Project Pitchfork – Continuum Ride

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Project Pitchfork – Continuum Ride


Hatten Project Pitchfork mit den Album ?Dream, Tiresias!? aus dem vergangenen Jahr so manchem Fan ein glückliches und zufriedenes Gesicht gezaubert, so vermögen sie die Freude nun abermals zu übertreffen. Natürlich erwartete auch ich viel von der neuen Pitchfork Platte. Wenn man auf die großen Werke der Dark Wave-/ Synth- Rock- Legende zurückschaut, dann weiß man, dass Project Pitchfork eigentlich keine halben Sachen machen, gleichwohl sie zwischendurch musikalisch wohl etwas ins Straucheln kamen. Doch das alles ist Vergangenheit!

Die Gegenwart zeigt mir, dass Peter Spilles und seine begabte Crew besser denn je am Werke waren: auf der neuen Platte ?Continuum Ride? wird sich, wie auch schon auf ?Dream, Tiresias!?, auf die alten musikalischen Werte der Band zurück besonnen ohne zu sehr nach ?gestern? zu klingen. Im Vergleich zum vergangenen Album wurde hier jedoch die Perfektion geschaffen, denn das Gesamtwerk klingt noch runder, noch vollkommener als vieles, was wir in den letzten Jahren von Pitchfork zu hören bekamen.

Legt man die Silberscheibe in den CD Player ein, so wird man als Hörer direkt beim ersten Track gepackt. Mit Meeresrauschen unterlegt schafft der Opener ?Way Of The World? es, den Hörer sofort gefangen zu nehmen: treibende Beats vermischt mit der unverwechselbaren Stimme Spilles sorgen dafür, dass man sich sofort wohl fühlt und weiter hören muss. Es kommt einem alles so bekannt vor und doch klingt alles neuer und moderner als zu Zeiten von Alpha Omega oder IO.

Treibende Beats erwarten einen auch bei vielen weiteren Songs wie ?Stacked Visions?, ?Endless Infinity?, ?Beholder? oder ?Supersonic Snakebite?. Wer allerdings nun denkt, dass hier ein Danceknüller nach dem anderen dargeboten wird und es keine Atempausen mehr gibt, der irrt. Denn auch hier schaffen Spilles, Scheubi und Co es, genau zum richtigen Zeitpunkt eine besinnliche Verschnaufpause einzurichten. So sorgen das etwas ruhigere ?Continuum? oder ?The Dividing Line? für die Ruhepunkte auf der Platte, jedoch ganz ohne aufkommende Langeweile. ?Continuum? hat zwar recht aktive Beats, aber dennoch wird von Streichern untermalt, eine absolut geniale Mischung geschaffen, die einen einfach inne halten lässt. Auffällig auf diesem Album ist weiterhin ?Ghost Of The Past?, ein Track, der sehr ruhig daher kommt und nur aus Sprachsamples besteht. Das Phantastische an diesem Song ist jedoch der musikalische Aufbau. Schließt man seine Augen, so merkt man, wie der Song in sich immer größer, immer eindringlicher wird.

Meine Favoriten auf der ?Continuum Ride? sind jedoch zwei absolut tanzbare Nummern: zum einen das fast schon gefällig ? und ?gefällig? ist hier wirklich keine negative Wertung ? klingende und sich in jeder Hirnzelle festsetzende ?Beholder?, für welches im Vorwege bereits ein geniales Video angefertigt und veröffentlicht wurde; zum anderen das nicht weniger tanzbare ?Endless Infinity?, das nicht nur live absolute Bombenstimmung verbreitet, sondern sowohl zuhause alleine, als auch auf den Tanzflächen der Synthie- Welt seinen Zweck erfüllt: mitzureißen und zum Tanzen aufzufordern. Man kann nur hoffen, dass ?Endless Infinity? zum neuen Gassenhauer der Jungs mutiert, hat sich doch ein mancher Fan bereits an ?Timekiller? und Co. satt gehört.

Es ist Zeit für Neues ? für neues Bekanntes, Dinge, die einem zusagen und mit denen man sich wohl fühlt, die einem eine Gänsehaut bereiten und begeistern. Die Musik von Project Pitchfork schafft es mit jeder einzelnen Note, diese Gefühle bei den Hörern auszulösen. So wie wir die Herren jetzt haben, so mögen sie bleiben.

Ohne zu wissen, was in diesem Jahr noch alles an Veröffentlichungen von anderen Bands auf uns wartet, möchte ich für mich behaupten, dass ?Continuum Ride? eine der besten – wenn nicht sogar die beste – Szene- Platte des Jahres 2010 ist. An all jene, die dieses Album noch nicht besitzen, schicke ich eine eindringliche Kaufempfehlung. Es lohnt sich wirklich, egal ob man bereits jahrelanger Pitchfork- Fan ist oder die Musik der Band gerade erst für sich entdeckt.

Tracklist:
01. Way Of The World
02. Stacked Visions
03. The Dividing Line
04. Endless Infinity
05. Dead Cities
06. Continuum
07. Beholder
08. Ghosts Of The Past
09. Supersonic Snakebite
10. Star Child
11. 43rd Floor
12. Full Contact

Autorin: Tanja Sunshine

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