V. E-ONLY FESTIVAL 2015 – Leipzig, Stadtbad Leipzig (14.02.2015)

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GeschÀtzte Lesezeit: 13 Minute(n)

Bereits zum fĂŒnften Mal luden die Veranstalter des Nocturnal-Culture-Night Festivals zum Minifestival E-Only am 14.02.2015 in das Stadtbad Leipzig ein [Info zum Locationswechsel]. Das Stadtbad beeindruckte durch einen hohen Saal (ursprĂŒnglich die MĂ€nnerschwimmhalle), mit Stuck, Gewölbe und Anfangs auch mit reichlich KĂ€lte. Von den Decken hingen schwere große Kronleuchter und die SĂ€ulen auf der Empore gaben dem im Jugendstil errichteten Bau ein spezielles Flair. Nachteil von dieser imposanten Location war in diesem Jahr zweifelsohne die Akustik, die den ganzen Abend ĂŒber nicht besser wurde und die doch zu wenigen GetrĂ€nkestĂ€nde und der Mangel an ausreichend vorhandenen Toiletten. PĂŒnktlich um 17 Uhr öffneten sich die Pforten und die ersten Besucher strömten in den Saal. Anfangs nur halb gefĂŒllt, ging es wie angekĂŒndigt 17:40 Uhr mit der ersten Band los.

"Liebe und Musik sind die wichtigsten Dinge in der Welt. Doch ich denke, dass Musik mehr GefĂŒhle schaffen kann, als es die Liebe jemals fĂ€hig sein wird." (AndrĂ© [1999]) Mit dieser Aussage wurde 2001 Versus [GALLERY] gegrĂŒndet. GrĂŒnder, Texter und SĂ€nger AndrĂ© Steinigen legt dabei Wert auf musikalische Vielfalt und möchte hierbei nicht in eine Schublade gesteckt werden. Dennoch ist der ursprĂŒnglich elektronische, teils experimentelle Sound nicht zu verleugnen.

Beim europaweiten Bandcontest "Battle Of The Bands" des Sonic Seducers (2004) erreichte die aus der NĂ€he von Dresden stammende Band, den dritten Platz. 2010 kam Ihr erstes offizielles Album Different Twilight Places mit 15 Tracks aus dem Elektro-Pop-EBM Bereich auf den Markt.

Obwohl der Saal nur halb gefĂŒllt war, fanden sich doch so einige Fans die Frontmann AndrĂ© Steinigen (der Barfuß die BĂŒhne betrat) und seine zwei Keyborder, mit Applaus begrĂŒĂŸten. Passend zum ersten Song This Is Ahoi-Pop, wurden Brausepulver + Vodka von zwei netten MĂ€dels der Garde an das Publikum verteilt. Dann ging der Abend richtig los. Gleich beim ersten Lied gab es leider Mikroprobleme, die sich noch des Öfteren im Laufe des Abends wiederholen sollten. AndrĂ© Steinigen lies sich dadurch allerdings nicht aus der Ruhe bringen und nach kurzer Unterbrechung (die Musik lief weiter) funktionierte auch das Mikro wieder. Ab diesem Zeitpunkt war er nicht mehr zu halten. Er performte, sprang auf der BĂŒhne herum und teilte seine Freude an der Musik mit dem Publikum. Der Auftritt der Band stand noch bis kurz vor Knapp auf der Kippe, da der Frontman bis zum 09.02.2015 im Krankenhaus lag. DafĂŒr haben sie einen Klasse Auftritt abgeliefert und mit guter Stimme und super tanzbarer Musik auch dem Großteil des Publikums eingeheizt. Auf sein Statement gegen Rechts gab es vom Publikum Applaus. Ein wĂŒrdiger Auftakt fĂŒr die noch kommenden Bands.

