GIANT ROOKS – Düsseldorf, Mitsubishi Electric Halle (10.10.2026)

Giant Rooks, © Sabine Jandeleit
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Lesedauer: 3 Minuten

Zwischen Sonnenblumen und Abriss: Der Triumphzug von Giant Rooks in Düsseldorf

Im Rahmen ihrer „If Heaven Exists, This Might Be It“-Tour lieferte die fünfköpfige Band aus Hamm gestern Abend ein dramaturgisch meisterhaftes Set ab. Es war eine Demonstration musikalischer Reife, getragen von präzisem Songwriting, energetischer Wucht und einer außergewöhnlichen Publikumsnähe. Die Band, umrahmt von einem visuell bestechenden, minimalistisch-eleganten Bühnenbild. Die cinematische Lichtkunst schlägt die perfekte Brücke zwischen Club-Intimität und Hallen-Größe, mit knapp 5.500 Fans.

Das Publikum präsentiert sich als eine Mischung aus einer modernen Indie-Generation: eine stilbewusste Mischung aus Anfang-Zwanzigjährigen in Oversized-Vintage-Looks, langjährigen Wegbegleitern und Pop-Enthusiasten.

Live-Dynamic: Null Distanz, maximale Energie

Vergiss das Klischee von der unnahbaren Indie Band, die cool im Scheinwerferlicht herumsteht. Die Giant Rooks funktionieren anders. Ihr Vibe ist eine Mischung aus der ganz großen Euphorie und tiefer, ehrlicher Melancholie. Vom ersten Akkord an zeigt sich, womit die Rooks ihr Publikum im Sturm erobern: pure, physische Energie, die dich sofort mitreißt. Frederik Rabe ist ein Derwich an vorderster Front, er singt sich mit seiner Reibeisenstimme die Seele aus dem Leib, rennt, springt und verausgabt sich völlig. Aber das ist keine One-Man Show. Die ganze Band, bestehend aus Finn Schwieters (Gitarre), Finn Thomas (Schlagzeug), Jonathan Wischniowski (Synthesizer, Piano) und Luca Göttner (Bass), spielt wie im Rausch. Die Bässe vibrieren im Körper, die Synthies treiben dich vorwärts, und das Publikum reagiert sofort. Niemand steht still. Die Band gibt alles, und das Publikum gibt es doppelt zurück.

Das Publikum im Bann der Magie und Euphorie

Zu den Markenzeichen der Band gehören jene Momente, in denen die monumentale Hallenproduktion plötzlich in sich zusammenfällt, um Platz für absolute Intimität zu schaffen. Auf einer kleinen Zusatzbühne, unter einer „Straßenlaterne“ steht die fünfköpfige Band auf engstem Raum, mitten im Publikum. Stille, einmalige, intime Club-Atmosphäre, gebanntes Zuhören. Unbeschreiblich schön und ein absolutes Gänsehautfeeling. Zur Belohnung und um die Stimmung wieder auf „Laut“ zu stellen, gab es dann eine Premiere zu einem neuen Song vom neuen Album, dem dritten Studioalbum „If Heaven Exists, This Might Be It“, das am 16.10.2026 veröffentlicht wird.

Absolute Hightlights des Abends waren wohl die größten Hymnen der Band, „Wild Stare“ & „Watershed“, die maximal textsicher vom Publikum mitgesungen wurden. „Morning Blue“ entwickelte sich zu einer absoluten Live-Überraschung und wurde zu einer extrem tanzbaren Disco-Nummer. „The Waves“ ein Song aus dem neuen Album hinterließ einen bleiben Eindruck. Eingeleitet von Trompeten entwickelte sich das Stück über knapp sechs Minuten zu einer wahnsinnigen, opulenten Klangwalze. Besonders begeisterte Fred Rabe bei diesem Song, mit einem zweisprachigen Perspektivenwechsel, da seine französische Duett-Partnerin Solann bei der Tour nicht dabei ist. Er wechselte dabei fließend zwischen den englischen Strophen und den melancholischen, französischen Antworten.

Fazit: Mehr als nur ein Hype

Die Rooks haben bewiesen, dass sie endgültig aus den engen Schuhen der deutschen Indie-Hoffnung herausgewachsen sind. Sie haben die seltene Reife erlangt, den gigantischen Erwartungen des Musikbusiness standzuhalten, ohne dabei auch nur einen Funken ihrer rotzigen, jugendlichen Spielfreude einzubüßen. Was dieses Konzert so besonders macht, ist das Gefühl, Zeuge von etwas Größerem zu sein. Während andere Acts auf sterile Perfektion setzen, riskieren die Rooks auf der Bühne alles, schwitzen, improvisieren und lassen die Mauern zwischen Band und Fan komplett einstürzen. Die Zeichen stehen unaufhaltsam auf internationalem Triumphzug.

Setlist GIANT ROOKS @ Düsseldorf, Mitsubishi Electric Halle (10.10.2026):
  1. The Better Life
  2. Blood on the Dashboard
  3. Heat Up
  4. Bright Lies
  5. Bedroom Exile
  6. Pink Skies
  7. Slow Dance (for a Minute)
  8. New Estate
  9. Mia & Keira (Days to Come)
  10. What I Know Is All Quicksand
  11. Parachute
  12. Want It Back
  13. Fight Club
  14. Morning Blue (+ Morning Blue Disco)
  15. 100 mg (requested by couple celebrating their first anniversary)
  16. The Waves
  17. Somebody Like You
  18. The Big Night Out (Z)
  19. Wild Stare (Z)
  20. Watershed (Z)

„Danke für die Blumen“: Zitat Fred Rabe (nachdem ihm Sonnenblumen auf die Bühne zugeschmissen wurden)

 

Weblinks GIANT ROOKS:

Webseite: www.giant-rooks.com/
Facebook: @giantrooks
Instagram: @giantrooksmusic


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