Interview: IN STRICT CONFIDENCE

Geschätzte Lesezeit: 4 Minute(n)

Wenn man von Urgesteinen in der Elektro-Szene spricht, kommt man an In Strict Confidence sicherlich nicht vorbei. Angefangen mit der Sound Attack im Jahre 1992, damals noch auf Kassette, hat sich die Band um Mastermind Dennis Ostermann zu einer etablierten GrĂ¶ĂŸe im dunklen Elektro entwickelt, die sich auch mit dem aktuellen Album Hate2Love erneut bewiesen hat. Wir haben das Album zum Anlass genommen, Mastermind Dennis Ostermann einen Schwung Fragen zu stellen, die er uns nun per Mail beantwortet hat.

Lass Dir den Beitrag vorlesen:

Seit dem VorgÀnger The Hardest Heart sind zwei Jahre vergangen. Was ist in der Zwischenzeit passiert im Hause In Strict Confidence?
Was die Band angeht haben wir neben einigen Konzerten uns vor allem um das neue Album gekĂŒmmert. Wir hatten das Ziel, es binnen zwei Jahren fertigzustellen, was uns auch gelungen ist.

Mit Hate2Love ist nun das neue Album erschienen. Der erste Blick geht schnell auf den Titel… Warum habt Ihr Euch fĂŒr diesen Albumnamen entscheiden?
Das war eine spontane Idee, die uns ĂŒber Monaten verfolgte. Nachdem vor allem ja La Parade Monstreuse sehr sperrig und auch The Hardest Heart relativ lange war, hat uns das kurze prĂ€gnante diesmal sehr zugesagt. Die Doppeldeutigkeit tat ihr ĂŒbriges dazu.

Wie wĂŒrdest Du die Unterschiede und Neuerungen gegenĂŒber dem VorgĂ€nger benennen? Was ist neu, was ist anders gegenĂŒber The Hardest Heart?
Hate2Love geht im Grunde genau den Weg weiter, der mit The Hardest Heart eingeschlagen wurde. Ein wenig den frheren musikalischen Geist wieder aufzugreifen und trotzdem neu klingen.

Als Vorboten zum Album hattet Ihr Mercy geschickt. Warum fiel die Wahl hierauf? WĂŒrdest Du sagen, es ist der ideale ReprĂ€sentant fĂŒr das Album?
Es hÀtte durchaus auch ein anderer sein können. Aber es war auch die Idee zu dem Musikvideo, die die Wahl dann auf Mercy lenkte. Eventuell kommt aber auch noch eine zweite Single.

Zu Mercy gab es auch einen Videoclip. Kannst Du ein bisschen was zur Story dahinter erzÀhlen?
Es ist, wie auch frĂŒher schon mal bei Somebody else‘s dream, eine Mischung aus Fashionfilm und Musikvideo. Wir haben hier zig Designer gewinnen können, die uns Ihre teils sehr avantgardistischen Kreationen zur VerfĂŒgung stellten. Einfach mal anschauen…

In No one remembers gibt es die Zeilen „Do something right, no one remembers – do something wrong, no one forgets“. Woher kommt dieser Eindruck?
Negative Erfahrungen prÀgen sich oft fester ein, wÀhrend das Gute schnell als selbstverstÀndlich wahrgenommen wird.

Ebenfalls interessant fand ich Three evils of society. Was sind diese drei Übel?
Das verrÀt der Text im Refrain.

Bei Devil’s trident taucht erneut die Zahl 3 auf. Hat sie fĂŒr Dich eine besondere Bedeutung?
Oh, diese Parallele ist mir noch gar nicht aufgefallen. Das war reiner Zufall.

Das Album endet mit Chor der Toten. Was ist das fĂŒr ein Chor?
Der Text ist von Conrad Ferdinand Meyer aus dem 19. Jahrhundert. Allerdings ist meine Stimme hier arg verzerrt, so dass man ihn kaum verstehen kann. Google hilft hier aber weiter, wenn es jemanden interessiert. AbgekĂŒrzt gesagt, geht um das VermĂ€chtnis der Vorfahren gegenĂŒber den Lebenden.

