AUGER / IAMIMPERFECT – Leipzig, Moritzbastei (25.09.2026)

Auger © Christine Heinrich
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Lesedauer: 7 Minuten

Der September neigt sich dem Ende zu und irgendwie war der Sommer doch gefühlt zu kurz und endet nun schneller als es einem lieb ist. Mit dem Sommer geht auch die Festival- und Open-Air-Saison zu Ende. Und jetzt? Jetzt nimmt die Clubkonzertsaison wieder Fahrt auf…so auch am 25.09.2026!

Es ist ein wunderbarer Spätsommerabend, die Abendsonne senkt sich über die Stadt und das Wochenende steht vor der Tür: Perfekte Zeit für ein Konzert von Auger! Mit ihrem neuen Album „The Old Arcade“ im Gepäck macht die Band um Mastermind Kyle Blaqk Station in Leipzig. In den historischen Gewölben der Moritzbastei trifft die düstere Klangwelt der deutsch-britischen Band auf einen der außergewöhnlichsten Konzertorte der Stadt. Unterstützt werden Auger an diesem Abend von IAmImperfect.

Unter der Stadt

Es ist gerade einmal erst 18:00 Uhr und doch sieht man bereits erstaunlich viele schwarzgekleidete Menschen mit T-Shirts, auf denen die markante „AUGER“-Aufschrift prangt, in der Leipziger Innenstadt rund um die Moritzbastei.

Die MB, wie sie unter den Leipzigern liebevoll genannt wird, ist eine der beeindruckendsten, außergewöhnlichsten und auch intimsten Konzertvenues tief unter dem Trubel der Stadt. In den Gewölben der ehemaligen Stadtbefestigung finden seit vielen Jahrzehnten zwischen dicken Mauern und historischen Backsteinen Konzerte, Partys und kulturelle Veranstaltungen statt. Die Moritzbastei ist damit nicht nur einer der bekanntesten Studenten- und Kulturclubs Leipzigs, sondern auch ein Stück Stadtgeschichte.

Erbaut wurde die Bastion zwischen 1551 und 1554 und nach Kurfürst Moritz von Sachsen benannt. Nachdem ihre militärische Bedeutung verloren gegangen war, geriet die Anlage lange Zeit weitgehend in Vergessenheit. Erst Leipziger Studenten legten die verschütteten Gewölbe in den 1970er-Jahren wieder frei. Seitdem hat sich die Moritzbastei zu einem festen Bestandteil des Leipziger Musik- und Kulturlebens entwickelt.

Am 25. September 2026 gehörte die Moritzbastei ganz und gar Auger. Und gerade für die dunklen, elektronisch, rockgeprägten Klänge von Auger erweist sich die unterirdische Kulisse als absolut perfekter Konzertort!

IAmImperfect – Ohrwurmgarantie und noch relativ unbekannt – noch!

Um 20:00 Uhr verdunkelt sich die Veranstaltungstonne und IAmImperfect betreten die Bühne. Die Band aus Sheffield ist in Deutschland noch relativ unbekannt. Die Betonung liegt allerdings auf „noch“! Denn die Band von John Paul Jackson und Kelly Dorset benötigt keine Aufwärmphase, sondern startet sofort richtig durch. Die Musik ist eine Mischung aus eingängigen Synthflächen, gepaart mit Gitarren und starken Melodien, die sofort ins Ohr gehen. Mit „Surviving Is Not Living“ eröffnet IAI sein Set, gibt gleichzeitig die Richtung für die folgenden acht Songs vor und legt eine dunkle, melancholische Grundstimmung über das Gewölbe. Und bereits bei den ersten Tönen geht das Publikum mit.

Mit „Conversion Therapy“, „Inside Of Me“ und „Solitary Shell“ geht es weiter durch die Klangwelt, in der sich elektronische Elemente und eine spürbare Schwere miteinander verbinden. Mit „Old Wounds“ folgt ein Song, der bereits im Namen eine verletzliche Seite anklingen lässt. Die Atmosphäre bleibt dicht und irgendwie verliert man sich in der Musik. „The Fallen“ setzt anschließend einen weiteren Akzent, der sofort zündet! Die Melodie und die Stimme von John Paul Jackson – mein absoluter persönlicher Favorit – gehen nicht mehr aus dem Kopf und hallen nach. Mit „Static & Feeling“ folgt ein extrem tanzbares Stück und so steht gerade niemand mehr still. Mit „Casting Shadows“ verabschieden sich IAmImperfect schließlich unter großem Applaus von der Bühne. Zuvor bittet John Paul Jackson das Publikum allerdings kurz noch um Geduld, möchte er doch schnell noch sein Handy backstage holen, um ein Publikumsfoto zu machen. Wie sympathisch kann man denn nur sein?

