SKYND schließen mit der dritten Akte „Danny Masterson“ das Chapter VIII: The Open Secret

SKYND Danny Masterson © Anne Göthe
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Lesedauer: 6 Minuten

SKYND sind fleißig in diesem Jahr! Richtig fleißig! Neben ihrer eigenen „Dead Serious“-Tour im Frühling und zahlreichen Festivalauftritten beispielsweise beim M’era Luna oder NCN, veröffentlichen SKYND und Father einen Kracher nach dem anderen.

Mit dem neuen Song „Danny Masterson“ nimmt SKYND nun einen Fall in den Blick, der Hollywood-Glamour, schwere Sexualstraftaten und die kontroverse Rolle der Church of Scientology miteinander verbindet und die musikalische Aufarbeitung eines weiteren, komplexen Kriminalfalls. „Danny Masterson“ ist nun die siebte Veröffentlichung der Band in diesem Jahr. Vorausgegangen waren „Mary Bell“ sowie die drei Veröffentlichungen aus „Chapter VII: Red Winter“ – „Andrei Chikatilo“, „Tamara Samsonova“, „Mikhail Popkov“ – und die beiden bisherigen Veröffentlichungen aus „Chapter VIII: The Open Secret“: „Jimmy Savile“ und „Johnny Kitagawa“. Mit dem am 9. Oktober 2026 veröffentlichten Song schließen SKYND damit nun auch das achte Kapitel ihres True-Crime-Projekts ab.

„Welcome to That ’70s
I know that you’re into me

Living high on your TV
Gotta practice what you preach
“

Der Song „Danny Masterson“ ist ab sofort auf allen gängigen Streaming-Plattformen abrufbar. Become a witness of the dark side:

SKYND - 'Danny Masterson’ (Official Video)

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Zwischen Industrial-Druck und epischer Bedrohung

In File No. VIII-03 „Danny Masterson“ setzen SKYND musikalisch auf eine druckvolle und stark rhythmische Produktion. Der Track verbindet die Härte elektronisch geprägter Industrial-Musik mit Elementen, die ihm eine beinahe filmische Größe verleihen – passend zum Machtgefüge, in dessen Umfeld sich der Fall Masterson abspielte. Ein einschüchternder Charakter zieht sich durch das gesamte Lied, als würde eine mächtige Instanz den Raum beherrschen, in dem sich die Geschichte entfaltet.

Das Fundament des Songs bildet ein kraftvoller, pulsierender Drumrhythmus, der den Song unglaublich dynamisch beginnen lässt und durchzieht. SKYNDs markanter, akzentuierter Vortrag, der wie in „Johnny Kitagawa“ einen Rap-Charakter besitzt, setzt ein und zeichnet das Bild des Täters aus der Ich-Perspektive – wie eine Folge von Anklagepunkten. Der Pre-Chorus wiederum wird durch betäubende Synthesizer-Klänge untermalt, die an eine musikalische, stetig nach unten ziehende Spirale erinnern. So wird eine absolut depressive und beklemmende Stimmung heraufbeschworen, bevor der Song dann in einen fast schon befreienden Chorus aufbricht. Doch die vermeintliche Befreiung erhält im Zusammenspiel mit den Lyrics einen ambivalenten Beigeschmack.

Und so trifft kontrollierte Kälte auf großes musikalisches Drama. „Danny Masterson“ entwickelt einen Sog, dem man sich nur schwer entzieht – und genau darin liegt der SKYNDeske Widerspruch: Die Musik packt, während die Geschichte dahinter alles andere als leichte Kost ist.

„Sometimes I’m a loaded gun
People call me Donkey Punch
Who the fuck would need consent
If you are a famous man?
“

Die Lyrics selbst erzählen den Kriminalfall aus Sicht des Täters, dessen Ruhm zur Fassade wird. Die öffentliche Persona überlagert dabei die Frage nach dem Menschen dahinter und macht es schwieriger, die dunkle Seite einer bekannten Persönlichkeit wahrzunehmen. Gerade im Pre-Chorus werden die Worte wesentlich aggressiver und thematisieren die fehlende Zustimmung, Grenzüberschreitungen und den Versuch, die Betroffenen zum Schweigen zu bringen. Der Wille des Täters setzt sich durch, während die Grenzen eines anderen Menschen missachtet werden. Der Text führt vor Augen, wie ein Täterbild aussehen kann, in dem Macht mit vermeintlichem Anspruch verwechselt wird. Das Gegenüber wird nicht als gleichberechtigter Mensch wahrgenommen, sondern als jemand, dessen Grenzen man glaubt ignorieren zu dürfen.