Wenn man das Album als Ganzes sieht: Es ist ja nun schon ein paar Tage draußen. Wie habt Ihr die Reaktionen darauf empfunden? Seid Ihr zufrieden mit der Resonanz?
Das Feedback ist wirklich großartig. Durch die sozialen Medien bekommt man die Resonanz mittlerweile ja recht ungefiltert und direkt vom Fan. Das ist wirklich eine gute Erfahrung.

Nach der Show auf dem Dark-Storm-Festival geht es im Januar 2019 wieder auf Club-Tour. Warum sollte der Zuschauer unbedingt vorbeischauen, was erwartet ihn?
Wir werden eine Art „Best of“-Show durch die Bandgeschichte spielen. Da dĂŒrfte fĂŒr jeden etwas dabei sein.

Neben den Band-Shows gab es auch immer wieder Vintage-Shows mit Àlterem Material. Wie kam es dazu?
Wir suchten nach einer Möglichkeit, auch mit kleinem Setup, also als 2er-Team auf der BĂŒhne und mit geringerer Technik Konzerte zu spielen. Auf die Idee kam ich, da wir immer wieder Shows im Ausland absagen mussten, weil eine grĂ¶ĂŸere Produktion mit der ganzen Band einfach aus KostengrĂŒnden nicht machbar war. Das ganze stieß aber ĂŒberall auf so gute Resonanz, dass wir es parallel beibehalten werden.

Bei vielen Bands ist es ja so, dass mit den Jahren Hörer kommen, die dem „alten Sound“ hinterher trauern. Gerade im Zusammenhang mit den Vintage-Shows: Wie erlebt Ihr das und wie geht Ihr damit um?
Genau deswegen spielen wir zum einen die Vintage-Shows und bringen auch auf den „großen“ Konzerten immer auch Ă€ltere Songs. Wir wollen, dass jeder zufrieden nach Hause geht.

Wo es Euch ja nun schon ziemlich lange gibt: Wie motiviert man sich denn da jedes Mal aufs Neue, wieder auf die BĂŒhne rauszugehen, ohne dass es zur Routine wird?
Sowohl als auch. NatĂŒrlich gibt es in bestimmten technischen AblĂ€ufen eine Routine. Aber man muss sich auch jedes Mal aufs Neue auf die Situation einlassen.

Ihr hattet mit all den Jahren sehr viele Besetzungen, was natĂŒrlich auch live auffiel. WĂŒrdest Du sagen, dass Ihr jetzt die Idealbesetzung fĂŒr In Strict Confidence gefunden habt?
Wir sind in der jetzigen Formation live rund 8 Jahre unterwegs. Ich plane nicht, daran in absehbarer Zeit groß etwas zu verĂ€ndern. Hin und wieder fĂ€llt mal jemand fĂŒr ein Konzert z.B. wegen Krankheit aus, das können wir aber recht gut kompensieren.

Zum Schluss gefragt: Es dauert gar nicht mehr soo lange, bis sich das 30jĂ€hrige JubilĂ€um der Band nĂ€hert, wenn man die Jahre als Seal of Secrecy mit einrechnet. Gibt es schon PlĂ€ne fĂŒr das JubilĂ€um? Oder ist es am Ende doch nur eine Zahl?
Einen genauen Zeitpunkt fĂŒr den Bandstart gibt es eigentlich nicht, deshalb fĂ€llt es schwer, ein JubilĂ€umsjahr festzulegen. In Strict Confidence hat die ersten Aufnahmen in Form von Kassetten Anfang Mitte der 90er Jahre veröffentlicht. Im nĂ€chsten Jahrzehnt ist das tatsĂ€chlich 30 Jahre her… Aber das spielt fĂŒr uns eigentlich keine Rolle.

Weblinks IN STRICT CONFIDENCE:

Homepage: www.instrictconfidence.com
Facebook: www.facebook.com/instrictconfidence
Twitter: www.twitter.com/isc_music

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