Setlist VERSUS:
01. This Is Ahoi-Pop
02. A Lonesome Girls Night
03. Viva La Party
04. Definition:Lost (FOD-Remix)
05. We Were Lovers
06. FreakWaves
07. We Are Cloned
08. Into The Galaxy

Nach einer kleinen Umbaupause folgte gegen 18:15 Uhr die nĂ€chste Band. Syntec [GALLERY] wurden 1990 von Uwe Kallenbach und Tobias Hartwig aus Wolfsburg gegrĂŒndet und um einen dritten Mann, Jens Meyer erweitert.

Als eine der ersten Bands in den 90er Jahren kombinierten sie Synthie-Pop mit Elektro und Pop. Sie veröffentlichten drei Alben und spielten ĂŒber 100 Konzerte in 10 Jahren. Nach einer kĂŒnstlerischen Pause brachten sie 2000 Eternity-the Best of Syntec auf den Markt.

In der Pause fĂŒllte sich der Saal ein wenig, die Fans der Band waren anwesend und begrĂŒĂŸten diese dementsprechend mit Applaus. Frontman Tobias Hartwig trat in gewohnt rotem Anzug auf die BĂŒhne und legte auch gleich los. Die Akustik war dieses Mal etwas besser, wobei bei den ersten zwei Liedern das Mikro nicht wirklich mit dem Sound harmonierte. Die Fans im Publikum begannen bei den ersten Tönen gleich zu tanzen und viele waren auch Ă€ußerst Textsicher. Der teils an die 90er Jahre erinnernde Sound und die eingĂ€ngigen Refraintexte gingen auch dem restlichen Publikum ziemlich schnell in die Beine und der Text ĂŒber die Lippen. Zu vorgerĂŒckter Stunde wurde von Tobias Hartwig noch ein Special Guest angekĂŒndigt. Mit den Worten “ich bin Eure ValentinsĂŒberraschung” stand Dennis Schober von Solitary Experiments mit auf der BĂŒhne und wurde mit tosendem Beifall Willkommen geheißen. So gab es eine gelungene Symbiose beider SĂ€nger bei der Performance von It Takes a Word die auch den Fans sichtlich gefiel. SpĂ€testens beim vorletzten Lied Puppets gingen die Fans richtig ab, wie auch SĂ€nger Tobias Hartwig. Zum GlĂŒck war noch genĂŒgend Platz zum ausgelassen Tanzen. SpĂ€testens jetzt war das anwesende Publikum auf Tanzmodus eingestellt.

Setlist SYNTEC:
01. Devil In Heaven
02. The Blind Love the Blind

03. Leave Me – Love Me
04. It’s a Lie
05. Angel
06. Catch My Fall

07. It Takes a Word (feat. Dennis Schober of Solitary Experiments)
08. Puppets
09. Talk to the Upper World

WĂ€hrend auf der BĂŒhne wieder etwas umgebaut wurde, strömten weitere Leute in die Location und fĂŒllten den Saal erheblich. In den vordersten Reihen wurde es enger, was aber noch lange kein Grund war, nicht zu tanzen. Erstaunt ĂŒber die doch so schnelle Umbauphase ging es 19:15 Uhr auch schon wieder mit Dance or Die weiter. Dance or Die [GALLERY], bereits 2012 beim E-Only vertreten,

begannen ihre musikalische Laufbahn 1989 in Berlin. Mit Ihrem ersten Minialbum und Track Dance Or Die landeten die GrĂŒndungsmitglieder Andreas Goldacker (A.N.G.O.) und Gary Wagner (Wagner), mit dem bombastischen Orgelsound, einen absoluten Clubhit in der EBM-Szene. 2011 wurde das bisher letzte und 6. Studioalbum Nostradamnation veröffentlicht.

