LENNART A. SALOMON – Hamburg, Hotel Bellevue „Saturday Night Delight“ (17.03.2018)

Lennart A.Salomon ©Alf Urbschat
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Der Fr√ľhling in Hamburg l√§sst ja lange auf sich warten und so macht man sich auf in die frostige Winternacht. Warum? Lennart A. Salomon, Frontmann der Electrodance-Combo Sono tritt solo im Rahmen eines kleinen, aber √§u√üerst feinen Livekonzepts im Hamburger ‚ÄěHotel Bellevue‚Äú auf. Moment, Hotel? Ja, in dem kleinen, aber feinen pl√ľschigen Hotel gibt es bereits im siebten Jahr ein Livekonzept, das, wie ich finde, seinesgleichen sucht.

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Bevor wir Lennart A. Salomon live sehen k√∂nnen, werden wir in einen bestuhlten Raum gebeten, um der Hannoveranerin Rabea zu lauschen. Ihr kurzes, aber gef√ľhlvolles Set ist sehr beeindruckend. Rabea selbst singt und spielt dazu Cello. Begleitet wird sie von der gesanglich sehr talentierten Pianistin Elin Bell und einem Gitarristen. Es war bemerkenswert, wie schnell Rabea den Raum mit ihrer Stimme und ihrer Musik gef√ľllt hat. Und dabei war sie so gef√ľhlvoll und zur√ľckhaltend, fast eingesch√ľchtert von dem Applaus, den sie zu Recht bekommen hat.

Raumwechsel in den ersten Stock. Hier sollte uns Lennart A. Salomon dann empfangen. Keine gro√üe B√ľhne, keine gro√üe PA. Zwei Lautsprecher, ein Mikrofon und eine Gitarre. Mehr war hier nicht vorbereitet. Als Lennart den Raum betritt, ist es interessant zu sehen, wie er sich St√ľck f√ľr St√ľck an das ihm unbekannte Publikum herantastet. Seine charmante Art und sein Wortwitz tauen innerhalb Sekunden den Raum auf, w√§hrend er sich selbst an der Gitarre begleitet. Dabei ist sein Set ein Querschnitt durch seine Karriere. U.a. pr√§sentiert er auch die neue Sono-Single Amplify, die sich in der Akustikversion in eine sehr interessante Richtung entwickelt. Ebenso das zweite Sono-St√ľck Cupid, welches sich an der Gitarre beinahe besser anh√∂rt, als die bekannte Version. Zu richtiger Gr√∂√üe l√§uft Lennart dann auf, als er das Genre wechselt und St√ľcke seiner neuen E.P Ungeschliffen pr√§sentiert. Deutsche Texte, bissig, lustig und karikativ. Und Lennart hat es erfasst: ‚ÄěElvis ist nicht tot, Elvis lebt in Bielefeld‚Äú und tr√§gt beige Cordhosen. Lennart schafft es, das Publikum zum Singen zu animieren und der Raum ist gef√ľllt mit Spa√ü und Zusammenhalt. Wer ihn bisher mit Sono oder auch mit Jerobeam auf der B√ľhne gesehen hat, bekommt ein ganz neues Bild von ihm. Er ist ein Singer/Songwriter. Er ist K√ľnstler, und er ist verdammt nett.

Viel zu schnell ist die Stunde mit Lennart A. Salomon vorbei und wir ziehen wieder um in den dritten Stock. Hier erwartet uns ein gem√ľtlicher Raum mit Teppich, Vorh√§ngen und stimmungsvoller Beleuchtung. Florian K√ľnstler hei√üt der junge Mann, der uns hier mit seiner Band erwartet. Ein aufstrebender Singer/Songwriter, der mich, wenn ich die Augen schlie√üe, an den jungen (sorry) Pur-S√§nger Hartmut Engler erinnert. Seine gef√ľhlvollen Texte von Liebe, Verlust, Kummer aber auch Zuversicht gehen in den Kopf und ins Herz. Die n√§chste Generation anspruchsvoller deutscher S√§nger der Klasse eines Johannes Oerding oder Clueso klopft an.

Ein rundes Programm, welches die Macher des ‚ÄěSaturday Night Delight‚Äú da zusammengestellt haben. Immerhin war es bereits die 25. Veranstaltung dieser Art in sieben Jahren. Das zeigt, dass es in Hamburg auch kulturell anspruchsvolle Abende in einem gem√ľtlichen Rahmen geben kann. Ein absoluter Geheimtipp!

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