ALEXX WESSELSKY (EISBRECHER) im Interview: „Ich schaue nicht mehr zu Rammstein auf!“

Eisbrecher ┬ę Sandro Griesbach
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2003 gr├╝ndeten Alexander Wesselsky und Jochen „Noel Pix“ Seibert Eisbrecher. Der Beginn einer gro├čen Erfolgsstory. Von Album zu Album wurde die Fangemeinde gr├Â├čer, heute headlinen die Bayern Szene-Festivals und geh├Âren zu den erfolgreichsten Bands Deutschlands. Anfang Mai gehen Eisbrecher auf Tournee – mit den besten Songs ihrer Karriere. Zu diesem Anlass sprach Monkeypress-Autor Alf Urbschat mit Frontmann Alexx. Und der war wie gewohnt sehr redselig …

Lass Dir den Beitrag vorlesen:

Nachdem du bei Megaherz ausgestiegen bist, h├Ąttest du gedacht, dass Eisbrecher so ein langfristiges Projekt werden k├Ânnte?

Pah, gute Frage! Ich glaube, ich denke von jetzt bis nachher. Langfristig kann ich nicht, weil ich keine Ahnung habe, wohin die Reise geht. Ich hatte ja gerade auch die Megaherz-Erfahrung im Gep├Ąck, da merkt man, wie schnell die Zeit voranschreitet. Wobei, sind zehn Jahre eine lange Zeit oder doch nur eine kurze Episode? Das liegt immer im Auge des Betrachters oder der Situation. Aber mit der Erfahrung im Gep├Ąck, wie schnell eine Dekade vor├╝ber ist, habe ich damals f├╝r mich beschlossen, ├╝berhaupt keine besonderen Erwartungen zu haben, sondern lieber etwas aus der Zeit zu machen. Carpe Diem, nimm die Zeit, die Du hast, mache das Beste daraus und schau, wie weit Du kommst. Wir haben damals angefangen mit dem Namen und haben wie die alten R├Âmer angefangen, einen Weg zu pflastern. Wir wissen nicht, wie lange die Kraft reicht. Solange sie reicht, legen wir immer wieder einen weiteren Stein vor den anderen.

Schaut man da auch mal zur├╝ck?

Eine lange Zeit ├╝berhaupt nicht. Jetzt, nach 15 Jahren, war dann doch mal die Zeit reif, nach hinten zu schauen, was wir schon alles erreicht haben. Und deshalb haben wir dann auch diese Retrospektive gemacht. Wir mussten uns da wirklich klar machen: „Verflucht, es sind schon 15 Jahre vergangen. Guck mal auf den langen Weg, den wir schon zusammen geschafft haben.“ Oder h├Ątten wir mehr schaffen k├Ânnen? Das liegt wohl im Auge des Betrachters. Wir haben zumindest f├╝r uns einen Punkt erreicht, dass wenn wir ins Stolpern geraten sollten, auch ein St├╝ck weit fallen k├Ânnen, ohne dass wir auf der Fresse landen. Das muss man sich ja erst einmal erarbeiten. Weil wenn du nach ganz weit unten f├Ąllst, hast du keine Sicherheit. Das ist dann wie Selbstmord aus dem Kellerfenster.

Das ist ein komischer VergleichÔÇŽ

Ja, man kann es auch anders formulieren. Wir sind seit 15 Jahren da und es gibt uns immer noch. Das ist in der heutigen Medien- und Musiklandschaft bestimmt nicht selbstverst├Ąndlich. W├Ąhrend so einige Bands oder Projekte, die man unterwegs getroffen hat, nicht mehr da sind, oder wieder da sind, oder irgendwo auf Zeltdiscos tingeln m├╝ssen. Das muss man schon mal klar sagen, darauf d├╝rfen wir stolz sein.

Gab es auch mal Zweifel?

Zweifel? Nein, glaube nicht, aber es gab oft genug den Moment, wo du dachtest: „Ich habe keinen Bock mehr. Ich hab doch was Ordentliches gelernt, warum also den ganzen Mist? Zur Not k├Ânnte man immer noch Klos putzen, Taxi fahren oder egal was werden. Warum tue ich mir das an?“ Aber es ist immer wieder, immer noch wert, das zu machen, was wir jetzt gerade machen. Und man schmei├čt ja auch nicht einfach so 15 Jahre weg. Von daher Daumen dr├╝cken oder Sorry an alle, die uns nicht m├Âgen, wir machen weiter! (lacht) Ich kann mir jetzt die gleiche Antwort geben wie damals, ich hab keine Ahnung, was jetzt kommt oder im n├Ąchsten Jahr.