„Danny Masterson“ arbeitet mit einer provokanten Perspektive: Die Lyrics lassen eine Stimme auftreten, die von Selbstüberschätzung, Abwehr und dem Anspruch auf Kontrolle geprägt ist. Die eigentliche Pointe des Songs liegt nicht allein in der Demontage eines gefallenen TV-Stars. Sie liegt in der Frage, wie eine öffentliche Fassade, persönliche Loyalität und institutionelle Macht zusammenwirken können, um Kritik zu erschweren und Betroffene zu isolieren. Der Song liefert keine juristische Aufarbeitung. Er verdichtet einen komplexen Fall zu einer verstörenden, musikalischen Perspektive und lenkt den Blick auf die Mechanismen, durch die Macht geschützt und Schweigen aufrechterhalten werden kann.

„I push upon it
Don’t use the R-word
Suppressive Person
If you dare to speak
I push upon it
Don’t ruin the party
Smile for the camera“

Das Video: Auf Augenhöhe mit dem Bösen und der Blick in den Abgrund

SKYND © Anne Göthe

Chapeau an SKYND, dass sie zu jeder Veröffentlichung auch ein Video produzieren. So ging pünktlich um Mitternacht am 9. Oktober 2026 auch ein offizielles Musikvideo zu „Danny Masterson“ an den Start. Regie, Kamera und Schnitt stammen erneut von Peter Leukhardt; die Motion Graphics wurden wieder von Tamara Llenas von Aimed & Framed umgesetzt.

Auch visuell bleibt das Musikvideo zu „Danny Masterson“ seiner düsteren, cineastischen Bildsprache treu. Im Video sitzen sich sich SKYND und Lukas Schönfeld, der offenbar Danny Masterson verkörpert, an einem Tisch gegenüber. Die Szenen haben einen polizeilichen Vernehmungscharakter, bei dem Aussagen nicht länger unwidersprochen im Raum stehen bleiben. Mit der weiteren Laufzeit des Videos jedoch weicht diese beklemmende Konfrontation jedoch der Atmosphäre einer Sitzung der Church of Scientology.

Zwischen SKYNDs Vortrag, dessen Zeilen wie Anklagepunkte aus der Ich-Perspektive wirken, blitzen immer wieder animierte Lyrics und Animationen auf, die im Stil von dunkler Pop-Art-, Vintage Graphic Novel- und Cinematic-Noir-Ästhetik gehalten sind. Jedes einzelne Wort, jede eingeblendete Textzeile wird wie eine plakative Schlagzeile in Szene gesetzt. So entsteht eine eindrucksvolle visuelle Verbindung zwischen Realität und filmischer Inszenierung – zwischen der Welt, in der Danny Masterson agierte, und einer düsteren Bildsprache, die den Zuschauer mit dem Machtgefälle zwischen Anklage, Einfluss und Schweigen konfrontiert.

„I’ll take you to Church
And pray
For clarity
I’ll take you to Church
And pray
I’m not a sitcom slayer“

Danny Masterson: Vom gefeierten Schauspieler zum verurteilten Sexualstraftäter

Danny Masterson wurde vor allem durch seine Rolle als Steven Hyde in der US-Sitcom „That ’70s Show“, in Deutschland unter dem Titel „Die wilden Siebziger“ bekannt, einem breiten Publikum bekannt. Über Jahre hinweg gehörte er zu den prägenden Gesichtern der Serie.

