dEUS – Selected Songs 1994 – 2014

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9 Bewertung

9

Eine Compilation ohne einen einzigen neuen Song, die kurz vor Weihnachten auf den Markt geschmissen wird? Ein Schelm, der Böses dabei denkt 
 sollte man meinen, aber weit gefehlt, denn die Urheber dieses Meisterwerkes sind niemand Geringeres als dEUS, die Avantgardegötter aus Belgien. Mit ihrem unvergleichbaren Mix aus Indie, Pop, Punk, Jazz und allem anderen, was die Musikbranche zu bieten hat, verzĂŒcken die Mannen um SĂ€nger und Gitarrist Tom Barman und Keyboarder Klaas Janzoons bereits seit mehr als 20 Jahren ihre Fans.

1991 als Coverband in ihrer Heimatstadt Antwerpen gegrĂŒndet, merkte die Band schnell, dass ihre Zukunft in der Erarbeitung eigener StĂŒcke liegt.
Mit der großartigen Single Suds & Soda begann 1994 die eigentliche Karriere dieser Band, die es wie kaum eine andere versteht, auf einem Longplayer so viele Stilrichtungen unterzubringen, dass man mit dem ZĂ€hlen nicht mehr nachkommt. Zwar reichte es bei sĂ€mtlichen Singleauskopplungen, von denen Roses wohl die bekannteste ist, nie zu vorderen Platzierungen in den Charts, aber das muss ja erfahrungsgemĂ€ĂŸ kein Gradmesser fĂŒr die QualitĂ€t der Musik sein.

Anders als ihr bislang einziges Compilationalbum No more loud music aus dem Jahr 2001, auf dem ausschließlich sĂ€mtliche Singles von 1994 bis 2001 enthalten sind, handelt es sich hierbei –wie der Name schon sagt– um eine persönlichere, offenere Zusammenstellung, die zwar auch einen Großteil der bisherigen Einzelveröffentlichungen beinhaltet, jedoch im gleichen Umfang auch einige andere Perlen aus ihren bisherigen sieben Studioalben enthĂ€lt, wobei auffĂ€llig ist, wie gleichmĂ€ĂŸig die Titel den vorangegangenen Platten entnommen wurden.

Wie bei jeder anderen derartigen Zusammenstellung hat natĂŒrlich jeder Fan seine ganz persönliche Best of-Liste, die nicht unbedingt mit dem nun herausgebrachten TontrĂ€ger ĂŒbereinstimmt, aber ich denke, dass –egal ob jahrelanger Fan oder Neueinsteiger– jeder sehr gut mit der hier vorgenommenen Auswahl leben kann.

Das neue Album kommt als Doppel-CD daher und beide Scheiben sind randvoll mit fantastischen Songs, wobei eine gesunde Mischung von toll arrangierten Pop/Rock und herrlich schrĂ€gen StĂŒcken, die in keine gĂ€ngigen Schubladen passen, gefunden wurde.

WĂ€hrend die erste CD deutlich rockiger ist und man immer wieder ĂŒber die Experimentierfreude bei den Kompositionen ins Staunen gerĂ€t, lĂ€dt der zweite TontrĂ€ger mit seinen durchweg ruhigen StĂŒcken immer wieder zum TrĂ€umen ein. Mit Ausnahme von Theme From Turnpike vielleicht, wurde auf die Einbeziehung extrem sperriger Songs verzichtet. Dies bedeutet allerdings nicht, dass man nur poppigen Mainstream zu erwarten hat.
Auf Anspieltipps verzichte ich bewusst, da sich bei dieser Bandbreite der Songs das Hervorheben einzelner Songs doch sehr schwierig gestaltet.

Wenn man eine der interessantesten und aufregendsten Indie-Bands der letzten Jahre kennenlernen möchte, ist man mit diesem TontrĂ€ger bestens bedient. FĂŒr diejenigen, die eh schon alle Platten von dEUS haben, ist der Erwerb dieser CD verzichtbar, da leider –und dies ist das einzige Manko– keine neuen Songs enthalten sind. Sollte jedoch noch die eine oder andere Platte in der Sammlung fehlen, fĂŒhrt kein Weg an dieser Compilation vorbei.

Tracklist CD 1:
01. Instant Street
02. The Architect
03. Little Arithmetics
04. Constant Now
05. Hotellounge (Be The Death Of Me)
06. Slow
07. Roses
08. Via
09. Quatre Mains
10. Fell Off The Floor, Man
11. Sun Ra (Live at A38 Budapest, 03.03.2012)
12. Suds & Soda
13. Theme From Turnpike
14. Ghost
15. Bad Timing

Tracklist CD 2 – The Real Sugar:
01. The Real Sugar
02. Nothing Really Ends
03. Serpentine
04. Magic Hour
05. Eternal Woman
06. Right As Rain
07. Include Me Out
08. 7 Days, 7 Weeks
09. Nothings
10. Wake Me Up Before I Sleep
11. Smokers Reflect
12. Secret Hell
13. Magdalena
14. Disappointed In The Sun
15. Twice (We Survive)

Autor: Frank Uhlen

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