Akustikprobleme waren Anfangs auch hier wieder, trotz der nach oben geschraubten LautstĂ€rke zu vernehmen. Das Mikro war entweder zu laut oder zu leise eingestellt fĂŒr den teilweise ĂŒbersteuerten Sound. Nach dem dritten Lied wurde es dann zum GlĂŒck besser. Der Sound wurde, im Vergleich zu den vorhergehenden Bands, etwas hĂ€rter und EBM-lastiger. Frontman Wagner weiß seine Songs und sich zu inszenieren und kann auf der BĂŒhne so richtig schön leiden. Eine teils blutige Videoshow komplettierte das BĂŒhnenbild. Als Sleeping in Your Grave ertönte tanzte so gut wie jeder im Saal. Eine Steigerung in Form von Gestampfe und Gespringe gab es bei Aliens Electric, die Fans feuerten die Protagonisten mit hochgerissenen HĂ€nden immer wieder an und brachten den Boden regelrecht zum beben. Der Siedepunkt wurde mit der angekĂŒndigten Hymne Dance or Die, welches auch das letzte Lied der Band war, endgĂŒltig erreicht. Mit tosendem Applaus wurden Dance or Die von den Fans verabschiedet.


Setlist DANCE OR DIE:

01. Worm
02. Psychoburbia

03. Sleeping in Your Grave

04. Will of the Wind
05. Teenagemakeup
06. Aliens Electric
07. Minuteman
08. Time Zero
09. Fire
10. Dance or Die

Eine rege Betriebsamkeit machte sich breit, das Publikum in den ersten Reihen wechselte, es strömte der Fanclub von Solar Fake [GALLERY] nach vorn, wĂ€hrend auf der BĂŒhne fleißig umgebaut wurde, um pĂŒnktlich 20:15 Uhr zu starten. Solar Fake das elektronische Soloprojekt vom SĂ€nger der Dreadful Shadows und Zeraphine Sven Friedrich fand mit dem ersten Album Broken Grid 2008 den Weg in die PlattenlĂ€den. Als Multitalent ist Sven Friedrich komplett selbst verantwortlich fĂŒr Kompositionen, Texte, Arrangements und Recordings. Bei den Live Auftritten wird er am Keyboard von AndrĂ© Feller

(frĂŒher Gitarrist bei den Dreadful Shadows) unterstĂŒtzt. 2011 kam dann der Durchbruch in den Clubs mit dem zweiten Album Frontiers, es folgten einige Festivals, Einzelshows und Support-Tourneen unter anderem als Support-Act fĂŒr VNV Nation. SpĂ€testens mit dem dritten Album Reasons To Kill ist Solar Fake nicht mehr aus den Clubs wegzudenken.

Mit Jubel, kreischen und ohrenbetĂ€ubenden Beifall wurden Sven Friedrich und AndrĂ© Feller begrĂŒĂŸt. Bereits ab dem ersten Ton war im Saal eine bombastische Stimmung, die Massen bewegten sich (trotz des wenigen Platzes aufgrund des ĂŒberfĂŒllten Saales). Frontman Sven Friedrich und Keyboarder AndrĂ© Feller hatten sichtlich Spaß und verausgabten sich regelrecht bei Ihrem Auftritt. Das Keyboard musste ganz schön leiden, zum GlĂŒck wurde es auf der BĂŒhne nicht zerlegt, sonst wĂ€re die Show vorbei gewesen. Mit einer Videoshow und der energiegeladenen Performance begeisterten Sie die Fans die Lauthals mitsangen und mitklatschten. Leider gab es auch hier Akustikprobleme, dies tat der Stimmung aber keinen Abbruch. Bei More than this fiel mal wieder das Mikro komplett aus. WĂ€hrend Sven Friedrich versuchte das Mikro wieder in Gang zu bringen, tanzten die Fans trotzdem weiter zur Musik und applaudierten als es dann wieder funktionierte. Eine Premiere gab es auch noch zu hören. Under Control, ein neuer Song vom neuen Album, an welchem sie gerade basteln. In dieser einen Stunde wurde der Boden zum Schwingen gebracht. Unter frenetischen Applaus verabschiedeten sich die beiden schweißgebadet vom Publikum und Ihren Fans.


