In Legend – Ballads ‘n’ Bullets

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In Legend – Ballads ‘N’ BulletsIn Legend - Ballads 'n' Bullets


In Legend - Ballads 'n' Bullets

Ein Rockalbum – völlig ohne Gitarren? Ein Album, instrumentalisiert nur mit E-Bass, Schlagzeug und Piano – geht das denn? Apocalyptica beweisen seit Jahren mit ihrem unverwechselbaren Cello-Sound, dass es auf die klassische Instrumentierung wirklich nicht ankommt, um Härte zu erzeugen. Die A-Capella-Truppe Van Canto steht ebenfalls für eine härtere musikalische Gangart – und kommt ebenfalls ohne die klassische Rock- Instrumentierung aus.

In Legend stellen bei ihrem Debütalbum „Ballads ‘N’ Bullets“ das Piano in den Vordergrund. Mastermind Bastian Emig hatte sich schon bei der EP „Pandemonium“ überlegt, auf Gitarren zu verzichten und das Klavier den Part der eigentlich für Rock’n’Roll unverzichtbaren Instrumente übernehmen zu lassen. Was für die wenigen Songs schon wunderbar funktioniert hat, setzt er nun auf dem Longplayer gekonnt weiter um. „Hand-Hammered Piano Craft“ wird so zu seiner Marke – zum Erkennungsmerkmal seiner Band In Legend.

Neben dem Piano dominiert Bastian Emigs unverkennbare Stimme, die mal einschmeichelnd, mal hart und rotzig daher kommt, die Songs. Dabei klingt er weniger nach Metal, dafür umso mehr nach einem wirklich versierten Rocksänger. Die fehlende Härte in der Stimme macht er dann sogleich mit seinem Pianospiel wett. Er lässt das Instrument in einer noch nie dagewesenen Härte erklingen. Dann wieder streichelt er die Tasten fast zärtlich, vorsichtig.

Emig, ein im wahrsten Sinne des Wortes, ausgezeichneter Drummer, hat seine Sticks bei In Legend bei Seite gelegt. Schade finden das vielleicht einige seiner Fans, die ihn von Van Canto kennen. Doch auch am Piano und Mikrofon beweist er, dass er ein hervorragender Musiker ist – obwohl er keine Noten lesen kann. Dafür beweist er beim Debüt-Album „Ballads ‘n’ Bullets“, dass er dennoch eines hat: ein unglaublich gutes Gespür für Melodien.

Das Album startet mit „Heaven Inside“ sogleich sehr melodisch – und führt den Hörer vergleichsweise sanft in die gitarrenlose Welt von In Legend ein. Doch schon beim zweiten der 14 Songs wird klar, dass In Legend kein Kuschelalbum produziert haben: „Pandemonium“ knallt dem Hörer um die Ohren, brennt sich sofort ins Gehirn ein – und insbesondere der Refrain ist sofort mitsingbar. Die Vielseitigkeit des Pianos wird gerade in diesem Song deutlich, in dem es immer wieder ruhig und melodisch und dann laut und brachial zum Einsatz kommt.

Ein weiterer Anspieltipp ist „At her side“. Ein Stück, das sehr ruhig beginnt, in eine Disharmonie übergeht, um wieder weich und einschmeichelnd auszuklingen. Für den Song „Stardust“ hat sich Emig seine Van Canto Kollegin Inga als Verstärkung geholt und mit ihr zusammen ein sehr schönes Duett eingesungen. Ein weiterer Anspieltipp ist die Uptempo-Nummer „Heya“. Wieder gibt es einen eingängigen Refrain, um den sich mehrere Strophen legen, in denen das recht hart angeschlagene Piano dominiert. Eine typische In-Legend-Nummer.

Insgesamt haben In Legend ein absolut überzeugendes Debüt abgeliefert, in das jeder zumindest mal reingehört haben sollte.

Tracklist:
01. Heaven Inside
02. Pandemonium
03. Elekboe
04. At Her Side
05. Vortex
06. Life Is Up To You
07. The Healer (Inclusive Remedy)
08. Yue
09. Soul Apart
10. Stardust (feat. Inga Scharf of VAN CANTO)
11. A Hanging Matter
12. Prestinate
13. Heya
14. Universe

Bewertung: 8/10 Punkte

Autorin: Esther Mai


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