Aber wir werden ja trotzdem alle ├Ąlter, oder?

Eisbrecher ┬ę Sandro Griesbach

Leider ja. Der Unterschied zu damals ist, dass mir heute schneller das Kreuz wehtut und ich mit dem Bike nicht mehr so schnell den Berg rauf radeln kann. Das liegt allerdings eher an den Zigaretten, ich sollte vielleicht mal die Marke wechseln.

Bist du starker Raucher?

Nat├╝rlich nicht! ­čśë Aber ich wei├č, wie es geht. In Zeiten, wo Rauchen sowas von uncool ist und man sich als Rockstar dadurch definiert, dass man sagt: Wenn Sex, dann nur mit der Frau, mit der man seit 25 Jahren zusammen ist, zwei Kinder hat und seinen Job als Rock`nÔÇśRoll-Beamter durchzieht und sagt, dass man um acht aufsteht und um zehn schlafen geht und wahnsinnig diszipliniert ist. So bin ich inzwischen auch. V├Âllig klar, deswegen hat man das Ganze ja gemacht, um sich etwas aufzubauen ÔÇŽ Ich lebe mittelgesund. Aber auch wenn das eigentlich kompletter Unsinn ist, lebe ich ein paar Rock`nÔÇśRoll-Klischees auch heute noch. In Zeiten, wo keiner mehr raucht, kann man sich auch mal eine anstecken, und wenn alle Anzug mit Krawatte tragen, darf es auch gerne mal die Lederjacke sein. Ich bin schon manchmal gerne noch ÔÇŽ anders.

In deiner Rolle hast du nat├╝rlich noch gewisse Freiheiten, die du dir nehmen kannst. Gerade im Vergleich zu dem ÔÇ×normalenÔÇť Angestellten mit Nine-to-five-Job.

Ja, stimmt, ist schon geil, aber auch wir m├╝ssen leider das ganze Paket nehmen. Dazu geh├Ârt bei uns nat├╝rlich auch die totale Unsicherheit, nicht zu wissen, was morgen ist. Wer will denn wirklich sein Hobby zum Beruf machen und sagen: „Ich will mit dem Nightliner durch die Welt fahren, in unbequemen Betten pennen, reihenweise M├Ądels flachlegen und mir einen Haufen Sportwagen in die Auffahrt stellen?“ Wie gr├Â├čenwahnsinnig ist denn der Gedanke? Man merkt, man muss irgendwas anders machen als der Vater, der auf Sicherheit gesetzt hat.

Aber: Wenn ich jetzt mit dem Beamten tauschen w├╝rde, damit ich mehr Sicherheit habe, w├╝rde ich nicht gl├╝cklich werden, weil es mich permanent treibt. Und wenn der Beamte sich sagt: „Ich will das auch, was der da auf der B├╝hne hat“, dann hat der nat├╝rlich auch die permanente Unsicherheit, wann, wieviel und ob Geld reinkommt. Es gab auch schon Zeiten, da konnten wir nicht einmal unsere Miete bezahlen. Du gehst auf Tour und spielst vor ein paar Leuten, die vielleicht klatschen. Wir haben auch schon vor 30 Leuten gespielt. Wenn Du dann drei oder sechs Wochen auf Tour gewesen bist, und statt 3000 Euro zu verdienen, das Geld eher ausgegeben hast und der Briefkasten voll Rechnungen ist, dann musst Du auch zur Not das Geld auf der Baustelle wieder reinholen. Du musst das ganze Paket kaufen.

Das ist die Fairness des Lebens. Du bezahlst alles irgendwie. Mit Spa├č oder mit Freizeit, Sicherheit oder Unsicherheit oder was wei├č ich. Alles hat irgendwo seinen Preis. Wir sind f├╝r alles verantwortlich. Wenn wir ein beschissenes Album machen, die T-Shirts auf Tour h├Ąsslich sind, dann k├Ânnen wir uns hinstellen und br├╝llen, wer f├╝r diese Schei├če verantwortlich ist. Dumm nur, dass dann alle sagen: „Das wart ihr selbst, weil ihr Euer eigener Boss seid.“ Nat├╝rlich will man seinem Boss gerne mal in den Arsch treten, weil er Bockmist verzapft hat, wir k├Ânnen das nicht, weil wir die Entscheidung selbst treffen. Und das Dumme ist, wir k├Ânnen es noch nicht einmal zugeben! Eine Tugend der Menschheit ist es, die Schuld auf andere zu schieben. Bands in unserer Gr├Â├če haben aber keinen, den sie opfern k├Ânnen, weil sie es selbst verzapft haben.

