TASH SULTANA – Berlin, Badehaus (12.09.2016)

Tash Sultana, ┬ę Oliver Beige
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Tash Sultana sah erleichtert aus – nach der Odyssee die ihr gesamtes Equipment hinter sich gebracht hat ist das auch kein Wunder. Aber fangen wir vorne an:

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2 Tage vor Tash Sultanas angek├╝ndigter Show in Berlin im Badehaus landet sie in Tegel. Allerdings ohne ihre komplette Ausstattung. Die liegt noch irgendwo zwischen Melbourne (Australien) und Deutschland. Tash Sultana versucht das Ganze ├╝ber die Facebookseite ihrer Airline zu kl├Ąren, doch sie erh├Ąlt keine R├╝ckmeldung. 24 Stunden sp├Ąter: Fans haben ihr Equipment gesichtet und fotografiert – Unbeaufsichtigt in Singapur. Sp├Ątestens jetzt sollte die Fluggesellschaft reagieren, aber es tut sich nichts. Mittlerweile haben sich vor allem australische Medien eingeschaltet. Radiosender, Zeitungen und Fernsehen berichten bereits ├╝ber das verloren gegangene Gep├Ąck. Gegen Abend dann endlich die R├╝ckmeldung der Airline: Gro├čes Sorry, alles wird nachgeschickt. Noch ist allerdings nicht klar, ob der Gig am Abend stattfinden kann. 5 Stunden vorher kam dann aber die Meldung ├╝ber Facebook: alles bleibt beim Alten. Nur Tash Sultana ist, wie sie auch selbst auf der B├╝hne zugibt, etwas durch den Wind.

Doch auf die allgemeine Stimmung ist das nicht umgeschlagen. Vor allem die sehr private Location im Badehaus brachte die Stimmung eines Wohnzimmerkonzertes auf. Obwohl die Tickets schon Wochen zuvor ausverkauft waren, war das Badehaus nur zur H├Ąlfte mit Menschen gef├╝llt – super angenehm f├╝r alle die da waren, umso ├Ąrgerlicher f├╝r die daheim Gebliebenen.

Tash performte ihr komplettes Album durch, quatschte zwischen jedem Song mit dem Publikum, stellte Fragen und erz├Ąhlte zu einigen Songs ihre Entstehungsgeschichte. Au├čerdem plauderte sie ein bisschen ├╝ber ihren, ein Jahr zur├╝ckliegenden, Trip nach Berlin, in dem sie unter anderem im bekannten Club Syssiphos feiern war – doch diese Geschichte f├╝hrte sie dann nicht weiter aus als ihr einfiel, dass ihr Vater ja auch im Publikum steht, um sich nach dem Konzert ums Merchandise zu k├╝mmern.

Wer sich schon einmal einen live Auftritt von Tash Sultana angeguckt hat, der wei├č, dass sie w├Ąhrend des Gitarrespielens und Steuerung der Loops alles um sich herum ausschaltet, um sich in ihren einzigartigen Sounds zu verlieren. Sie verliert ihre Cap, ihre Haare fliegen ihr ins Gesicht und sie kr├╝mmt sich immer weiter zusammen w├Ąhrend sie das Gesicht zur Musik verzieht wenn sie gerade nicht singt. Und als w├╝rde das, was dabei rauskommt, nicht schon genug Talent beweisen, kann Tash Sultana selbstverst├Ąndlich auch Beatboxen. Am Ende des knapp einst├╝ndigen Konzerts hat Tash noch ein weiteres, sehr speziellen Highlight vorbereitet. „I’m always doin‘ it“, sagt sie und setzt sich auf einen Stuhl, den sie hinter ihren Instrumenten hervorholt. „Now guys, we all sit down. Sit down guys!“. Und alle folgen ihrer Aufforderung. Der letzte Song wird also komplett im Sitzen performt und auch vom Publikum im Sitzen erlebt. G├Ąnsehaut pur!

Nach dem Gig stellt sich Tash an den Tresen wie ein ganz normaler Barbesucher und quatscht mit einem Bier in der Hand mit ihren Fans w├Ąhrend ihr Papa T-Shirts und CDs verkauft. Nach der Hektik und dem Chaos der letzten Tage ist am Ende also doch alles gut ausgegangen. Was f├╝r ein absolut grandioser, famili├Ąrer Abend!

Fotos: Oliver Beige

Geschrieben von
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