Acht Songs sind es insgesamt – ein relativ kompakter Auftritt, der dennoch einen richtig fetten Eindruck hinterlässt. IAmImperfect haben es geschafft, das Publikum auf die musikalische Welt von Auger einzustimmen. Sie haben aber vor allem einen starken eigenen Akzent gesetzt und machten aus dem Supportslot eine richtig gute Werbung für sich. Die Musik, das Licht, die abstrakten Projektionen im Hintergrund, die kühlen Mauern und die beiden Musiker auf der Bühne – es passte alles so richtig gut zusammen. So sehr, dass man sich sofort bei Spotify die Playlist speichert und dem YouTube-Channel folgt, um nichts zu verpassen. Irgendwie doch gar nicht so unperfekt!

„I hear screaming we’re breaking down
We’re not healing we’re bleeding out
All we doo is struggle to let go of our pain
I am screaming ‚cus we’re falling down“

Setlist IAMINPERFECT – Leipzig, Moritzbastei (25.09.2026)
  1. Surviving Is Not Living
  2. Conversion Therapy
  3. Inside Of Me
  4. Solitary Shell
  5. Old Wounds
  6. The Fallen
  7. Static & Feeling
  8. Casting Shadows
Termine IAMIMPERFECT 2026/27

16.10.2026 Göttingen, Exil (mit Auger)
17.10.2026 Karlsruhe, Stadtmitte (mit Auger)
18.10.2026 München, Backstage Club (mit Auger)
09.01.2027 Oberhausen, Kulttempel (mit Auger)

Karten für die kommenden Live-Events gibt es hier oder hier.

Fotos: IAMIMPERFECT

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Bandcamp: IAmImperfect

Mitreißend, fesselnd, energiegeladen, one of a kind: Auger

Nach einem kurzen Changeover wird in der proppevollen Veranstaltungstonne erneut das Licht gedimmt. Spannung und Vorfreude machen sich breit. Das Intro „I’m Dying“ erklingt und das Publikum ist bereits jetzt schon aus dem Häuschen. Als Kyle, Alex und Paula schließlich die Bühne betreten, werden sie mit einem riesigen Applaus begrüßt. Die Wiedersehensfreude ist auf beiden Seiten immens. Noch ist die Bühne in Dunkelheit getaucht und nur ein Scheinwerfer ist auf Kyle gerichtet, der den Moment förmlich inhaliert, um dann voller Energie loszulegen. Die starken Drums setzen ein, stimmen „Where Do We Go?“ an, zünden damit das erste Songfeuerwerk, das so herrlich kracht und das offizielle Set beginnt. Egal wohin der Weg jetzt auch gehen wird, das Publikum geht ihn mit Auger zusammen und ist auf jeden Fall glücklich dabei! Faszinierend ist, wie bei jedem Auger-Konzert, mit welcher Leichtigkeit Kyle über die Bühne springt und dabei noch eine derart hervorragende gesangliche Live-Darbietung abliefern kann.

Mit „Dark Clouds“, „Sound Of The Machine“ und „You Are By Nature“ geht es direkt und ohne große Pause tanzbar weiter. Niemand kann mehr wirklich stillstehen. Das Publikum ist inzwischen komplett in der Musik angekommen und es macht so unglaublich Spaß, sowohl das Publikum als auch Kyle zu beobachten. Immer wieder sucht er die Nähe zum Publikum, hält mal eine Hand oder lacht in ein Handy, das ihm entgegengestreckt wird. Er ist mittendrin! Auch das ist ein Grund dafür, warum Auger sich in den vergangenen Jahren eine so große und treue Fanbase erspielt hat. Es ist die Mischung aus wirklich hervorragender Musik, absoluter Spielfreude und der Nähe zu den Fans. Dass in der Moritzbastei an diesem Abend auch kein Fotograben zu finden ist bzw. Barriers aufgebaut sind, macht die Band noch einmal nahbarer.

Mit dem VAST-Cover „Pretty When You Cry“ vom neuen Album „The Old Aracade“ zeigt sich anschließend die etwas ruhigere Seite von Auger und die Stimme von Kyle hat gerade in den tiefen Lagen des Songs eine fast hypnotische Wärme. Ein kleiner, leiserer Moment, bevor es weiter zeitlich zurück in den Auger-Kosmos geht und mit „Libra“ und „My Guardian“ elektronischere Kracher auf die Fans einprasseln und wieder alle tanzen.

Für den Song „Too Soon“, den Auger live als Rockversion spielen, betritt die bezaubernde Bonnie Mavis die Bühne. Die Singleauskopplung aus dem neuen Album ist mit dem weiblichen Gesangspart live noch einmal ein besonderer Hörgenuss. Die dunkle Stimme von Kyle und die glockenklare Stimme von Bonnie sind ein wunderbares Match, das auch auf der Bühne so hervorragend harmoniert. Allen Musikern sieht und hört man diese Live-Spielfreude an! Ein toller Musikmoment!

