METRIC & LEYYA – Köln, Die Kantine (23.10.2015)

METRIC & LEYYA - Köln, Die Kantine (23.10.2015)
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Für einen sphärischen Einstieg in den Abend sorgen um Punkt 19:30 Uhr Leyya aus Wien [GALLERY]. Eigentlich besteht die junge Band nur aus dem Duo Sophie (Vocals + Keys) und Marco (Gitarre + Synthies), wächst jedoch live meistens zu einem Quartett heran, welches den Sound um Drums, Bass/Synth Bass erweitert. So auch heute im Vorprogramm der Kanadier Metric: Drückende kreative Basslines verschmelzen mit (E-)Drums und bilden so einen Kontrast zu Sophies klarer gehauchter Stimme, die an Emma-Louise (My Head Is A Jungle) erinnert. Leider ist das Drumset etwas laut im Verhältnis zuMETRIC & LEYYA - Köln, Die Kantine (23.10.2015) den übrigen Instrumenten, sodass der Rest der Band etwas untergeht, sobald es etwas energischer bearbeitet wird. Dennoch macht das kurze spannungsreiche Set Lust auf mehr und so findet der in diesem Jahr von Lasvegasrecords veröffentlichte Longplayer Spanish Disco in der Umbaupause reißenden Absatz in digitaler Form sowie Vinyl und CD.

Dann wird es dunkel und ein Spoken-Word Intro lockt Metric [GALLERY, leider waren nur 3 Bilder seitens der Band erlaubt] -zunächst mit in der Beleuchtung unheimlich anmutenden Tierkopfmasken (Hase, Maus, Pferd und Regenbogeneinhorn) und Taschenlampen ausgerüstet- auf die Bühne. Nach kurzem Innehalten fallen die Masken und Emily wird mit einem leuchtenden pfauenfedernähnlichen Rückenschmuck ausgestattet und intoniert sogleich Lie Lie Lie von der aktuellen Platte Pagans in Vegas. Es geht weiter mit Youth Without Youth vom 2012er Release Synthetica, ehe sie mit Help I’m Alive einen Klassiker von Fantasies aus dem Jahr 2009 spielen. Das Publikum nimmt die Animationen der Band dankbar an: Es wird gehüpft, geklatscht und mitgesungen, was wiederum die Band noch mehr anheizt. Als nächste Songs haben sie Too Bad, So Sad und Cascades von der aktuellen CD in die Liste gepackt, sowie Black Sheep vom Scott Pilgrim vs. The Rest Of The World OST (2010). Mit den gefeierten Satellite Mind, Collect Call und Gold Guns Girls machen sie wieder einen Abstecher in die Fantasies-Ära, bis The Shade aus diesem Jahr den Abschluss den Mainsets bildet. Sehr begeistert aufgenommen wird zudem Emilys kurzer deutschsprachiger a-capella dargebotener Song, den sie vor Gold Guns Girls einschiebt.

Seit ihrem letzten Auftritt in Köln im Mai 2009 hat sich wirklich einiges getan, denn es soll an diesem Abend nicht nur bei den Masken bleiben. Emilys zugegebenermaßen fast schon spärlich anmutendes Grundoutfit (seeehr enges Lederoberteil mit Ausblick und fransige Hotpants) wird fast bei jedem Song durch ein anderes Gimmick bereichert und auch die Kerle wissen sich mit LED-Brillen in Szene zu setzen. Zudem bieten sie in der Kantine im Vergleich zum Luxor einiges mehr an (Stroboskop-)Lichteffekten. METRIC & LEYYA - Köln, Die Kantine (23.10.2015)Was sich -zum Glück!- nicht verändert hat, ist die ausgelassene Energie, die das Quartett von der Bühne strahlt und Emilys herzliche Publikumsnähe. Diese äußert sich nicht nur durch Augenkontakt, sondern auch dadurch, dass sie es sich nicht nehmen lässt, während eines Songs die Bühne zu verlassen, um Hände zu schütteln und abzuklatschen.

Da es sich bei diesem Abend um den Tourabschluss handelt, der gebührend gefeiert werden muss, heißt die erste vom Publikum energisch eingeforderte Zugabe Celebrate. Dann wird das explosive Empty angestimmt, das durch einen Improvisationsteil zur Begeisterung aller seine eigentliche Spieldauer um einiges überschreitet. Darauf folgt das ruhige Gimme Sympathy, ehe der Abend mit Breathing Underwater (diesmal in Originalsprache) seinen gebührenden Ausklang findet und Emily verspricht, dass der nächste Gig in Köln keine weiteren 6 Jahre ins Land ziehen lässt.

Setlist METRIC @ Köln, Die Kantine (23.10.2015):
01. Lie Lie Lie
02. Youth Without Youth
03. Help I’m Alive
04. Too Bad, So Sad
05. Cascades
06. Black Sheep
07. Satellite Mind
08. Collect Call
09. Synthetica
10. Gold Guns Girls
11. The Shade
12. Celebrate (Z)
13. Gimme Sympathy (nur mit E-Gitarre) (Z)
14. Breathing Underwater (Z)

Fotos: André Techert

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