Setlist SOLAR FAKE:

01. I hate you more than my life
02. Face me
03. No Apologies
04. (You think You’re) Radical
05. Here I Stand
06. More than this
07. Reset to Default
08. Under Control
09. Parasites
10. Under the Skies
11. Where are You
12. One Step Closer
13. My Spaces

Nach der wiederum kurzen Umbaupause und sich erneut wechselndem Publikum in den ersten Reihen, ging es auch schon um 21:30 Uhr mit der 5. Band des Abends weiter. In Strict Confidence [GALLERY] stehen fĂŒr einen melodischen Electro-Wave-Sound mit technoid beeinflusstem Elektro. Die Band um Dennis Ostermann wurde 1989/90 unter dem Namen Seal of Secrecy gegrĂŒndet und 1992 in den heutigen Namen umbenannt.

Gleichzeitig mit der Umbenennung veröffentlichen ISC ihr erstes Tape Sound Attack und 1994 folgte das Doppel-Tape Hell inside / Hell outside mit dem Sie erstmals Erfolge bei Publikum und Plattenlabels erfuhren. Seit 1998 etablierten Sie sich zu einem festen Bestandteil der Elektro-Szene europaweit und gingen 1999 mit der Band Das Ich auf US-Tour.

Im Rahmen der angekĂŒndigten Vintage Show traten ISC unter viel Applaus des Publikums nur zu zweit und mit einer Videoshow auf. Die noch zuvor herrschende enthusiastische Stimmung war zwar etwas verflogen, in den ersten Reihen hatte man wieder etwas mehr Platz, dennoch war der Saal voll und der Grossteil tanzte. Die Fans sangen jedes Lied mit, tanzten sich die Seele aus dem Leib und feuerten Frontman Dennis Ostermann immer wieder an. Auch hier war das Mikro anfĂ€nglich viel zu laut eingestellt und der Sound ĂŒbersteuert. SpĂ€testens bei dem wohlbekannten Engelsstaub tanzten selbst die nicht eingefleischten Fans. Durch die fehlende weibliche Stimme verlor das Lied allerdings an Ausdruck und Harmonie. Auch waren hier weniger Aktionen auf der BĂŒhne zu sehen, es fehlte ein wenig an Energie. Nichts desto trotz war es ein gelungener Auftritt fĂŒr die Fans wie auch fĂŒr ISC. SĂ€nger Dennis Ostermann war sichtlich begeistert und bedankte sich bei allen Anwesenden mit den Worten “Vielen Dank Leipzig, der schönsten Stadt der Welt, mit den schönsten Festivals der Welt”. Dem kann ich nichts hinzufĂŒgen.

Setlist IN STRICT CONFIDENCE:
01. The Truth Inside of Me
02. Seven Lives
03. Hidden Thoughts
04. Prediction
05. Zauberschloss
06. Become an Angel
07. Industrial Love
08. Engelsstaub
09. Kiss Your Shadow

10. Herzattacke

Eine weitere Umbaupause stand auf dem Programm. Viele Leute verließen die ersten Reihen, dafĂŒr kamen andere nach vorn um die vorletzte Band des Abends aus nĂ€chster NĂ€he zu sehen. 22:45 Uhr war es dann fĂŒr [:SITD:] [GALLERY] so weit. Carsten Jacek (Stimme), Thomas Lesczenski (Musik und Stimme) und Frank D’Angelo (Musik und Backvocals) sind die „Shadows in the Dark“, die sich 1996 im Ruhrpott zusammenfanden um Musik zu machen. Der Sound besteht aus harten Electrobeats mit Trance-Elementen und aggressivem Gesang und die Texte beinhalten meist schonungslose und zerstörerische Themen.

2002 erlangten die Snuff EP und SITD erstmals internationale Beachtung und sind sie auf den internationalen TanzflĂ€chen ein fester Bestandteil geworden. Eine weitere Passion der Band ist das Neuabmischen von Songs andere einschlĂ€giger Bands aus der Szene. So entstanden viele neue Remixe fĂŒr Acts wie Solitary Experiments, Mindware, Pzycho Bitch, Oomph, Painbastard, Grendel, Absurd Minds und Projekt Pitchfork!