Eisbrecher – Verr├╝ckt (Videoclip)

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Auf welche Momente aus den vergangenen 15 Jahren blickst du besonders gerne zur├╝ck?

Ich erinnere mich sehr gerne an Russland! Wir waren 2007 das erste Mal dort. Wir hatten nat├╝rlich unsere Vorurteile. Der Russe, Russland, der hat dem Opa das Leben zur H├Âlle gemacht und die fressen rohes Fleisch und saufen und was wei├č ich ÔÇŽ Auch wenn die Russen eine tolle WM ausgerichtet haben, der Russe ist hinterh├Ąltig und gemein und b├Âse. Das Russenbashing geh├Ârt nun mal zur deutschen Mentalit├Ąt dazu, geht wohl nicht anders. Aber trotz all diesen Brandings und Blendings kommst Du in dieses Land und stellst fest, dass es doch immer die gleiche L├╝gerei ist. Die normalen Leute sind genau wie wir, die Kids sind wie wir. Die haben Bock drauf und ich habe noch nie so eine Freundlichkeit und Offenheit erlebt wie in Russland. Du musst Dir das vorstellen, jeder, der da ein Ticket kauft, schenkt Dir noch Sachen. Wir reden jetzt nicht von einer Tafel Schokolade, sondern die bauen, basteln, machen und tun. Die stehen mit der Ziehharmonika am Bahnhof und spielen Deine Lieder, schenken Dir Tee ein, und ich glaube, ich meine, wir h├Ątten da bei jedem einziehen k├Ânnen, so gastfreundlich waren die Russen zu uns. Das werde ich nie vergessen! Deswegen fahren wir seitdem auch immer wieder gerne dorthin. Was ich da erlebt habe, sch├╝tzt mich, nicht leichtfertig ein Opfer der Propaganda zu werden. Ich bin nicht blind, aber mir geht es da um die einfachen Leute, ├╝ber die geurteilt wird. In diesem Falle sage ich: Reisen bildet ungemein. Es gibt nicht DEN Russen, ebenso wenig wie es DEN Deutschen gibt. Was noch eine gute Erfahrung ist, ist die Tatsache, dass sich f├╝r mich der Effekt auf der B├╝hne nicht abnutzt. Ich gehe immer noch mit der gleichen Spannung und Erwartung auf die B├╝hne. Es geht mir nirgendwo so gut wie on stage!

Ich musste ja ein bisschen recherchieren, um mich auf unser Gespr├Ąch vorzubereiten. Ich wusste, dass es Megaherz gibt und mit dir gab, ich kenne Eisbrecher. Trotzdem bin ich auf Wikipedia gesto├čen, dort werdet Ihr als Band der sog. ÔÇ×Neuen Deutschen H├ĄrteÔÇť oder Dark-Rock bezeichnet. Passt das?

Ich halte von Wikipedia bedingt viel. Wer kontrolliert Wikipedia, wer verfasst die Seiten? Ich muss gestehen, ich habe bisher noch nie unsere Seite auf Wikipedia besucht. Dark-Rock, aha! Neue Deutsche H├Ąrte? Ist das neu, was wir machen? Der Begriff wird ├╝berall draufgenagelt und hat doch nie etwas gebracht. Als es die Neue Deutsche Welle gab, haben viele K├╝nstler viele Platten verkauft, und sie sind auf der Welle gesurft. Aber die Neue Deutsche H├Ąrte war nie surfbar. Wo sind denn die gro├čen Bands der NDH? Wenn wir jetzt Rammstein dazu z├Ąhlen, gibt es Rammstein, aber sonst gibt es gef├╝hlt nichts. Oder fallen Dir zur NDH noch Bands ein, die 5.000 oder 10.000 Platten verkaufen? Wenn es diese Bewegung wirklich gibt, scheint sie keine Fans zu haben. Der Begriff klingt schon irgendwie Schei├če! H├Ąrte, so ein typisch deutscher Begriff wieder. Wir spielen harte Mucke, vielleicht auch Hard Rock. Vielleicht machen wir auch Popmusik. Nenne es, wie Du willst. F├╝r mich machen wir Rock mit deutschen Texten. Und wenn jemand kommt und behauptet, wir machten Hip Hop-Metal, ist mir das ehrlich kackegal. Hauptsache, man nimmt es zur Kenntnis und freut sich dar├╝ber.

Eisbrecher, ┬ę Thomas Papenbreer

Wenn es so einen Begriff wie Neue Deutsche H├Ąrte geben w├╝rde, dann kann es doch nur eine Band geben, die das Recht hat, diesen Begriff zu definieren und das sind Rammstein. Als die Krupps und Oomph! ganz gro├č waren, gab es diesen Begriff nicht. Wenn es darum geht, dass die Neue Deutsche H├Ąrte laut ist, hart und Texte wie Eins, Zwei, Du bist, Ich bin, Deutschland┬áÔÇŽ dann counte ich mich gerne aus.

