Lesedauer: 3 Minuten
Lesedauer: 3 MinutenDie Vergangenheit lässt sich begraben, aber nicht immer hinter sich lassen. Genau an diesem Punkt setzt „Shallow Grave“ an, das fünfte Studioalbum von Dead Astronauts, das am 2. Oktober 2026 über Cold Transmission Music erscheint. Zwischen Isolation, Erinnerung, Obsession und der eigenen Sterblichkeit entwickelt das Duo eine düstere Klangwelt, in der Synthwave, Darkwave, Synthpop und Post-Punk ineinandergreifen. Mit „Get Lost“ und „Bodies“ sind bereits zwei Stücke vorausgeschickt worden, die unterschiedliche Seiten des kommenden Albums zeigen – und zugleich andeuten, dass es hier um deutlich mehr geht als um die Rückkehr vertrauter Synthwave-Nostalgie.
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Die Geschichte dahinter reicht bis ins Jahr 2011 zurück, als Jared Kyle Nickerson Dead Astronauts in Seattle zunächst als Synthpop-Projekt und digitales Kunstprojekt ins Leben rief. 2012 kam Hayley Stewart hinzu, gemeinsam entstand schließlich das Debüt „Constellations“ von 2014, gefolgt von „Arms of Night“ zwei Jahre später. Mit Slade Templeton, der ab 2017 zunächst als Produzent stärker in das Projekt eingebunden wurde, veränderte sich die Arbeitsweise erneut. Über die folgenden Jahre entwickelte sich daraus die heutige Konstellation, in der Kyle und Templeton gemeinsam für die aktuelle Ausrichtung stehen. Diese Entwicklung erklärt auch, warum Dead Astronauts nie einfach auf einen einzigen Stil festgelegt werden konnten: Das Projekt verbindet elektronische Produktion mit einer ausgeprägten visuellen und erzählerischen Ebene.
Mit „Silhouettes“ von 2021 und dem 2024 veröffentlichten „Ghosts“ wurde dieser Weg weitergeführt. Besonders „Ghosts“ beschäftigte sich mit den Überresten der Vergangenheit, die in uns weiterleben und unsere Gegenwart beeinflussen können. Das Album umfasste 13 Titel und brachte mit Florence Bullock zudem eine frühere Weggefährtin zurück ins Projekt. Ein wichtiger Moment folgte im Mai 2024, als Dead Astronauts beim Wave-Gotik-Treffen in Leipzig ihre europäische Live-Premiere feierten. „Shallow Grave“ knüpft nun an diese Entwicklung an, verschiebt den Blick jedoch stärker auf die Gegenwart: auf die Frage, was von Menschen, Beziehungen, Erfahrungen und Verletzungen übrig bleibt, wenn sich die Zeit längst weiterbewegt hat.
Bereits die beiden veröffentlichten Singles geben dafür zwei sehr unterschiedliche Hinweise. „Get Lost“ erschien am 26. Juni und bewegt sich zwischen Melancholie und Vorwärtsdrang. Atmosphärische elektronische Schichten treffen auf eine rastlose Bewegung, die irgendwo zwischen Nostalgie und Eskapismus angesiedelt ist – nächtlich, distanziert und dennoch mit einem Rest von Hoffnung. „Bodies“, am 14. August veröffentlicht, zieht anschließend die Schrauben deutlich fester: Der Song gibt dem Sound eine schärfere, körperlichere Post-Punk-Kante und beschäftigt sich mit den unsichtbaren Einflüssen und Traumata, die sich in unseren Gedanken und unserem Handeln festsetzen können. Gerade nebeneinander gehört, machen beide Singles deutlich, wie weit das musikalische Spektrum des neuen Albums reicht.
„Shallow Grave“ selbst scheint diese Gegensätze bewusst zusammenzuführen. Das Album bewegt sich durch dunkle, melodische und teilweise abrasive Klanglandschaften, ohne sich bequem einem einzigen Genre unterzuordnen. Zwischen dem treibenden Post-Punk von „Bodies“, der schimmernden, zugleich unruhigen Atmosphäre von „Glistening Things“ und der existenziellen Schwere des Titeltracks entsteht ein Spannungsfeld zwischen dem Wunsch, einfach zu verschwinden, und dem Bedürfnis, überhaupt noch etwas Echtes zu spüren. Stücke wie „Who Kills Who“ und „Stuck (In a Modern Day Cult)“ richten den Blick dabei stärker nach außen, während andere Momente näher an Isolation und Selbstreflexion bleiben. So wird der Albumtitel zunehmend zu einem Bild für genau diesen Zustand: Dinge können begraben werden, verschwinden lassen können wir ihre Wirkung deshalb noch lange nicht.

Tracklist:
01. An Intro
02. Bodies
03. Shallow Grave
04. Get Lost
05. Glistening Things
06. Who Kills Who
07. Stuck (In a Modern Day Cult)
08. Make It Right
09. From Dust
10. Bodies (Dark Club Version)
Das Album vorbestellen: Shallow Grave | Dead Astronauts
Produziert wurde „Shallow Grave“ von Dead Astronauts selbst, gemischt und gemastert wurde das Album bei Influx Studios; für Artwork und Gestaltung zeichnet JthreeConcepts verantwortlich. Am 2. Oktober erscheint die zehn Titel umfassende Veröffentlichung digital sowie auf CD im 6-Panel-Digipak inklusive Booklet. Die beiden Gatefold-Vinylvarianten in Solid White und Solid Orange folgen am 9. Oktober und sind jeweils auf 150 Exemplare limitiert. Mit der „Dark Club Version“ von „Bodies“ bekommt das Album zum Abschluss zudem eine alternative Perspektive auf einen seiner zentralen Songs. Nach „Ghosts“ führt „Shallow Grave“ damit konsequent weiter, was Dead Astronauts seit Jahren auszeichnet: elektronische Musik, die nicht nur eine bestimmte Atmosphäre erzeugen will, sondern ihre düsteren Bilder mit persönlichen und gesellschaftlichen Fragen verbindet.
Weblinks DEAD ASTRONAUTS:
Webseite: www.deadastronauts.com/
Facebook: @deadastronauts
Instagram: @deadastro
Bandcamp: Bandcamp
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