EASTSIDE FESTIVAL – Halle/Saale Tag 1, (03.07.2026)

BLACK NAIL CARBARET @ Eastside Festiva 03.07.2026
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Lesedauer: 7 Minuten

Mittlerweile gehört es schon fest im Kalender eingetragen: Am ersten Juli-Wochenende geht es ins Karlsbad nach Halle. Hier trifft sich die Szene zum EASTSIDE FESTIVAL, einem kleinen aber feinen Happening für alle Pop & Wave-Fans. Der Vorteil beim Eastside Festival ist, dass man sich mittlerweile tatsächlich erkennt. Jedes Jahr auf neue pilgern Fans aus mittlerweile ganz Europa in das beschauliche Freibad um ihre Art von Familienfest zu feiern.

🔊 Lass Dir den Beitrag vorlesen (KI-Stimme):

Seltsamerweise haben die Veranstalter in all den Jahren immer einen guten Deal mit dem Wettergott gemacht und in den Tagen vor dem Festival schön das Tellerchen leer gegessen. Bis auf ein paar wenige Tropfen das Wetter stets gut. Dieses Jahr kann man sogar von Glück sprechen, dass wir keine Hitzewelle abbekommen haben. Temperaturen um 20 bis 25° sind doch perfekt, um in schwarz zu feiern.

Doors Open

Nahezu pünktlich haben sich an diesem Freitag dann auch die Tore zum Areal geöffnet und die ersten treuen Eastside-Fans strömen auf das Gelände. Wir haben dieses Jahr alles einmal etwas anders auf den Prüfstand. Gehandicapt mit Rollator prüft man die Örtlichkeiten einmal anders. Parkplatz für Gäste mit Handicap bahnen wir uns Schrittweite zum Einlass, während die „normalen“ Fans weiterhin einen kleinen Fußmarsch in Kauf nehmen. Auch dieses Jahr ist der Einlass wieder einmal verdammt gut organisiert. Keine unnötigen Warteschlangen und die Security am Eingang versprüht Feierlaune. Kleiner Seitenhieb in die westlichen Bundesländer, wo man bei solchen Veranstaltungen gerne mal eine Security erlebt, die ihren Job zu wichtig nehmen. Auch hier kennt man sich mittlerweile. Ich habe das Gefühl, nur bekannte Gesichter zu treffen.

Jetzt also rauf auf den Platz. Ja, mit Rollstuhl, Krücken oder Rollator ist es etwas schwierig. Das Karlsbad ist nun mal im normalen Betrieb ein Freibad. Da ist es schwierig, feste Wege anzulegen. Aber mit ein wenig Hilfe sind wir schnell auf dem Festivalgelände. Und ja, es ist wieder einmal an alles gedacht worden. Ein großer Stand für schwarze und mittelalterliche Kleidung und Accessoires, ein weiterer Stand für Shirts und Leder- Accessoires (Handmade), der allseits beliebte Weinstand, tolles Catering ohne viel Schnickschnack, eine Bar mit vielen Cocktailmöglichkeiten und für den schnellen Durst ein Bierstand. Dazu Erdbeerbowle, Kaffee… Herz was willst Du mehr. Für die richtigen Freibadfans gibt es natürlich auch Pommes-Rot/Weiß. 😉

Ein neuer Anchorman

Pünktlich wird dann auch der erste Festivaltag von einem neuen Gesicht eröffnet. War in den letzten Jahren Jens Domgörgen (Wiegand) der Anchorman mit Hawaiianzug und guter Laune, ist es dieses Jahr Christian Schottstädt (Force To Mode), der erstmalig als Anchorman auftritt. Für ihn auch eine persönliche Premiere, hat er doch sonst immer nur gesungen, wenn er auf der Bühne steht.

HUIR

Gegen 17:00Uhr betraten dann HUIR aus Spanien die Bühne, um musikalisch den Startschuss zu geben. Auch wenn es doch noch nicht so voll vor der Bühne ist, liefert das Duo eine gute Performance ab. Sie haben sich nicht anmerken lassen, dass es der erste Act immer am schwersten hat. Schaut man sich um, fällt doch auf, dass die ersten Fans vor der Bühne bereits tanzen und sich im Takt wiegen. Ich bin beeindruckt, wie schnell Ana Of The Head (Gesang) das wachsende Publikum um den schönen kleinen Finger wickelt. Eigentlich schade, dass der erste Slot mit gerade mal dreißig Minuten so schnell vorbei geht. Ich hätte gerne noch mehr gehört.