Das Prinzip Rammstein funktioniert einmal weltweit, zu Recht. Laibach haben es mal probiert – und haben es nicht geschafft.

Wo du Rammstein erw├Ąhnst, schaust du noch zu ihnen auf?

Ich schaue nicht zu ihnen auf, das habe ich hinter mir. Ich war ja auch mal j├╝nger, da war es so. Ich habe immer noch das Ticket von 1995 bei mir h├Ąngen: Rammstein, M├╝nchen, 18 D-Mark, Zuschauerzahl waren keine 80, w├╝rde ich sagen, und ich im Stromlinien-Club in der dritten Reihe. Wenn der Flammenwerfer angeworfen wurde, ist es schon warm geworden am Kopf. Aber es hat schon damals seine Wirkung nicht verfehlt. Ich habe mir damals, bestimmt als einer der Ersten, die Du riechst so gut-Single geholt. Wir haben damals gerade an unserer ersten Megaherz-Demo-CD geschraubt und gewusst, dass da was Gro├čes kommt, das ├╝ber uns hinwegwalzen wird. Die deutsche Musiklandschaft wird ab jetzt neu geschrieben, und wir werden gewaltig hinterherrennen.

Unser Bestreben war irgendwie Alice In Chains, Grunge mit deutschen Texten oder so. Das war der gro├če Plan, bei dem wir schauen wollten, wie weit man kommt. Dann kam Rammstein und panzerte dar├╝ber, und wir fragten uns nur: „Was war das?“ Die waren aggro, die waren heavy, so k├Ânnten die deutschen Kiss klingen. Ich habe den Weg vom totalen Fan zum abgekl├Ąrten Kenner gemacht. Ich habe nie Krieg mit ihnen gehabt, habe aber trotzdem mittlerweile meinen Frieden mit ihnen gefunden. Diese Band hat bei mir einen gewaltigen Stein im Brett. Ich schaue mir genau an, was sie machen, weil sie es so genial machen, das deutsche Klischeebild im Ausland zu bedienen, das mit jedem Nazi-Movie oder Deutschlandbericht immer wieder kommt. Klug, hochintelligent und extrem talentiert! Diese Band hat meinen Respekt, aber ich mache lieber Rock`nÔÇśRoll als Rammstein. W├Ąre ich in der Band, w├Ąre ich heute sauer, dass ich in all den Jahren niemals aus diesem Korsett, welches sie sich angelegt haben, aussteigen konnte.

Wie gesagt, fr├╝her war ich Fan, aber ich bin jetzt auch 50 Jahre und ich denke, dass dieses Fansein ein Privileg der jungen Jahre ist. Das finde ich auch mehr als fair.

Bist du dir da sicher?

Ja, ich glaube schon, wobei: Ich stecke vielleicht auch zu sehr in diesem Business fest, um noch Fan zu sein. Wie soll ich auf der B├╝hne ├╝ber die Emotionen und Empfinden derer urteilen, die unten stehen und mich feiern? Da hast du eigentlich Recht. Bist du denn noch Fan?

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Ich f├╝r meinen Teil kann sagen, ich bin seit ├╝ber 35 Jahren leidenschaftlicher Depeche-Mode-Fan. Ich sehe es aber auch band├╝bergreifend, dass es sehr viele Fans gibt, die ├╝ber Dekaden ihrer Band die Treue halten. Schaue dir die vielen Stones-Fans an, die mittlerweile schon generations├╝bergreifend sind.

Ja, da gebe ich Dir Recht, deswegen muss ich meine Meinung tats├Ąchlich revidieren. Ich war fr├╝her ganz gro├čer AC/DC-Fan, hab es aber seltsamerweise nie geschafft, die Band mal live zu sehen. Oder Maiden. Und heute spiele ich mit Maiden! Da hast Du fr├╝her das Poster ├╝berm Bett gehabt, und heute unterh├Ąltst Du Dich mit den Jungs ├╝bers Wetter.