„I’m standing in the doorway trying to be strong
I wanna say I love you but it feels wrong
I’m worried what’ll happen next but I guess I’ll wait
It’s too soon to care but too late to change“

Mit „So Pure“ bleiben Auger weiter auf dem aktuellen Album, um dann schließlich beim titelgebenden Song der aktuellen Tour zu landen: „The Old Arcade“. Ein ruhigerer Song, der im alten Gewölbe noch einmal besonders intensiv wirkt und sich direkt seinen Platz durch das Publikum bahnt. Wundervoll poetisch, musikalisch ein Schatz und diese tiefe einnehmende Stimme des Auger-Masterminds – ein Song, der direkt unter die Haut geht und einen in die Arme nimmt.

„I’ve already got one foot in the ground
Better watch my step
Better face the sound
Even cowards are right two times a day
Like weathered clocks
Above the old arcade“

Mit „Smother“ und „Fascinate Me“ nimmt die Dynamik anschließend wieder zu. Auger gibt seinem Publikum kaum Gelegenheit, sich dauerhaft in der Melancholie einzurichten und zu verlieren. Immer wieder treiben elektronische Rhythmen und Rockelemente die Atmosphäre voran. Mit „Start Again“ wird es noch einmal etwas ruhiger und irgendwie wünscht man sich, dass Auger einfach auch noch einmal mit dem gesamten Set von vorn beginnt. Zu schön ist dieser Abend, zu schnell verfliegt die Zeit! Mit „November Engel“ schmettert dem Publikum dann wieder ein musikalischer Gegenpol entgegen. Ein Song aus dem älteren Auger-Repertoire, den sich viele Zuhörer gewünscht haben und der mit seiner Energie um sich greift. Mit „Goodbye“ kündigt sich wohl oder übel nun das Ende des regulären Sets an – ein vorzügliches Best Of-Set aus Klassikern und neuen Songs. Ein Set, das die enormen musikalischen Auger-Facetten perfekt präsentiert und einfach alle glücklich macht.

Das Publikum applaudiert jedoch so laut, ruft und feiert, dass Auger gar nicht erst die Bühne verlassen müssen und direkt voller Elan in die Zugabe starten. „Stress“ ist der erste Zugabesong. Und der bringt erneut ordentlich Bewegung auf die Bühne und in die Fanreihen, bevor der Song „Oxygen“ schließlich den endgültigen Schlusspunkt setzt und noch einmal richtig getanzt und mitgesungen wird. Ein Song, der nicht passender als Schlusssong gewählt sein könnte. Ein Song, der schon als Studioversion über die Maßen zündet, live aber einfach noch einmal eine ganz eigene Wucht mit sich bringt und einen umreißt. Ein Song, der selbst nach dem letzten Ton noch weiter im Kopf hallt, irgendwie nicht verstummt und der einen völlig euphorisch zurücklässt.

Nach mehr als anderthalb Stunden endet damit ein Konzert, das Riesenspaß gemacht hat – perfekt und musikalisch ein absolutes Sahnehäubchen! Die Balance zwischen elektronischer Dunkelheit, Rockenergie und emotionalen Momenten ist eine der großen Stärken von Auger! Es ist diese Mischung, die ein Konzert der Band ausmacht. Auger nimmt sein Publikum mit auf eine Reise durch ihre verschiedenen Musikfacetten und -highlights und durch so viele Stimmungen – Melancholie, Härte, Schwere, Eingängigkeit und Bewegung wechseln sich mit jedem Song, den Auger anstimmt, ab. Rock, elektronische Elemente, Gothic und dunkle Pop-Einflüsse – alles ist dabei und findet hier seinen perfekten Platz.

Dieser Abend beweist einmal mehr, dass Auger sich nicht in eine Schublade stecken lässt und so viel in dieser Band steckt als dass man es in Worte fassen kann! Auger muss man live erleben! Einfach Augertastisch!

„I said goodbye twice
We say hello to the world
And I’ll begin what I came to start
When I said goodbye“

Setlist AUGER – Leipzig, Moritzbastei (25.09.2026)
  1. I’m Dying (Intro)
  2. Where Do We Go?
  3. Dark Clouds
  4. Sound Of The Machine
  5. You Are By Nature
  6. Pretty When You Cry
  7. Libra
  8. My Guardian
  9. Too Soon (Rock Version feat. Bonnie Mavis)
  10. So Pure
  11. The Old Arcade
  12. Smother
  13. Fascinate Me
  14. Start Again
  15. November Engel
  16. Goodbye
  17. Stress (Z)
  18. Oxygen (Z)
Termine AUGER 2026/2027

16.10.2026 Göttingen, Exil
17.10.2026 Karlsruhe, Stadtmitte
18.10.2026 München, Backstage Club
09.01.2027 Oberhausen, Kulttempel

Karten für die kommenden Live-Events gibt es hier oder hier.

Fotos: AUGER

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