SEIGMEN – Berlin, Lido (20.05.2018)

Seigmen, © Silke Jochum
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Besondere UmstĂ€nde erfordern besondere Maßnahmen. Besonderer Umstand: Seigmen spielen ihre erste Clubshow in Deutschland seit 19 Jahren. Besondere Maßnahme: Da fĂ€hrt man dann auch gerne mal nach Berlin fĂŒr, um der Show im Lido beizuwohnen. Wobei die Anreise aus dem Landkreis MĂŒnchen eine recht unspektakulĂ€re Maßnahme ist, wenn man bedenkt, dass man im Publikum auch Norwegisch, Russisch und amerikanisches Englisch vernehmen konnte. Ganz eindeutig: Diese Show zwei Tage nach dem Festival-Gig beim Wave-Gotik-Treffen war ein sehr besonderer Umstand.

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Ohne Support-Act ging es dann auch bereits zeitig gegen 20 Uhr los und die Band kam zu den atmosphĂ€rischen KlĂ€ngen von Performance Alpha auf die BĂŒhne. Das wichtige Stichwort fiel somit schon: AtmosphĂ€re! Es braucht bei Seigmen nicht immer die lauten KlĂ€nge, die Musiker schaffen es einfach, eine magische AtmosphĂ€re im Saal zu verbreiten. Das funktioniert sowohl mit den alten Werken als auch mit den StĂŒcken des „Comebacks“ mit Enola. Auch wenn es nur wenige StĂŒcke besagten Albums gab: I mitt hus beispielsweise fĂŒgt sich nahtlos ins Set ein.

Seigmen trafen an diesem Abend in Berlin auf ein dankbares und – ja, um bei der Magie zu bleiben – zeitweise nahezu verzaubertes Publikum, dessen Nerv sie mit ihrer ausgewogenen Setlist sehr gut trafen. Da waren beispielsweise rockende Nummern wie Nihil und Trampoline, aber auch melancholische Klassiker wie Metropolis. NatĂŒrlich fehlten auch Highlights wie das druckvolle DĂžderlein nicht, das sehr euphorisch aufgenommen wurde. Die Euphorie war immer wieder daran zu merken, dass viele im Publikum mitsangen – bei einer Band, die Norwegisch singt, nicht unbedingt eine SelbstverstĂ€ndlichkeit bei einer Show in Deutschland.

Agnus Dei beendete dann vorerst das Set. Vorerst, natĂŒrlich. Nach 19 Jahren wiederkommen und dann ohne Zugabe verschwinden? Ist nicht! Die Zugabe eröffnete das schwungvolle Hva vi elsker vom aktuellen Album Enola, gefolgt vom epischen, treibenden und vor allem einnehmenden Mesusah. Hjernen er alene sollte mit seinen nachdenklichen KlĂ€ngen dann den Abend beenden. Schaut man sich Setlisten vergangener Konzerte an, ist dies folgerichtig: Es Ă­st der klassische Schlusspunkt einer Seigmen-Show. Nicht jedoch in Berlin. Es wollte einfach keiner den Saal verlassen, die Zugabenrufe hörten nicht auf. Die Band, selbst ĂŒberrascht, kam also noch einmal wieder und setzte mit Slaver av solen einen rockigen Schlusspunkt.

Es war der Schlusspunkt eines grandiosen Konzertabends, den man so schnell nicht vergessen wird. Eine magische AtmosphĂ€re lag in der Luft, ein herausragendes Set wurde gespielt und die Chemie zwischen Band und Publikum stimmte. Hoffentlich lĂ€sst die Band sich nicht wieder 19 Jahre Zeit, bevor sie zurĂŒck nach Deutschland kommt. DafĂŒr war es viel zu gut – und wie man zudem gemerkt hat: Die Nachfrage ist definitiv da! Nach einem solchen Abend noch viel mehr.

Setlist SEIGMEN – Berlin, Lido (19.05.2018):

01. Performance Alpha
02. The world revolves around you
03. Ohm
04. I mitt hus
05. Nihil
06. Fra X til dĂžden
07. Trampoline
08. The modern end
09. Neon Sun
10. Metropolis
11. DĂžderlein
12. Agnus Dei
13. Hva vi elsker (Z)
14. Mesusah (Z)
15. Hjernen er alene (Z)
16. Slaver av solen (ZZ)

Weblinks SEIGMEN:

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Geschrieben von
Mehr von Marius Meyer

Fotos: PROJECT PITCHFORK

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