Die Reihen lichteten sich allgemein etwas, dennoch war die Location noch gut besucht. Als [:SITD:] die BĂŒhne betraten waren die Fans direkt aus dem HĂ€uschen. Carsten Jacek begann zu Singen und die Fans setzten sich zu den treibenden Beats und apokalyptischen Electro-Hymnen tanzend in Bewegung. Die Show war energiegeladen und Carsten Jacek nutze die BĂŒhne sehr gut aus. Er war die ganze Zeit in Bewegung und tigerte von der linken Seite zur rechten und zurĂŒck. Auch hier war anfangs die Akustik leider nicht so berauschend, was aber auch hier wieder besser wurde. Bei Redemption und Suffering in Solitude ĂŒbernahm Keyboarder Tom das Mikrofon. Danach wurde wieder getauscht und weitere Clubhits gespielt. Die Fans drehten so richtig bei Snuff Machinery und Richtfest auf und stampften was das Zeug hĂ€lt. Auch hier bebte der Boden, wobei die allgemeine Stimmung (Ă€hnlich wie bei ISC) etwas verhaltener war, als bei Solar Fake. [:SITD:] spielten neue Lieder wie auch all jene bekannten Hits, die alle erwartet hatten. Ein sehr gelungenes Konzert zum Abtanzen vor allem fĂŒr die Fans.


Setlist [:SITD:]:

01. Dunkelziffer
02. Purgatorium
03. Kreuzgang
04. Lebensborn
05. Redemption
06. Suffering in Solitude
07. Laughingstock
08. Rot
09. Snuff Machinery

10. Herbsterwachen
11. Richtfest

Zu vorgerĂŒckter Stunde und nach dem letzten Umbau ging es mit dem Headliner des Abends gegen 0:10 Uhr weiter. Covenant, Komponist Eskil Simonsson, Programmierer und Texter Joakim Montelius und Keyboarder Clas Nachmanson schlossen sich am 26. April 1986 in Helsingborg (Schweden) zusammen und brachten bisher 10 Alben auf den Markt. Die Musik ist ein Mix aus Future Pop, Trip Hop, Ambient, Dance und Drum and Bass. Wobei sich der Sound von Album zu Album immer etwas Ă€ndert und ein stetiger Wandel herrscht, ist all das aber unverkennbar elektronische Musik, die auch zum Teil Mainstream tauglich ist. Die Schweden erobern seit 1996 Europa und selbst Amerika. Sie sind mit Ihren vielen Hits (unter anderem Figurehead, Tour De Force, Dead Stars, Der Leiermann und Call The Ships To Port) nicht mehr aus den Clubs und Dance-Charts wegzudenken. 2013 kamen ihr letztes Album Leaving Babylon sowie die EP Last Dance auf den Markt, welche an die bisherigen Erfolge anknĂŒpfen konnten.

