highfieldfestival/
Instagram: https://www.instagram.com/highfieldstvl/


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