IAN BROWN – Ripples

IAN BROWN - Ripples
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8.5 Gesamtnote

Gesamtnote

8.5

Wenn man im Stadion in der einen Hand das Getränk und in der anderen die Pommes hat, wie soll man dann die Pommes essen? Und wer hat sich eigentlich das mit der Salamischeibe genau in der Mitte der Pizza ausgedacht? Beides First World Problems, die Ian Brown in der Vorabsingle besang und dabei darauf hinweist, dass es einem doch eigentlich ganz schön gut geht. Nun ist auch das dazugehörige Album da. Während die Stone Roses-Reunion stagniert, schrieb Ian Brown neues Material und präsentiert mit Ripples nun das erste Solo-Album seit 2009. Und das ist wirklich sehr solo: Produktion, Artwork, Gitarre, Schlagzeug und viele weitere Instrumente – den Großteil des Albums hat Ian Brown komplett selbst übernommen.

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Die bereits erwähnte Vorabsingle ist auch schon ein guter Fingerzeig auf die Ausrichtung des Albums. Entspannt und gleichermaßen betont begegnet der Künstler auf dieser Scheibe. Ein bisschen schimmert der alte Roses-Sound durch, ein Gitarrensolo begegnet – ein guter Start, direkt gefolgt von einer Coverversion: Black Roses vom Dancehall-Musiker Barrington Levy wird in der Brownschen Version zu einem treibenden Stück Brit-Rock. Zugleich ist es auch eine der lauteren Nummern auf dem Album, denn direkt darauf ist mit Breathe And Breathe Easy (The Everness Of Now) eine Gitarrenballade zu vernehmen, wo im Chorus auch erneut das Betontere Element des Albums hervortritt.

Beinah „fuzzy“ erklingen die Gitarren dann beispielsweise bei From Chaos To Harmony, einer insgesamt eher ruhigen, aber doch sehr eingängigen Nummer. Sehr im Vordergrund steht hier die Stimme Ian Browns, was gerade in den sehr ruhigen Momenten stark auffällt. Überhaupt fällt auf, dass das Album über weite Strecken eher eines der ruhigeren Töne geworden ist. Erst zum Ende kommt wieder etwas mehr Tempo ins Geschehen. Wobei „etwas“ es gut trifft, denn auch Soul Satisfaction ist nicht unbedingt sonderlich schnell, aber tapst doch munter nach vorne zu groovenden Bassklängen und Synthie-Tönen. Zum Schluss gibt’s dann noch die zweite Coverversion: Ian Brown nimmt sich hier Break Down The Walls vom viel zu früh verstorbenen Mikey Dead vor und klingt tatsächlich wie eine Fusion aus BritPop und Reggae.

Man fragt sich phasenweise, ob Ian Brown als Mittfünfziger bereits altersmilde geworden ist. Ganz so wird es nicht sein, aber die ruhige Ausrichtung des Albums steht ihm gut und lässt keinerlei Langeweile aufkommen. Ganz im Gegenteil sieht man, dass Ian Brown im Großbereich BritPop nach wie vor sehr gut mithalten kann.

Tracklist IAN BROWN – Ripples:

01. First World Problems
02. Black Roses
03. Breathe And Breathe Easy (The Everness Of Now)
04. The Dream And The Dreamer
05. From Chaos To Harmony
06. It’s Raining Diamonds
07. Ripples
08. Blue Sky Day
09. Soul Satisfaction
10. Break Down The Walls (Warm Up Jam)

Weblinks IAN BROWN:

Homepage: www.ianbrown.co.uk
Facebook: www.facebook.com/ianbrownofficial
Twitter: www.twitter.com/ianbrown

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