Covenant [GALLERY], live hier nicht allzu oft zu sehen, standen als Headliner des E-Only auf der BĂŒhne. FĂŒr mich nicht unbedingt das Highlight des Abends, aber fĂŒr viele, viele andere, die wie mir schien extra nur fĂŒr Covenant gekommen waren. WĂ€hrend der Umbaupause fĂŒllte sich der Saal ziemlich schnell und der Platz, den man zuvor hatte, schrumpfte erheblich. Die BĂŒhne wurde in Nebel gehĂŒllt, der sich auch hartnĂ€ckig das ganze Konzert ĂŒber auf der BĂŒhne hielt. Ein extrem langes und experimentell klingendes Intro Leaving Babylon II folgte und die Fans begannen nach einer Weile zu rufen. Als etwas bekanntere Band kann man sich schon mal etwas feiern lassen. Nach gut 5 Minuten immer langweiliger werdenden Intros ging es endlich richtig los. Die Fans jubelten und begrĂŒĂŸten die Musiker. Den Satz zur Akustik schenke ich mir an dieser Stelle. Eskil Simonsson war gut gelaunt auf der BĂŒhne unterwegs, allerdings war seine Stimme live an diesem Abend nicht so besonders, jedenfalls nicht so, wie man sie sonst kennt. Laut einigen Fans verpasste er ab und an seine EinsĂ€tze und auch ein paar Texte wurden vergessen. Als Nicht-Fan hat man das allerdings glaube ich gar nicht mitbekommen. Das Publikum schien etwas gespalten ĂŒber den Auftritt. Einige fanden es aber toll, jubelten, tanzten, klatschten, sangen mit und fordernden Zugaben, vor allem bei den Ă€lteren Liedern zum Schluss. Andere fanden den Auftritt hingegen eher schlecht und der Funke sprang nicht bei jedem so recht ĂŒber. Man muss schon Fan sein um den doch sehr experimentellen Live Sound der Band zu mögen. Das letzte StĂŒck Call the Ships to Port war auch gleichzeitig der Höhepunkt von Covenant, jeder kennt den Song und jeder feiert darauf ab. Zu einer Zugabe ließen Sie sich dann auch noch hinreißen und spielten We Stand Alone. Danach ging ein langer Konzertabend zu Ende.

Setlist COVENANT:
01. Leaving Babylon II (Intro)
02. Leaving Babylon
03. Bullet
04. Thy Kingdom Come

05. Figurehead
06. Ignorance & Bliss

07. I Walk Slow
08. Go Film
09. I Am
10. Prime Movers
11. Edge of Dawn
12. Ritual Noise
13. Der Leiermann
14. Last Dance
15. Call the Ships to Port
16. We Stand Alone (Encore)

Wer immer noch nicht genug hatte, der konnte sich auf der Aftershowparty noch mal so richtig einheizen lassen. Bei der Aftershowparty legten DJ Dennis (Solitary Experiments), DJ Chris (Agonoize), DJ Botox & Cholo (Resident DJ) sowie DJ Elvis (Devotee Jena) die Platten auf. Wer kein Ticket fĂŒr das Festival hatte, konnte fĂŒr einen kleinen Obolus von 3€ wenigstens an der Aftershowparty teilnehmen.

Fazit: Es war ein schönes kleines Festival mit einer guten Auswahl an Bands, wenn auch vielleicht zwei Bands zu viel fĂŒr einen Abend. Sieben Bands am StĂŒck sind schon ein langer Marathon, wenn man alles miterleben möchte. FĂŒr jeden Musikgeschmack war mit Sicherheit etwas dabei und die Location war vom In­te­ri­eur auch super. VerbesserungswĂŒrdig wĂ€re das Catering sowie die Toiletten- und die Garderobensituation. Ich hoffe, die Tontechniker haben genĂŒgen Erfahrung mit der Location sammeln können, dass derartige Aussetzer beim nĂ€chsten E-Only Festival, welches auch im Alten Stadtbad stattfinden soll, nicht wieder passieren. Die LautstĂ€rke war fĂŒr mich persönlich auch ein Manko. Warum mĂŒssen fast alle Konzerte immer derart laut sein, das man hinterher an Tinnitus leidet? LautstĂ€rke ist auch nicht alles und macht die Musik nicht besser. Es geht auch etwas leiser ganz gut, wie man bei den ersten beiden Bands miterleben durfte. Auf Facebook meinten trotzdem noch einige Fans, dass die Musik zu leise gewesen wĂ€re… 

Bilder des Festivals und der beteiligten Bands befinden sich in unserer Konzertfotos Sektion (Bildkommentare sind dort durch Anklicken der gelben Sprechblase oben rechts möglich) oder direkt durch Anklicken der jeweiligen Gallery-Links bzw. Fotos.

Fotos: Danny Sotzny

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