Ich denke, auch im Fahrwasser anderer Acts, die nicht mehr aus den klassischen Wave-Ländern kommen, wird man in der Zukunft noch einigen von HUIR hören. Hoffentlich!

Setlist HUIR:
  1. Lovers
  2. Triumphal
  3. Dreamers
  4. Storm
  5. Corner
  6. Vital
  7. Runaway
  8. You

 

Weblinks HUIR:

Facebook: @HUIRBand
Instagram: @huir_band
Bandcamp: Bandcamp
YouTube: @HUIRbanda

FUTURE LIED TO US

Mit der folgenden Band ist es an der Zeit, das Tanzbein zu schwingen. Überrascht bemerke ich, wie voll doch geworden ist. FUTURE LIED TO US gehen nicht nur nach vorne, ihr Electropop zieht die Leute regelrecht an. Warum habe ich mich mit dieser Band eigentlich nicht so intensiv befasst? Zeigt sich doch unter anderem Vasil Vallis (Frozen Plasma, NamNamBulu) sowie Krischen Wesenberg (Rotersand) für das Projekt verantwortlich.

Sänger Damasius Venys geht in die Vollen und auf sein Publikum zu. Ich sehe so einige weibliche Besucherinnen, die doch schon einen Blick mehr riskieren. Diese Band macht mehr Spaß als ich es so früh erwartet habe. Ein Platz im Timeslot am späteren Abend hätten die drei mehr als verdient gehabt.

Setlist FUTURE LIED TO US
  1. I’m Finished
  2. Tellurian
  3. None
  4. Code
  5. Blaze In The Dark
  6. Embrace A World
  7. Falling
  8. Born In Silence
Weblinks EASTSIDE FESTIVAL:

Webseite: www.eastside-festival.de/
Facebook: @EASTSIDEopenair
Instagram: @eastside_festival

BLACK NAIL CARBARET

Nach so einem Start ist es dann auch mal Zeit für etwas Avangarde auf der Bühne. Aus Ungarn sind BLACK NAIL CARBARET eingeflogen. Im Gepäck haben sie ihr neues Album „Chrysanthemum“ und natürlich auch ein paar weitere Hits aus ihrem Repertoire. Frontfrau Emese Arvai-Illes ist dieses Mal fast schon züchtig gekleidet. In schlichtes Jackett mit Rock, strengem Haar und markantem Make Up könnte sie fast bieder durchgehen. Doch weit gefehlt, bereits zum dritten Track „Black Lava“ vom aktuellen Album spielt sie mit der Kette, welches das Jackett verschlossen hatte, schleudert diese durch die Luft und zieht sie durch ihre Zähne. Dann entblößt sie provokant ihren hautfarbenen BH um fortan quasi oben ohne zu performen. Ich wäre nicht mehr erstaunt gewesen, hätte sie einen BH wie Madonna in den frühen 90er Jahren getragen. Emese Arvai-Illes weiß zu provozieren, allerdings ein wenig auf Sparflamme. In der Vergangenheit hat sie schon fast fabelähnliche Kostüme getragen. Aber sie zieht das Publikum an. Die lauten ernsten Electrobeats treiben das Publikum erstmal komplett an. Eastside, wir starten durch!

Setlist BLACK NAIL CARBARET
  1. My Casual God
  2. Totem And Taboo
  3. Black Lava
  4. No Gold
  5. Neurons
  6. Teach Me How To Techno
  7. Bête Noire
Weblinks BLACK NAIL CABARET:

Webseite: www.blacknailcabaret.com
Facebook: @bncband
Instagram: @bncband

Weblinks BLACK NAIL CARBARET
ESCAPE WITH ROMEO

Okay, nach der geballten Portion Avantgardistischem Electrosound ist es jetzt an der Zeit, dass auch ein wenig handgemachte Musik auf der Bühne Platz finden kann. ESCAPE WITH ROMEO, eine altgediente Waveformation aus Köln kann mittlerweile auf eine lange Karriere zurückblicken. Erstmals gegründet 1989 gehören sie zu den Altmeistern dieses Wochenende. Bereits zum zweiten Mal ist die Band auf dem Eastside zu Gast. Neben einigen Klassikern haben sie dann auch Tracks ihres im August erscheinenden Albums „Night After Night“ im Gepäck. Die Band spielt ein routiniertes Set, welches aber leider vom Publikum nicht so anerkannt wird, wie sie es eigentlich verdient hätten. Das kann vielleicht auch an der eher zurückhaltenden Art von Mastermind Thomas Elbern liegen. Der Mann singt verdammt gut, komponiert verdammt gut, verliert sich aber leider etwas auf der Bühne. Macht mir aber nichts. Ich mag die Band und freue mich auf das neue Album und auf evtl. weitere Livedates in einem für die Band passenderen Rahmen.