Im Mai 2023 sprach eine zwölfköpfige Jury Masterson in zwei Fällen der Vergewaltigung schuldig. Die Taten ereigneten sich den Vorwürfen nach im Jahr 2003 in seinem Haus in den Hollywood Hills. In einem dritten Anklagepunkt konnte sich die Jury aber nicht auf ein Urteil einigen. Im September 2023 wurde Masterson zu einer Freiheitsstrafe von 30 Jahren bis lebenslang verurteilt. Er bestreitet die Vorwürfe und ging gegen das Urteil vor. Der Fall erregte auch deshalb große Aufmerksamkeit, weil mehrere der Frauen, die gegen Masterson aussagten, ebenso wie Masterson selbst mutmaßlich einen Bezug zur Church of Scientology hatten.

Der Kriminalfall entwickelte sich weit über die Geschichte eines einzelnen Schauspielers hinaus zu einer öffentlichen Auseinandersetzung über Macht, Loyalität und den Umgang mit mutmaßlichen Opfern.

Für SKYND eröffnet dieser Hintergrund eine weitere Bearbeitungsebene des Falles. Denn True Crime bedeutet hier nicht nur, einen Täter und seine Taten in den Mittelpunkt zu stellen. Es geht ebenso um die Bedingungen, unter denen Betroffene Gehör finden – oder eben lange darum kämpfen müssen. Die entscheidende Frage lautet nicht allein nur, was geschehen ist, sondern auch, warum es so lange dauert, bis ein Fall überhaupt aufgearbeitet wird.

„You could put me on trial and testify
It’ll take twelve to bring me down

I’ll take you to Church
And pray

I’m not a sitcom slayer
“

The Open Secret: Wenn Wegsehen zum Problem wird

Mit „Danny Masterson“ führen SKYND ihr True-Crime-Konzept ohne Zweifel fort. Das Stück gehört zu „Chapter VIII: The Open Secret“, das sich auch mit den Fällen Jimmy Savile und Johnny Kitagawa auseinandersetzt. Trotz ihrer unterschiedlichen Hintergründe verbindet diese Geschichten vor allem eines: die Auseinandersetzung mit prominenten Männern, Machtpositionen und dem Umgang mit Vorwürfen schwerer Übergriffe.

Der Titel des Kapitels ist dabei mehr als eine düstere Überschrift. Ein offenes Geheimnis  ist die Lücke zwischen dem, was Menschen wissen und den Schlüssen, die sie bereit sind zu ziehen bzw. eben nicht. Wissen führt schließlich nicht zwangsläufig zum Handeln. Stattdessen werden Missstände verschwiegen oder unter den Teppich gekehrt. Genau in diesem Spannungsfeld entfaltet „Danny Masterson“ ebenfalls seine thematische Wirkung.

„Danny Masterson“ ist damit ein weiterer stark produzierter Baustein im düsteren Klangkosmos von SKYND. Denn am Ende geht es nicht allein um einen prominenten Schauspieler und seine Verurteilung. Es geht auch um die Frage, wie Macht funktioniert, wem geglaubt wird und welchen Preis Menschen zahlen, wenn sie sich gegen einflussreiche Strukturen stellen.

Mit dem neuen Song und dem begleitenden Video schließen SKYND den düsteren Soundtrack von „Chapter VIII“ ab. Erneut richten sie den Blick auf menschliche Abgründe und zeigen, dass das Leben kein perfektes Drehbuch ist, das sich nach Belieben umschreiben lässt. Manche Wahrheiten lassen sich zwar lange aus dem Rampenlicht halten – aber nicht für immer aus der Welt schaffen!

„Welcome to Celebrity
We are not the enemy
Some might say I made you hurt
Read my letters of support
Think about your family
Will they choose you over me?
Who the fuck would call it sin
When the verdict’s looking thin?“

Termine SKYND

24.10.2026 (FI) Helsingin Jäähalli, Helsinki mit Turmion Kätilöt

SKYND veröffentlichen mit „Johnny Kitagawa“ die zweite Akte von Chapter VIII: The Open Secret

SKYND veröffentlichen mit „Jimmy Savile“ den Auftakt zu Chapter VIII: The Open Secret

Weblinks SKYND:

Homepage: SKYND
Facebook: SKYND
Instagram: skynd_music
YouTube: SKYND
bandcamp: SKYND
Patreon: SKYND


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