Lesedauer: 2 Minuten
Lesedauer: 2 MinutenWas wäre, wenn ein uralter Zauberspruch tatsächlich die Macht besäße, einen Menschen wie einen Raben in die Lüfte zu erheben? ROSA†CRVX widmen sich mit „Aglon – Dans la Crypte“ einer solchen Beschwörungsformel, deren Ursprung weit in die Geschichte der Hexerei zurückreicht. Am 31. Oktober 2026, passend zu Halloween, erschien eine Neuinterpretation eines ihrer frühesten Stücke – aufgenommen als düsteres Ritual in der legendären Krypta des französischen Künstlerkollektivs.
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Die Geschichte von „Aglon“ beginnt in den Archiven der Pariser Nationalbibliothek. Während seines Kunststudiums beschäftigte sich Mastermind Olivier Tarabo intensiv mit Dämonologie und stieß dabei auf einen Text aus der „Clavicula Salomonis“, einer Sammlung magischer Schriften. Die darin überlieferte Formel stammt laut Bandinformation aus einem Hexenprozess und soll ihrem Anwender ermöglichen, wie ein Rabe zu fliegen. Eine Entdeckung, die Oliviers Faszination für die Hexerei weiter entfachte und schließlich Eingang in die Musik von ROSA†CRVX fand.
Nun erhält die alte Beschwörung ein neues Klanggewand. Eine Kirchenorgel und das charakteristische Glockenspiel verleihen „Aglon“ seine sakrale Erhabenheit, während treibende Drums und markante Gitarrenriffs einen kraftvollen, rockigen Gegenpol bilden. Darüber erhebt sich Oliviers eindringlicher Gesang: Mit spürbarer Leidenschaft und markant gerolltem R entfaltet die uralte Zauberformel in seiner Stimme eine nahezu hypnotische Kraft. Seine Stimme fasziniert, zieht einen in den Bann und lässt die Grenzen zwischen Gothic Rock und sakralem Ritual verschwimmen.
„Wenn man dieses Lied singt, tut man das immer mit einer gewissen Überzeugung, so, als befände man sich tatsächlich im Gebet. Sonst wirkt der Gesang nicht glaubwürdig“, erklärt Olivier. „Es ist ein sehr schwer zu singendes Lied. Genau das gefällt mir daran: Es ist eine große Herausforderung. Man muss eine echte Leidenschaft für die Hexerei mitbringen, so wie wir sie haben.“
Schon die ersten Glockenschläge öffnen die Pforten zu einer anderen Welt. Die Kamera führt den Betrachter hinein in die geheimnisvolle Krypta, wo unzählige weiße Kerzen die Dunkelheit erhellen und Nebelschwaden über den Boden kriechen. Mechanisch angetriebene, animierte Skelette schlagen auf ihre Trommeln, während mächtige Glocken durch das Gewölbe hallen. Inmitten dieser gespenstischen Szenerie stimmt an der Gitarre die geheimnisvolle Beschwörungsformel an.
Immer wieder verweilt die Kamera auf den ungewöhnlichen Instrumenten, den unermüdlichen Skeletttrommlern und dem flackernden Kerzenmeer. Wenn der Gesang verstummt, verströmen Orgelklänge, eine melodische Gitarrenpassage und die treibenden Trommeln ihren ganz eigenen Zauber. Schließlich wandert der Blick hinauf zur steinernen Gewölbedecke, während die letzten Klänge verhallen. Zurück bleibt das Gefühl, Zeuge eines uralten Rituals geworden zu sein.
Bereits die Videos zu „1335“ und „Nescit Nox“ entstanden in der hauseigenen „Crypte“ in Rouen. Hier verschmelzen sakrale Symbolik, Musik und darstellende Kunst zu jener eigentümlichen Ästhetik, die ROSA†CRVX seit vier Jahrzehnten prägt. Für Olivier ist dieser Ort weit mehr als eine Kulisse. Er bezeichnet ihn als eine Art eigene kleine Kirche – und damit als den einzig richtigen Schauplatz für die erneute Beschwörung von „Aglon“.
Bei aller düsteren Ernsthaftigkeit beweist der Künstler zum Schluss sogar Humor: Zwar sei es ihm bislang nicht gelungen, wie ein Rabe zu fliegen, doch auf manchen Bühnenfotos schneide er derart furchtbare Grimassen, dass er zumindest wie ein merkwürdiger Vogel aussehe.
Ob die alte Zauberformel tatsächlich Flügel verleiht, bleibt also offen. Ihrer Musik haben ROSA†CRVX damit längst welche gegeben.
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Weblinks ROSA CRUX:
Webseite: www.rosacrux.org
Facebook: @rosacruxband
Instagram: @rosacruxofficial
YouTube: RosaCruxTV
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