Leider liegt keine Setlist vor.

Weblinks ESCAPE WITH ROMEO:

Webseite: www.escape-with-romeo.de
Facebook: @escapewithromeospain
Instagram: @escapewithromeo_official
Bandcamp: Bandcamp
YouTube: @ewr

IN STRICT CONFIDENCE

Wenn wir schon bei den Klassikern sind, geht es nach kurzer Pause auch gleich weiter. Zum ersten Mal auf dem Eastside Festival zu Gast sind IN STRICT CONFIDENCE. Hier dann in leicht veränderter Form. Dennis Ostermann wird bei diesem Electro-Set von Dirk Riegner unterstützt. Und es geht direkt nach vorne. Eine Zeitreise durch die Karriere von dem Projekt mit vielen Schätzen. Ostermann wechselt öfters zwischen Synthies und Front of Stage und strahlt für mich eine gewisse Coolness aus. Das Publikum ist mittlerweile voll und ganz dabei und ich bin bei meinem Blick übers Festivalgelände doch erstaunt, wie voll es am Freitag dann doch schon ist. Naja, der Abend hat ja noch einiges auf dem Plan. Doch zurück zu In Strict Confidence. Es ist für mich immer wieder befremdlich, wenn Gesangsparts vom Band kommen. Ich denke, die Anwesenheit von Nina de Lianin wäre auf der Bühne noch ein Goodie, welcher den Abend noch mehr gegeben hätte. Aber hier jammere ich wahrscheinlich auf hohem Niveau. Trotzdem muss ich hier noch eins loswerden. Ja, ich war überrascht, dass In Strict Confidence Depeche Mode covern. Hätte mich ja auch mal besser vorbereiten können. Auch wenn Dennis es erwähnt hat, bin ich erleichtert, dass Christian Schottstädt nicht als Gastsänger auf der Bühne erschienen ist. So war es schon besser…

Setlist IN STRICT CONFIDENCE
  1. My Despear
  2. Kiss Your Shadow
  3. Seven Lives
  4. Morpheus
  5. Everything Must Change
  6. Blasphemous Rumours
  7. Somebody Else’s Dream
  8. Engelstaub
  9. Zauberschloss
Weblinks IN STRICT CONFIDENCE:

Webseite: www.instrictconfidence.com
Facebook: @instrictconfidence
Instagram: @in.strict.confidence
Bandcamp: Bandcamp
YouTube: @instrictconfidence

Weblinks IN STRICT CONFIDENCE
DEVISION REDUX

Was soll ich sagen? Call me Fanboy! Das Steffen Keth (De/Vision) und Daniel Myer (Haujobb, DSTR, Covenant, etc.) irgendwann mal gemeinsame Sache machen würden, hätte ich vor zwei Jahren nicht gedacht. Doch jetzt ist DEVISION REDUX mittlerweile ein sehr interessantes Projekt geworden. Ich betone immer wieder, ich halte Steffen Keth für einen wirklich interessanten Künstler, der meiner Meinung nach auch sehr viel ausstrahlt. Der Mann geht auf die Bühne, macht sein Ding und ich habe immer den Eindruck, er lässt sich für kein Geld der Welt in eine Schublade stecken. Da kommt die Zusammenarbeit mit Daniel mehr als gelegen. Auch hier in Halle werden die beiden mehr als gefeiert. Die Neuinterpretationen der De/Vision-Songs treffen den Nerv und, sorry Steffen, legen die Messlatte für das kommende De/Vision-Album, welches gerade in Arbeit ist, extrem hoch. Mit Devision Redux haben sich zwei Künstler gefunden, die sich vielleicht vorher gar nicht gesucht haben. Der Platz in der Timeline an diesem Abend ist mehr als gerecht. Halle feiert und auch, wenn das Freitagsfinale noch kommt, summe ich bestimmt noch die ganze Nacht „Try To Forget“ und „Your Hands On My Skin“ vor mich hin. Ich hoffe, dass Devision Redux keine Eintagsfliege ist und Steffen und Daniel vielleicht ja auch gemeinsam an neuen Songs arbeiten.

