Santa Hates You – Crucifix Powerbomb

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Santa Hates You – Crucifix Powerbomb

 

Von einem Album, welches schon nach einem Finishing Move aus dem Wrestling benannt ist, erwartet man wahrlich keine allzu sanfte Behandlung und nach den ersten Takten steht fest: Santa Hates You sind auf Krawall gebürstet, zahlen bar, wollen aber eigentlich nur spielen. 12 Runden lang gibt es mit fast hörbar süffisantem Lächeln auf die Ohren. Das Rad wurde hier zwar nicht neu erfunden, aber Spaß bringend überarbeitet. Spätestens, wenn man Santa Hates You einmal live gesehen hat, sollte klar sein: bierernst geht es hier nicht zu; das Album hat klar die Tanzmuskeln anvisiert und diese kommen voll auf ihre Kosten.

Mit "Fuck That, I’m Human" wird der Ring freigegeben und lange fackeln die Hamburger auch auf den folgenden Tracks nicht. "Hexenpolizei", "God Is Hiding Under My Bed" und das von der vorangegangenen EP stammende "Rocket Heart" dürften sich im Rahmen dieser Wrestlingveranstaltung um ihre Stammplätze auf den Clubplaylists auch den einen oder anderen Fight liefern. Textlich könnte "Slime Green Spaceship" auch von einem S.P.O.C.K.-Album stammen, musikalisch geht das Stück stark Richtung Pop-Schiene und schaltet einige Gänge runter, bevor "You Make Me Wanna Bang My Head Against The Wall And Not In A Good Way" mit Nachruck, nach oben schnellenden BPM-Zahlen und Stampfbeats daran erinnert, dass man sich immer noch im Ring befindet.

"Your Soul’s Funeral" täuscht als "And One" verkleidet an und mausert sich nach einigen Takten zu einem weiteren fies-finsteren Duett, welches dem Adressaten unmissverständlich zu verstehen gibt: wir werden ganz sicher keine Freunde.
In "Z.O.M.B.I.E." arbeitet man sich fröhlich mit der akustischen Kettensäge zu Samples aus "Night Of The Living Dead" durch Horden von Halbverwesten, "Sexuelle Unordnung" spricht Klartext und zerrt wieder Richtung Tanzfläche, um Platz für den Ausreißer der Scheibe zu machen: "La Mal├Ča" fällt komplett aus dem Rahmen, ist vollgestopft mit Reminiszenzen an alte Front Line Assembly-Basslines, einem guten Schuss Hocico und Individual Totem und ist mit Abstand der treibendste, untypischste und überraschendste Song auf "Crucifix Powerbomb". "The Bonus 2.0" macht dort weiter, wo "The Bonus 1.0" auf der "Rocket Heart EP aufgehört hat und "Bootcamp" rundet das Album mit einem weiteren potenziellen Singlekandidaten ab, der im Refrain an einen zornigen Verwandten von Erasures "Chorus" erinnert.

Langeweile kommt bei "Crucifix Powerbomb" nicht auf, langatmige Sequenzen und verkrampftes Eitelkeitsgepose sucht man hier vergebens. Peter Spilles und Jinxy lassen mit diesem Album viele der neueren Szeneacts wie müde Altherrencombos aussehen und wirken dabei, als ob sie sich das Ganze lässig aus dem Ärmel schütteln. Paket erfolgreich abgeliefert, Santa!

Tracklist:
01. Fuck That, I’m Human!
02. Hexenpolizei
03. God Is Hiding Under My Bed
04. Rocket Heart
05. Slime Green Spaceship
06. You Make Me Wanna Bang My Head Against The Wall And Not In A Good Way
07. Your Soul’s Funeral
08. Z.O.M.B.I.E.
09. Sexuelle Unordnung
10. La Mal├Ča
11. The Bonus 2.0
12. Bootcamp

Autor: I. Ill├ęs

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