(DOLCH) – Feuer

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Unsere Bewertung:


9

Gesamtnote

9

Heiß …

Das ist es nun also: das Debüt-Album der deutschen, undurchsichtigen Untergrund-Perle (Dolch). Das von Ván-Records wahrscheinlich am besten gehütete Geheimnis startet mit einer dreiteiligen Konzeptreihe, an dessen Anfang Feuer steht und in dessen weiteren Verlauf wir noch Nacht und Tod erwarten werden. Ganz schön ambitioniert, mit seinem Erstwerk so zu beginnen, könnte man nun sagen, aber (Dolch) scheinen ein Faible für Trilogien zu haben. Ihr nebeliges und wechselhaftes Tun begann 2014 mit der (Demo-) EP I. II und III: Songs Of Happiness … Words Of Praise folgten, ebenso wie eine Support-Tour bei seiner königlichen Hoheit, dem apokalyptischen King Dude und ein Vertrag bei Ván-Records, die ja irgendwie ein Händchen für Projekte wie (Dolch) zu haben scheinen. Das bedeutet in etwas so viel: Neben ihrer nicht greifbaren, düsteren Erscheinung und ihrem grau-schwarz verschleierten Hintergrund, ist das Duo auch ansonsten, das heißt musikalisch, schwer einzuordnen. Und so könnte man das ganze Versteckspiel als kindischen Mummenschanz abtun, würde es zusammen mit dem wave-igen, post-punkigen in zähflüssigen Avantgarde-Noise/Ambient watenden psychedelischen Doom-Metal nicht eine so ungeheure Anziehungskraft ausüben.

Lass Dir den Beitrag vorlesen:

Eindringlicher und sinnlicher als noch auf den Vorgängerwerken präsentiert sich die Band nun auf ihrem Debüt. Der weibliche Gesang fungiert hierbei wie das glühende Zentrum aus süßer Hitze inmitten dröhnender Gitarren, gleißender Elektronika und atmosphärischer Motive und Samples, die einen mit ihrer repetitiven Naht aus Fieber unablösbar an die Songs schweißen. Feuer wird haften bleiben, mehr noch als seine avantgardistischen, leicht unterkühlten Vorgänger. Aber bei (Dolch) wusste man ja noch nie so genau, was man bekommen würde. Da erscheint einem das bis zur Unendlichkeit vorgetragene Electro-Voice-Sample aus A Love Song „I’m glad we are not what you want us to be“ fast wie eine überflüssige Information. Hier beugen sich sämtliche Genres der Atmosphäre des Konzepts. Das gelingt hervorragend und wir dürfen gespannt sein, wie das Ganze bei den beiden Nachfolgern Nacht und Tod aussehen wird. Das Debüt des geheimnisvollen Duos jedenfalls hat die Wirkung eines zäh dahinfließenden Lava-Stroms: voll von hypnotisch anziehender Hitze, unter seiner dunklen Kruste unheilvoll brodelnd.

Feuer ist in unterschiedlichen Formaten am 15. November bei Ván-Records und Totenmusik erschienen.

Anspieltipps: Burn, Halo (Afraid Of The Sun), Psalm 7

Tracklist (DOLCH) – Feuer:

01. Burn
02. Halo (Afraid Of The Sun)
03. A Funeral Song
04. A Love Song
05. Psalm 7
06. Mahnmal
07. Feuer

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Weblinks (DOLCH):

Official: http://dolch-band.com
Bandcamp: https://dolch.bandcamp.com
Label: https://www.van-records.de/dolch.html
Label: http://totenmusik.com/artists/dolch

Geschrieben von
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