Setlist DEVISION REDUX
  1. Intro/Drifter
  2. Rage
  3. Time To Be Alive
  4. Flavor Of The Week
  5. I Regret
  6. Dinner Without Grace
  7. Clocks
  8. Strange Affection
  9. Syncronize
  10. Deliver Me
  11. Your Hands On My Skin
  12. Try To Forget
Weblinks DEVISION REDUX:

Webseite: www.devision.rocks/home
Facebook: Facebook
Instagram: @devisionmusic
Bandcamp: Bandcamp
YouTube: @devisionmusic

NITZER EBB

Okay, jetzt geht die Uhr gegen Mitternacht. Die Leute sind nach DEVISION REDUX doch schon langsam durch für den Tag aber einer geht noch. Nachdem im letzten Jahr Douglas McCarthy verstorben ist, haben NITZER EBB ihren Auftritt verständlicherweise 2025 abgesagt, aber bereits angekündigt, dieses Jahr nach Halle zu kommen. Ich persönlich tue mich damit schwer, wenn man mit der Stimme von Doug aufgewachsen ist, zum feiern gerne mal ein „Outch“ in die Luft gebrüllt hat, sich daran zu gewöhnen, dass er nun mal leider nicht mehr da ist. Ich habe bereits vor ein paar Jahren Nitzer Ebb mit Bon Harris am Mikro erlebt und irgendwie das Gefühl gehabt, dass es nicht mehr meine Welt ist. Dieses Jahr hat sich beim Eastside leider wieder gleiches Gefühl eingestellt. Bon macht dafür, dass er jetzt derjenige ist, der das sagen hat, einen guten Job. Natürlich bewegt er sich anders auf der Bühne und auch sein Stil zu shouten ist zum Glück ein anderer. Er versucht nicht Doug zu kopieren, sondern setzt dem Ganzen seinen eigenen Stempel auf. Das Publikum feiert ihn dafür. Zu Recht! Einige Neuinterpretationen klingen deutlich moderner ohne sich zu weit vom Original zu entfernen. Nitzer Ebb schaffen es, keine Kopie ihrer selbst zu werden. Aber doch bleibt für mich ein bisschen Wehmut. Ist es besser, nach solch Schicksal die Band gleich mit zu beerdigen? Wir werden es nicht wissen, da jeder für sich seinen Frieden damit finden muss. Halle feiert laut und in die frische Nacht! Besser kann so ein Tag kaum enden.

Setlist NITZER EBB
  1. Hearts And Minds
  2. Control, I’m Here
  3. Blood Money
  4. For Fun
  5. Lightning Man
  6. Captivate
  7. Payroll
  8. Once You Say
  9. Come Alive
  10. Cherry Blossom
  11. Fun 2 Be Head
  12. Godhead
  13. Join In A Chant
  14. Let Your Body Learn
  15. Murderous
  16. Violent Playground
  17. I Give To You
Weblinks NITZER EBB:

Webseite: www.nitzerebbprodukt.com/
Facebook: @NitzerEbbProduktTour
Instagram: @nitzerebb

Fazit 1. Tag

Wer denkt, dass man nach Nitzer Ebb ins Bett hüpfen muss, hat die Rechnung ohne den DJ gemacht. Dieses Jahr steht kein geringerer als Richard Silverthorn (Mesh) an den Turntables und beschallt den Platz und lädt zum Tanzen ein.

Es hat sich wieder einmal mehr als gelohnt, von Hamburg nach Halle zu fahren. Hier fühlt man sich zu Hause. Die Veranstalter haben sich viel Mühe gegeben und es hat sich wieder einmal ausgezahlt. Natürlich kann man immer sagen, ich hätte lieber diesen oder jenen Act gerne gesehen. Auch meine Wunschliste ist noch lang. Trotzdem hat der Freitag einmal mehr gezeigt, warum das Eastside Festival in der vierten Auflage wieder ein voller Erfolg ist. Und das war erst Tag 1. Der Samstag wird noch lang und verspricht ein tolles Programm.


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