Interview: IN STRICT CONFIDENCE

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Wenn man von Urgesteinen in der Elektro-Szene spricht, kommt man an In Strict Confidence sicherlich nicht vorbei. Angefangen mit der Sound Attack im Jahre 1992, damals noch auf Kassette, hat sich die Band um Mastermind Dennis Ostermann zu einer etablierten Gr├Â├če im dunklen Elektro entwickelt, die sich auch mit dem aktuellen Album Hate2Love erneut bewiesen hat. Wir haben das Album zum Anlass genommen, Mastermind Dennis Ostermann einen Schwung Fragen zu stellen, die er uns nun per Mail beantwortet hat.

Lass Dir den Beitrag vorlesen:

Seit dem Vorg├Ąnger The Hardest Heart sind zwei Jahre vergangen. Was ist in der Zwischenzeit passiert im Hause In Strict Confidence?
Was die Band angeht haben wir neben einigen Konzerten uns vor allem um das neue Album gek├╝mmert. Wir hatten das Ziel, es binnen zwei Jahren fertigzustellen, was uns auch gelungen ist.

Mit Hate2Love ist nun das neue Album erschienen. Der erste Blick geht schnell auf den Titel… Warum habt Ihr Euch f├╝r diesen Albumnamen entscheiden?
Das war eine spontane Idee, die uns ├╝ber Monaten verfolgte. Nachdem vor allem ja La Parade Monstreuse sehr sperrig und auch The Hardest Heart relativ lange war, hat uns das kurze pr├Ągnante diesmal sehr zugesagt. Die Doppeldeutigkeit tat ihr ├╝briges dazu.

Wie w├╝rdest Du die Unterschiede und Neuerungen gegen├╝ber dem Vorg├Ąnger benennen? Was ist neu, was ist anders gegen├╝ber The Hardest Heart?
Hate2Love geht im Grunde genau den Weg weiter, der mit The Hardest Heart eingeschlagen wurde. Ein wenig den frheren musikalischen Geist wieder aufzugreifen und trotzdem neu klingen.

Als Vorboten zum Album hattet Ihr Mercy geschickt. Warum fiel die Wahl hierauf? W├╝rdest Du sagen, es ist der ideale Repr├Ąsentant f├╝r das Album?
Es h├Ątte durchaus auch ein anderer sein k├Ânnen. Aber es war auch die Idee zu dem Musikvideo, die die Wahl dann auf Mercy lenkte. Eventuell kommt aber auch noch eine zweite Single.

Zu Mercy gab es auch einen Videoclip. Kannst Du ein bisschen was zur Story dahinter erz├Ąhlen?
Es ist, wie auch fr├╝her schon mal bei Somebody elseÔÇśs dream, eine Mischung aus Fashionfilm und Musikvideo. Wir haben hier zig Designer gewinnen k├Ânnen, die uns Ihre teils sehr avantgardistischen Kreationen zur Verf├╝gung stellten. Einfach mal anschauen…

In No one remembers gibt es die Zeilen ÔÇ×Do something right, no one remembers ÔÇô do something wrong, no one forgetsÔÇť. Woher kommt dieser Eindruck?
Negative Erfahrungen pr├Ągen sich oft fester ein, w├Ąhrend das Gute schnell als selbstverst├Ąndlich wahrgenommen wird.

Ebenfalls interessant fand ich Three evils of society. Was sind diese drei ├ťbel?
Das verr├Ąt der Text im Refrain.

Bei DevilÔÇÖs trident taucht erneut die Zahl 3 auf. Hat sie f├╝r Dich eine besondere Bedeutung?
Oh, diese Parallele ist mir noch gar nicht aufgefallen. Das war reiner Zufall.

Das Album endet mit Chor der Toten. Was ist das f├╝r ein Chor?
Der Text ist von Conrad Ferdinand Meyer aus dem 19. Jahrhundert. Allerdings ist meine Stimme hier arg verzerrt, so dass man ihn kaum verstehen kann. Google hilft hier aber weiter, wenn es jemanden interessiert. Abgek├╝rzt gesagt, geht um das Verm├Ąchtnis der Vorfahren gegen├╝ber den Lebenden.

