ROBBEN FORD – Pure

ROBBEN FORD - Pure
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8 Gesamtnote

Gesamtnote

8

Es handelt sich bei Robben Fords Pure um ein Instrumental-Album. Also so ganz ohne Gesang eben. Warum das an so exponierter Stelle direkt gesagt werden muss? Weil man es sonst vielleicht gar nicht merkt. Das Album geht in einem gut durch, beinhaltet dabei eine Menge Abwechslung und irgendwann wundert man sich, dass es vorbei ist. Und das nicht etwa, weil es plätschern würde, sondern weil es einen mitnimmt. Dabei ist der Künstler hier einen anderen Weg als sonst gegangen und arbeitete zunächst mehr oder weniger allein an der Musik, nur mit Toningenieur und Co-Produzent Casey Wasner als Begleitung. Er musste für sich erst einmal ein Gefühl für die Musik bekommen, bevor weitere Instrumente eingespielt wurden.

Im titelgebenden Intro wird mit Jam-Charakter schon einmal ein wenig drauf los soliert, mit dem folgenden White Rock Beer … 8cents geht es direkt in die Vollen. Mit einem munteren Blues-Rhythmus ist man direkt eingegrooved, Robben Ford spielt seine unverkennbaren Melodielinien als Solo-Gitarrist darüber und – ganz salopp gesagt – hat hier schlichtweg den Blues. Jedoch im positiven Sinne. Und doch ist nicht nur er solierend dabei, auch das Saxophon ist hier sehr deutlich vernehmbar – in einem angenehmen Wechselspiel mit der Gitarre. Bereits dieses Stück zeigt, warum man das mit dem Instrumental-Album erwähnen sollte, denn es passiert eigentlich zu viel, um das wirklich wahrzunehmen oder so etwas wie Gesang zu vermissen.

Abwechslungsreich ist das Album mit seinen Mitteln sowieso durch und durch. Es bluest, es jazzt und es kann auch mal ganz entspannt wirken, ohne dabei beliebig zu werden. Milam Palmo ist so ein Stück, das im ruhigen Bereich mit klaren Gitarrensounds brilliert, sich mal aufbaut, dann wieder entspannt, sich mit Melodielinien wiederaufbaut und die Spannung auch im ruhigen Bereich aufrechterhält. Es sind einfach sehr viele Klangfarben, die hier auf den Hörer zukommen. A Dragon’s Tail beispielsweise hat schon fast etwas Mystisches in seiner gesamten Struktur und schafft es wie so viele Momente des Albums, das man gespannt an der Musik hängt.

Tatsächlich ist es im wahrsten Sinne ein Solo-Album geworden, denn die Solo-Gitarre ist das dominante Instrument. Man merkt, dass Robben Ford hier einfach das gemacht hat, wonach ihm war, denn die Soli sind nicht nur virtuos gespielt, sondern man hört ihnen auch den Spaß daran an. Ein gelungenes Album für Freunde gut gemachter Gitarrenmusik!

ROBBEN FORD – Pure

01. Pure (Prelude)
02. White Rock Beer … 8cents
03. Balafon
04. Milam Palmo
05. Go
06. Blues for Lonnie Johnson
07. A Dragon’s Tail
08. Pure
09. If you want me to

Weblinks ROBBEN FORD:

Homepage: www.robbenford.com
Facebook: www.facebook.com/RobbenFordOfficial

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