KAFFKIEZ – Köln, Palladium (12.04.2026)

Kaffkiez, © Sabine Jandeleit
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Lesedauer: 3 Minuten

4.500 Fans stehen am Sonntagabend tiefenentspannt in der Schlange vor dem ausverkauften Palladium in Köln. Die Erwartung ist spürbar, die Stimmung gelöst. Drinnen wartet ein Abend, der genau das verspricht, was Kaffkiez in den letzten Jahren aufgebaut haben: Nähe, Energie und dieses besondere Gemeinschaftsgefühl, das ihre Konzerte auszeichnet.

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Den Auftakt machen Corduroy County, eine aufstrebende Alternative-Rock-Band aus Pinneberg bei Hamburg. Tristan Boriß (Gesang), Carlotta „Lottie“ Margono (Bass/Gesang), Elva Kosciesza (Gitarre) und Sönke Neumann (Schlagzeug) kennen sich seit ihrer Schulzeit und arbeiten seit 2023 konsequent an ihrem eigenen Sound. Der bewegt sich irgendwo zwischen Alternative, Grunge und Indie, mit hörbaren Einflüssen von Bands wie Nirvana oder den Pixies, aber auch mit einem spürbaren Hang zu modernen Acts. Gleichzeitig schwingt in ihrer Musik ein deutlicher Vintage-Touch mit, warm, direkt und bewusst ungeschliffen.

Was Corduroy County auf die Bühne bringen, wirkt dabei angenehm unverstellt. Kein überladener Sound, kein unnötiger Schnickschnack, stattdessen handgemachte Musik, die lebt. Besonders auffällig ist der Wechselgesang zwischen Tristan und Lottie, der den Songs Dynamik und Tiefe verleiht. Dazu kommt eine spürbare Spielfreude, die sich schnell auf das Publikum überträgt.

Auch optisch bleibt die Band ihrem Stil treu: 70er-Jahre-Vibe, reduziert, fast schon zeitlos. Es entsteht eine Atmosphäre, die gleichzeitig nostalgisch und frisch wirkt. Zwischen Melancholie und Aufbruch schaffen sie es, das Publikum mitzunehmen, nicht spektakulär, sondern ehrlich. Ein Support, der neugierig macht auf das, was in Zukunft noch kommt.

Weblinks CORDUROY COUNTY:

Webseite: corduroycounty.com/
Instagram: @corduroycountymusic
YouTube: @corduroycounty

Während des Umbaus übernimmt Köln selbst das Programm: „Viva Colonia“, „Bella Napoli“, das Publikum singt lautstark mit und zeigt, dass die Stimmung längst da ist, bevor der Hauptact überhaupt begonnen hat.

Um 21:00 Uhr betreten Kaffkiez die Bühne, und sofort ist klar, wer hier den Raum kontrolliert. Johannes Eisner steht im Mittelpunkt, zieht das Publikum mit seiner Präsenz und seiner markanten, rauen Stimme direkt in den Bann. Von der ersten Minute an ist Bewegung im Raum: springen, tanzen, mitsingen. Stillstand gibt es praktisch nicht. Das Wir-Gefühl, das sich durch das aktuelle Album „Wir“ und die dazugehörige Tour zieht, wird hier nicht nur transportiert, sondern gelebt. Kaffkiez liefern keinen distanzierten Auftritt, sondern schaffen ein gemeinsames Erlebnis, bei dem Bühne und Publikum zunehmend miteinander verschmelzen.

Man merkt der Band an, dass sie seit Jahren als Einheit funktioniert. Die Interaktion wirkt nie einstudiert, sondern spontan, fast wie Gespräche unter Freunden. Eisner dirigiert die Menge, lässt Refrains vom Publikum tragen, baut Nähe auf, ohne künstlich zu wirken. Musikalisch trifft seine Reibeisenstimme auf druckvolle Gitarren, treibende Drums und genau die Melodien, die sich sofort festsetzen. Diese Mischung aus Dreck, Energie und Eingängigkeit ist es, die den Sound der Band live so wirkungsvoll macht.

Zwischen all der Energie setzen sie gezielt Kontraste. Für „Galaxis“ verlässt die Band die Bühne und spielt mitten im Publikum am Piano, ein Moment, der alles kurz herunterfährt und gleichzeitig unter die Haut geht. Für einen Augenblick scheint der Raum stillzustehen. Kurz darauf dreht sich das Geschehen wieder nach vorne: Liebeskreise entstehen, die Crowd wird Teil der Dynamik. Die „Tommi“-Coverversion von AnnenMayKantereit wird lautstark gefeiert, während Songs wie „Nie allein“, „Himmelblau“ und „Alles auf Anfang“ längst Hymnenstatus erreicht haben. Hier singt nicht nur das Publikum mit, sondern es trägt den Abend spürbar mit.

„Wie krass ist Köln?“ fragt Johannes Eisner, und bekommt die passende Antwort. Spätestens als Querbeat als Überraschungsgast auf die Bühne kommen und gemeinsam „Guten Morgen Barbarossaplatz“ spielen, kippt die Stimmung endgültig in kollektive Ekstase. Das Palladium wird zur Partyfläche, die Energie erreicht ihren Höhepunkt. Kaffkiez zeigen an diesem Abend eindrucksvoll, warum sie sich vom einstigen Projekt aus Rosenheim zu einer festen Größe im deutschsprachigen Indie-Rock entwickelt haben. Ein Abend voller Dynamik, Nähe und echter Momente.

Setlist KAFFKIEZ – Köln, Palladium (12.04.2026):
  1. Die Sonne scheint
  2. Du bist Schuld
  3. 4000 Grad
  4. Zum ersten Mal nice
  5. Vorhang Auf
  6. Mut
  7. Himmelblau
  8. Benz
  9. Mitte 20
  10. Du sagst
  11. In Nächten wie diesen
  12. Hast du noch Zeit
  13. Sommer mit dir
  14. Galaxis (Piano Version)
  15. Tommi (AnnenMayKantereit cover) (Refrain only)
  16. Keine Stadt
  17. Capri Sonne
  18. Guten Morgen Barbarossaplatz (Querbeat cover) (with Querbeat)
  19. Frei
  20. Nie allein
  21. Scheissegal
  22. Alles nur gelogen (Z)
  23. Halb so schön wie du (Z)
Weblinks KAFFKIEZ:

Webseite: kaffkiez.com/
Facebook: @kaffkiez
Instagram: @kaffkiez
YouTube: kaffkiez


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