Ich bin auch Fan, immer noch zumindest Musik-Fan und gehe wahnsinnig gerne auf Konzerte. Ich bin aber nicht derjenige, der alles toll findet. Es muss mich schon packen. Und wo du Depeche Mode sagst, hat mich nie interessiert! Bis ich auf Ultra (1997) gestossen bin. Ich bin damals so ├╝ber Krupps, Nine Inch Nails zu Depeche Mode gekommen und habe mich echt gefragt, wie ich all die Jahre nicht auf diese Band gekommen bin? Seitdem habe ich sie mir ein paar Mal live angesehen, und ich muss sagen, das ist eine Rock-Band. Und jetzt treffen wir uns gerade. F├╝r mich ist das eine geile Rock-Band. Die stehen als typische Band auf der B├╝hne und zelebrieren ganz was anderes, als sie auf Platte machen, aber man kauft es ihnen ab, weil sie beides k├Ânnen. Die sind in keiner Sekunde unglaubw├╝rdig, in dem was sie tun. Und da m├Âchte ich gerne hinkommen, dass man sich keinen Kopf machen muss, ob Eisbrecher Pop, Rock oder sonst was sind.

Aber Ihr seid auf dem Weg, oder?

Ja, es ist schon geil, was wir machen, und jeder kann oder will oder muss uns h├Âren. Wir k├Ânnen als Rock-Band auf dem Hellfest, dem Deichbrand und dem MÔÇśEra Luna spielen oder vielleicht auf dem WGT oder so. Wir passen irgendwie da rein, und alle freuen sich, wenn wir da sind. Das ist doch schon mal was. Das kann nicht jeder von sich behaupten. Das macht mich auch stolz. Wir sind offen genug f├╝r eine Menge Genres. Von daher freue ich mich jetzt auf ein Jahr voller Abwechslungen.

Ihr seid ja gut auf Tour diesen Sommer.

Eisbrecher ┬ę Sandro Griesbach

Ja, erst vier einzelne Konzerte und dann gehtÔÇÖs auf Festival-Tour. Heavy, Rock, Gothic, das volle Programm.

Wie kommt es denn, wenn Ihr Einzelgigs macht, dass ihr ausgerechnet in Hamburg nicht spielt?

Dar├╝ber haben wir gerade erst diskutiert. Haben wir vielleicht eine zu kurze Tour geplant? Eigentlich wollten wir dieses Jahr gar nicht gehen. Theoretisch wollten wir sogar dieses Jahr noch eine neue Platte bringen. Aber irgendwie hat das nicht so geklappt. So war eigentlich der Plan, vielleicht Ende 2019 oder Anfang 2020 mit neuer Platte auf Tour zu gehen. Da das alles nicht so klappte, haben wir gesagt, wir machen nur vier Konzerte plus Festivals, damit wir in der weiteren Planung uns selber nicht in die Quere kommen. Normalerweise h├Ątten wir mehr Konzerte geben m├╝ssen und wollen, aber leider passte es nun mal nicht mehr.

Werdet Ihr denn auf den Konzerten schon neue Lieder antesten?

Auf keinen Fall! Wir backen den Kuchen, und wenn er fertig ist, wird er angeschnitten. Man l├Ądt sich auch keine G├Ąste ein und l├Ąsst sie mal probieren, ob der Kuchen schmecken k├Ânnte. Wenn der fertige Kuchen zu trocken ist, hoffen wir, dass alle Spa├č verstehen, oder sie gaukeln uns vor, trockenen Kuchen zu lieben, oder wir haben den leckersten Kuchen gebacken, den man sich vorstellen kann. Probiert wird erst, wenn er fertig ist. Wir sind da nicht demokratisch, sondern machen das, was wir f├╝r richtig halten. Wenn es uns gef├Ąllt, ist es okay. Wenn wir vorab etwas probieren und die Reaktion abwarten, k├Ânnte es sein, dass man Angst hat, zu seinem Werk zu stehen. Und das machen wir nicht. Man kann auch mal mit 80 km/h an die Wand knallen. Das muss auch mal sein, aber dann muss man die Krone richten und weitermachen.

Aber auch wenn der Kuchen trocken werden w├╝rde, setzt ihr dem ja ein Sahneh├Ąubchen auf, wenn Ihr 2020 wieder auf Tour geht.

Hatte ich nicht eingangs gesagt, wir planen nicht lange im Voraus? Schei├če, ertappt, ja, wir sind in den Planungen bei 2020/2021. Hamburg h├Ątten wir gerne gemacht, aber es hat in unserer Wunschlocation nicht geklappt. Die Hamburger, die uns sehen m├Âchten, m├╝ssen dieses Jahr leider nach Hannover kommen. Aber wenn man Fan ist, dann denke ich, ist das kein gro├čer Aufriss. Wer die Strecke dann doch nicht fahren m├Âchte, muss leider bis 2020 warten, oder uns auf einem der Festivals besuchen.

Weblinks EISBRECHER

Website: www.eis-brecher.com
Facebook: www.facebook.com/eisbrecher

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