GIORGIO MORODER – Düsseldorf, Mitsubishi Electric Halle (13.04.2019)

Giorgio Moroder, © Frank Stienen
Geschätzte Lesezeit: 3 Minute(n)

Der Großmeister der Discomusik, Giorgio Moroder, möchte es noch mal wissen: Der 79-Jährige ist zur Zeit mit einer Band auf Tour, um dort seine großen Klassiker wie The Neverending Story, Flashdance … What A Feeling oder I Feel Love zu präsentieren. In der Düsseldorfer Mitsubishi Electric Halle konnte er auf ganzer Linie überzeugen, in nur kurzer Zeit bebte die ganze Halle.

Kurz nach 20 Uhr kamen die Musiker auf die Bühne, um ein schönes Intro – nämlich Theme From Midnight Express – anzustimmen. Nach dieser schönen Einstimmung kam Giorgio himself an die Reihe, denn hinter seinem Pult stehend sang er seinen Song Looky Looky aus dem Jahre 1969 und langsam kam Stimmung auf. Er konnte es sich nicht nehmen lassen, sein Publikum zu begrüßen und teilte ihm mit, Düsseldorf sei eine sehr schöne Stadt, auch weil hier die elektronische Musik erfunden wurde. Und jeder wusste, auf welche Band er anspielte. Im Hintergrund der Bühne wurde nun sein Konterfei eingeblendet: ein Gesicht mit Sonnenbrille und Schnauzbart. Giorgio erzählte nun eine Anekdote um Love To Love You Baby. Donna Summer traute sich nicht so recht im Studio zu dem Song zu stöhnen, da ihr Freund anwesend war. Kurzentschlossen warf Moroder alle Zuschauer aus dem Studio – und Summer konnte plötzlich stöhnen. Die umwerfenden Sängerinnen Amy, Rachel und Shanice durften nun erstmals an diesem Abend ihr Können unter Beweis stellen und kamen beim Publikum sehr gut an.

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Dass Moroder einige erfolgreiche Soundtracks produziert hat, ist wohl jedem bekannt und so sang Sänger Simon den Titel The Neverending Story (im Original interpretiert von Limahl aus dem Film Die unendliche Geschichte), nicht ohne die Zuschauer dazu zu animieren, mit ihrer Handytaschenlampe ein Meer aus Lichtern zu erzeugen, die sich im Takt der Musik bewegten. Ein romantisch-festlicher Moment des Abends. Bei Bad Girls hielt es dann niemanden mehr auf den Beinen, sitzen war einfach unmöglich, die ganze Mitsubishi Electric Halle tanzte und die drei Sängerinnen waren voll in ihrem Element. Ein besonders Schmankerl war danach an der Reihe: das geniale Instrumental The Chase aus Moroders erstem Soundtrack für den Film Midnight Express von Alan Parker, das weit vor der Hochzeit der Hi-NRG-Musik entstanden ist. Dabei klang der Titel in der Liveversion so frisch wie nie.

Together In Electric Dreams – im Original mit Philip Oakey, der Stimme von The Human League – wurde nun erneut von Simon gesungen und es gab einen perfekten Übergang zu From Here to Eternity, bei dem der Meister mit Vocoder-Stimme sang. Mitten im Konzert realisierten dann auch die letzten, dass der Mann hinter dem Pult so einige Welthits produziert hatte. Zum Beispiel das folgende Stück Musikgeschichte: Flashdance … What A Feeling, für das Moroder 1983 zu Recht einen Oscar in der Kategorie „Bester Filmsong“ gewann. Interpretin Shanice sang den Irene-Cara-Song so voller Inbrunst, dass automatisch eine Gänsehaut entstand und die Halle brodelte.

Daft Punk, Bowie, Donna und mehr

Das nächste Highlight kam nicht aus der Feder des Komponisten, sondern von der französischen Band Daft Punk, die ihm mit diesem Stück ein Denkmal setzte. Der Song kam besonders live soundtechnisch fett herüber und die ganze Halle tanzte mit – ob jung oder alt. Die 10-köpfige Band, bestehend aus John (Bass), Ron (Keys), Ollie (Guitar), Dave (Drums, Arrangement), John (Percussion) und einem Streicherquartett, spielte um ihr Leben und bekam oft lautstarken Applaus. Die Zeit verging im Flug, man konnte in Erinnerungen schwelgen und mit geschlossenen Augen die Musik genießen.

Im Anschluss wurde die Entstehungsgeschichte vom Kult-Hit I Feel Love erzählt und jeder Musiker spielt seinen einzelnen Part dazu, bis der bekannte Sound zusammengesetzt war und der groovige Song beginnen konnte. Generell wurde die Show immer wieder von Geschichten aus dem Nähkästchen aufgefrischt und so erfuhr man, dass David Bowies Produzent Brian Eno über Giorgio Moroders Sound erzählte, er habe die Zukunft der Musik gehört. Passend dazu wurde Cat People mit Bowies Stimme als Einspieler gebracht, unterstützt durch eine psychedelische Projektion. Und genau so verfuhr man mit Mac Arthur Park von Donna Summer, was eine gute Entscheidung war, denn die Stimmen von Summer und Bowie sind einfach einmalig.

Bei Last Dance durfte Shanice nochmal Gas geben, dann war leider (vorerst) Schluss mit der Show. „Sollen wir noch einen versuchen?“ fragte Moroder das Publikum, welches lauthals schrie und „Zugabe!“ rief. Natürlich gab es  noch ziemlichen Hot Stuff auf die Ohren und man konnte überall abzappelnde Menschen – auf der Tribüne wie vor der Bühne – erleben. Aber ein Song sollte noch folgen: Blondies Call Me, welcher natürlich erst einmal mit dem Publikum einstudiert wurde, welches stimmgewaltig mitsang, bis es wirklich Zeit war, auf Wiedersehen zu sagen. Wir sagen Ciao Giorgio! Bis hoffentlich bald!

Setlist GIORGIO MORODER @ Düsseldorf, Mitsubishi Electric Halle (13.04.2019)

01. (Theme From) Midnight Express
02. Looky Looky
03. Love To Love You Baby
04. The Neverending Story
05. Bad Girls
07. Chase
08. Together In Electric Dreams
09. From Here To Eternity
10. Flashdance … What A Feeling
11. Giorgio By Moroder
12. Take My Breath Away
13. Danger Zone
14. Right Here, Right Now
15. I Feel Love
16. Cat People
17. MacArthur Park
18. Last Dance
19. Hot Stuff (Z)
20. Call Me (Z)

Weblinks GIORGIO MORODER

Website: https://www.giorgiomoroder.com/
Facebook: https://www.facebook.com/GiorgioMoroderOfficial

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