Miss Kittin & The Hacker – Two

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Miss Kitten & The Hacker – Two


Miss Kittin (Caroline Herv├ę) & The Hacker (Michel Amato) veröffentlichen ihr neues Album ?Two?. Beide Künstler sind bei weitem kein unbeschriebenes Blatt, fungieren sie doch beide als Autoren, Musiker, DJs und Produzenten. In den 90ern lernten sich Miss Kittin und the Hacker auf einem Rave in Grenoble, Frankreich kennen. Ab 1996 taten sich die beiden kreativen Köpfe zusammen und produzierten gemeinsam ihr "First Album", ein Album bestehend aus Perlen perfektem Elektropop. Schlappe acht Jahre später kann man nun die neue CD ?Two? genießen.

Wir befinden uns im Soundlabor von Professor Hacker und Doktor Kittin. Die Maschinen generieren zufällig berechnete Soundscapes. Plötzlich gibt es einen Knall. Die Maschine bewegt sich, pulsiert unaufhörlich. ?The Womb?, scheint unaufhörlich zu schreien. Eine paradiesische, ferne, weibliche Stimme ertönt. Der Anfang des Experiments ist gemacht. Wir sehen uns um. Als der Nebel sich verflüchtigt, erkennen wir das Labor. Man sieht viele synthetische Musikinstrumente, Mikrophone, Effektgeräte, seltsam anmutende Gerätschaften, Leinwände, eine Bare mit einem kaum wahrzunehmenden Objekt unter einem weißen Laken. Langsam werden die Forscher sichtbar, die den Startpunkt für ein neues Experiment geben. Und was für eins! ?1000 Dreams? [Videolink] heißt es. Es bringt uns mit seinen atmosphärischen Flächensounds, treibenden Beats und Basslines zu schweben. Schwerelos treiben wir langsam Richtung Labordecke, der Klang zieht uns die Erdanziehungskraft aus dem Körper. Nie mehr möchten wir ins normale Leben, auf den Boden der Tatsachen zurück. Doch schon generiert die Machine erneut jene fremden, unwirklichen Töne. Es gibt kein Entkommen, denn Experiment Nr. 3 hat es in sich: immer wiederkehrende, sich stetig wiederholende Muster entwickeln sich vor dem geistigen Auge. Und sei das nicht genug, bringt uns ?Party in my Head? nun endgültig um den Verstand. Wir haben den Eindruck, als hätten die Forscher das junge Blut von ?Blondie? injeziert, um die New Wave-Musik der 70er zu klonen und zum Leben zu erwecken. Und das lassen wir uns sehr gerne gefallen. Wir beobachten das wilde Treiben, die Muskelstränge unserer Beine beginnen zu zucken und sich rhythmisch zu bewegen. Nun setzt sich Frau Doktor Kittin in ein futuristisches Gefährt, eine Mischung aus Batmobile und Hoverkraft, und testet, welche Auswirkugen das Cyberspace auf das Vehikel hat. ?Indulgence? soll das neue Gefährt heißen. Ein gut klingender Name, den Kittin verzerrt durch ein Megafon schreit. Aber es wird Zeit für etwas besinnliches, ruhigeres. Elektrische Ströme durchwirken den künstlichen Menschen, der auf der Bare liegt. Wird es das Experiment ?Emotional Interlude? schaffen, Leben in das Monster zu hauchen? Ja, der Proband bewegt sich, wippt leise mit dem Fuß im Takte des Rhythmus. Die Maschinen kollabieren fast bei all der Energie, die hier freigesetzt wird. Doch am Ende des Versuches ist alles gut. Ein künstlicher Mensch wurde erschaffen. An wen erinnert uns das Monster mit seiner dunklen Haartolle? Erinnerungen an ?den King? werden wach. ?Suspicious Minds? ertönt in den heiligen Hallen des Labors. Die allgemeine Anspannung macht absoluter Euphorie Platz. Wieder ist ein Experiment geglückt. So macht Wissenschaft Spaß!

Professor Hacker bringt eine weitere Maschine ans Laufen. Glückselige ?Kling Klang?-Sounds erschallen. Kittins eigene Note kommt hinzu. Es puckert, es blitzt, wohlige Flächen kommen hinzu. Wir befinden uns in der ?Elektronic City?, einem Ort, den wir am liebsten nicht mehr verlassen möchten. Das Monster wird einem Konditionstest unterzogen. Wird es durch den treibenden Takt, die pressenden Basslines und himmlischen Sounds von ?Inutile ├ëternit├Ę? in Verzückung geraten und dem Test auf dem Laufband bestehen? Ja, er hat es geschafft, denn er konnte nicht anders, als die Energie aufzusaugen und ohne Probleme wieder in die Atmosphäre weiterzuleiten. Der Tag geht zu Ende, ein letztes Experiment wird vorbereitet. Doktor Kittin steht in einem virtuellen Tunnel, ihre ?Ray Ban? auf der Nase. Ein letzter Check der Maschinen, es kann bald losgehen. Nur noch wenige Minuten. Doch plötzlich verschwimmt das Bild, etwas läuft aus dem Ruder. Wir wollen das Labor nicht verlassen! Es gibt noch soviel zu erleben. Doch der anfängliche Nebel kommt zurück und nimmt uns die Sicht. Ein kurzes Aufflimmern von Experiment Nummer Nr.2 lässt uns melancholisch und traurig zurück. Wir müssen unbedingt zurück, irgendwann, und hoffentlich sehr bald!

Tracklist:
01. The Womb
02. 1000 Dreams
03. Pppo
04. Party In My Head
05. Indulgence
06. Emotional Interlude
07. Suspicious Minds
08. Electronic City
09. Inutile ├ęternit├ę
10. Ray Ban
11. 1000 Dreams (Reprise)

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Autor : Frank Stienen

Weblinks:

Miss Kittin & The Hacker @ Myspace

Video zu "1000 Dreams"

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