Laura Gibson – La Grande

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Laura Gibson – La GrandeLaura Gibson - La Grande

Laura Gibson - La Grande

Mit ihrem aktuellen Album "La Grande", dessen Songs die Chanteuse und Texterin Gibson in einem selbst restaurierten Oldie-Wohnmobil aus dem Jahre 1962 geschrieben hat, zeigt sie uns ihren großen Facettenreichtum als amerikanische Folkelfe, was bitte nicht falsch, also negativ, zu verstehen ist.
Sie wandelt von herbem Bossa Nova ("Lion/Lamb") bis zur US-amerikanischen Bluegrasskultur ("The Fire") immer in ihrer charmanten, zarten, aber dennoch bestimmenden Art. Sie entführt uns in ihre fantasiereichen Gedanken ohne uns Hoffnung auf eine zuckerreiche und milchfließende Welt zu machen, dafür ist sie viel zu realistisch.
Im Gegensatz zum Vorgänger "Beasts Of Seasons" hat sie nur Nuancen verändert, die jedoch ihre Weiterentwicklung bestätigen. Bestachen ihre ersten Langspieler doch vor allem durch hippieeske Karthasis, so entführt uns "La Grande" in eine antike, trotzdem moderne Welt der alten handwerklichen Musikstile, auf alle Fälle ist es bluesiger angehaucht und die Performerin fühlt sich in der Lage, den Löwen aus dem Schaf herauszulassen.

Viele befreundete Musikerkollegen u.a. von den Decemberists, den Dodos, Calexico und M. Ward besuchten sie im Wohnwagen oder im Type Foundry Studio um sie mit ihren Gitarren, Trommeln, Flöten und am Klavier zu unterstützen, was zugleich auch wirklich freundschaftlich wirkt und nicht überfrachtet aufsterilisiert.

Die 32-jährige aus Portland/Oregon weiß, was sie will. Sie flirtet mit der Popmusik ohne eine Beziehung mit ihr einzugehen, nicht weil sie es nicht könnte, sondern um sich selber treu zu bleiben. Sie weiß, woher sie stammt und möchte ihre Wurzeln des "Beaver State" nicht verleumden. Der kleine Ort La Grande ist genauso ein Kaff, wie jener, in dem sie aufgewachsen ist, bevor sie in das Country- und Folkmusikmekka des Bundesstaates Oregon zog. Ein kleiner Ort, in dem Durchreisende höchstens mal anhalten, um ihr Auto aufzutanken oder sich einen kühlen Drink zu gönnen. Aber auch diese scheinbar unbedeutenden Ortschaften haben ihre Menschen, haben ihre Geschichte, haben davon zu erzählen ohne falsche Sentimentalität hervorzurufen.

Tracklist:
01. La Grande
02. Milk-Heavy, Pollen-Eyed
03. Lion/Lamb
04. Skin Warming Skin
05. The Rushing Dark
06. Red Moon
07. Crow Swallow
08. The Fire
09. Time Is Not
10. Feather Lungs

Autor: Stefan Weiß

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