Wenn man das Album als Ganzes sieht: Es ist ja nun schon ein paar Tage drau├čen. Wie habt Ihr die Reaktionen darauf empfunden? Seid Ihr zufrieden mit der Resonanz?
Das Feedback ist wirklich gro├čartig. Durch die sozialen Medien bekommt man die Resonanz mittlerweile ja recht ungefiltert und direkt vom Fan. Das ist wirklich eine gute Erfahrung.

Nach der Show auf dem Dark-Storm-Festival geht es im Januar 2019 wieder auf Club-Tour. Warum sollte der Zuschauer unbedingt vorbeischauen, was erwartet ihn?
Wir werden eine Art „Best of“-Show durch die Bandgeschichte spielen. Da d├╝rfte f├╝r jeden etwas dabei sein.

Neben den Band-Shows gab es auch immer wieder Vintage-Shows mit ├Ąlterem Material. Wie kam es dazu?
Wir suchten nach einer M├Âglichkeit, auch mit kleinem Setup, also als 2er-Team auf der B├╝hne und mit geringerer Technik Konzerte zu spielen. Auf die Idee kam ich, da wir immer wieder Shows im Ausland absagen mussten, weil eine gr├Â├čere Produktion mit der ganzen Band einfach aus Kostengr├╝nden nicht machbar war. Das ganze stie├č aber ├╝berall auf so gute Resonanz, dass wir es parallel beibehalten werden.

Bei vielen Bands ist es ja so, dass mit den Jahren H├Ârer kommen, die dem ÔÇ×alten SoundÔÇť hinterher trauern. Gerade im Zusammenhang mit den Vintage-Shows: Wie erlebt Ihr das und wie geht Ihr damit um?
Genau deswegen spielen wir zum einen die Vintage-Shows und bringen auch auf den „gro├čen“ Konzerten immer auch ├Ąltere Songs. Wir wollen, dass jeder zufrieden nach Hause geht.

Wo es Euch ja nun schon ziemlich lange gibt: Wie motiviert man sich denn da jedes Mal aufs Neue, wieder auf die B├╝hne rauszugehen, ohne dass es zur Routine wird?
Sowohl als auch. Nat├╝rlich gibt es in bestimmten technischen Abl├Ąufen eine Routine. Aber man muss sich auch jedes Mal aufs Neue auf die Situation einlassen.

Ihr hattet mit all den Jahren sehr viele Besetzungen, was nat├╝rlich auch live auffiel. W├╝rdest Du sagen, dass Ihr jetzt die Idealbesetzung f├╝r In Strict Confidence gefunden habt?
Wir sind in der jetzigen Formation live rund 8 Jahre unterwegs. Ich plane nicht, daran in absehbarer Zeit gro├č etwas zu ver├Ąndern. Hin und wieder f├Ąllt mal jemand f├╝r ein Konzert z.B. wegen Krankheit aus, das k├Ânnen wir aber recht gut kompensieren.

Zum Schluss gefragt: Es dauert gar nicht mehr soo lange, bis sich das 30j├Ąhrige Jubil├Ąum der Band n├Ąhert, wenn man die Jahre als Seal of Secrecy mit einrechnet. Gibt es schon Pl├Ąne f├╝r das Jubil├Ąum? Oder ist es am Ende doch nur eine Zahl?
Einen genauen Zeitpunkt f├╝r den Bandstart gibt es eigentlich nicht, deshalb f├Ąllt es schwer, ein Jubil├Ąumsjahr festzulegen. In Strict Confidence hat die ersten Aufnahmen in Form von Kassetten Anfang Mitte der 90er Jahre ver├Âffentlicht. Im n├Ąchsten Jahrzehnt ist das tats├Ąchlich 30 Jahre her… Aber das spielt f├╝r uns eigentlich keine Rolle.

Weblinks IN STRICT CONFIDENCE:

Homepage: www.instrictconfidence.com
Facebook: www.facebook.com/instrictconfidence
Twitter: www.twitter.com/isc_music

Geschrieben von
Mehr von Marius Meyer

Fotos: PROJECT PITCHFORK

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