LAIBACH: MUSICK bekommt ein ENCORE – neues Album, neue Tracks und neue Tourtermine

Laibach photo Ursa Premik
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Lesedauer: 4 Minuten

Laibach kündigen mit „Musick : Encore“ ein Begleitalbum zu ihrem jüngsten Studioalbum an. Das neue Werk erscheint am 20. November 2026 über Mute/[PIAS] und versammelt bislang unveröffentlichtes Material aus den ursprünglichen „Musick“-Sessions sowie neue Remixe. Den Auftakt der Kampagne bilden zwei neue Tracks: „This Is The End“ mit der slowenischen Sängerin Kaja Skrbinšek und der Punchbag Remix von „Love Machine“ feat. Senidah. Gleichzeitig setzt das slowenische Kunstkollektiv seine „Musick“-Tour im Herbst in Europa und Großbritannien fort. „Musick : Encore“ erscheint als 10-Track-Vinyl, während die CD- und Digitalversionen vier zusätzliche Titel enthalten.

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Nach dem im Mai veröffentlichten Musick führt Laibach das Konzept seines bislang wohl unmittelbarsten Pop-Albums weiter und dekonstruiert es zugleich. Im Mittelpunkt steht erneut der Widerspruch zwischen der beinahe grenzenlosen digitalen Musikproduktion und der eigenen obsessiven Hingabe an das Medium. Streaming, Algorithmen und die wachsende Flut KI-generierter Inhalte machen Musik zunehmend zur Massenware – genau diese hyperdynamische, von Reizüberflutung und künstlicher Reproduktion geprägte Gegenwart nehmen die neuen Stücke und Remixe von Musick : Encore nun erneut ins Visier.


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Den Auftakt macht „This Is The End“, ein komplett neuer Song mit der slowenischen Sängerin und Musikerin Kaja Skrbinšek. Der Titel bildet zugleich den Opener von Musick : Encore und setzt damit bewusst einen anderen Akzent als die besonders tanzbaren Momente des Hauptalbums. Bereits der Titel ist Programm: „This Is The End“ klingt nach Schlussstrich, Abgesang und Endspiel – und passt damit unmittelbar zu einer Veröffentlichung, die sich mit der Frage beschäftigt, was vom menschlichen Schaffen übrig bleibt, wenn Maschinen Musik nicht mehr nur reproduzieren, sondern schneller, billiger und scheinbar grenzenlos produzieren können. Der Song ist dabei kein isolierter Nachtrag. Er steht am Beginn einer Tracklist, die neues Material, Kollaborationen und radikale Neuinterpretationen miteinander verbindet. Die offizielle Tracklist führt Kaja Skrbinšek entsprechend als Feature des Eröffnungstitels.

Parallel dazu erhält „Love Machine“ feat. Senidah eine neue Perspektive. Die Labelkollegen Punchbag haben den Song einem Remix unterzogen und verleihen ihm ihre eigene Verbindung aus Punk und Pop. Damit wird aus einer der zugänglichsten Nummern von Musick ein weiterer Baustein der musikalischen Demontage, die Encore prägt. Der ursprüngliche Song gehört zu den auffälligsten Pop-Momenten des Albums und lebt vom Kontrast zwischen der elektronischen Ästhetik des Projekts und der Stimme der aus Bosnien und Herzegowina stammenden Sängerin Senidah. Auf Encore bekommt „Love Machine“ gleich mehrere Bearbeitungen: Neben dem Punchbag Remix ist auch eine Version von The Lincolnshire Poacher vorgesehen. Damit wird der Song exemplarisch für die Arbeitsweise des neuen Albums: Vorhandenes Material wird nicht einfach wiederveröffentlicht, sondern auseinandergenommen, verändert und in einen neuen Kontext gesetzt.


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Auffällig ist dabei vor allem die Mischung aus komplett neuen Titeln und Bearbeitungen bereits bekannter Stücke. „#US“, „Tales From The Crypt“, „Faith No More“ und „Modern Talking“ erweitern das musikalische Universum, während Remixe von Balžalorsky, Richard X und Punchbag die Stücke des Hauptalbums aus unterschiedlichen Blickwinkeln neu betrachten. Auch „Yom Kippur“, ursprünglich bereits 2025 veröffentlicht, findet seinen Weg auf das neue Werk. Die Verbindung zum politischen und gesellschaftlichen Themenfeld, das das Schaffen der Gruppe immer wieder prägt, bleibt damit erhalten. So entsteht kein klassisches Remix-Album, sondern eine Erweiterung von Musick, die vorhandenes Material mit neuen Ideen, Perspektiven und musikalischen Ansätzen konfrontiert.

Genau darin liegt auch der eigentliche Reiz des gesamten Projekts. Musick ist ausdrücklich kein Ausflug in gewöhnlichen Pop. Die offizielle Beschreibung versteht das Album als kritische Auseinandersetzung mit einer „warped reality“ und einer von KI-Nachahmung geprägten Gegenwart. Musikalisch bedient sich das Werk dennoch hemmungslos aus zeitgenössischen Popformen – von Eurodance bis K-Pop. Gerade dieser Widerspruch ist zentral: Die Musik funktioniert zunächst als eingängiger Pop, während genau diese Eingängigkeit gleichzeitig zum Untersuchungsgegenstand wird. Die Songs klingen nach algorithmischer Gegenwart und kommentieren sie zugleich. Oder, anders gesagt: Der Pop ist nicht nur Verpackung – er ist Teil der Kritik. Und Musick : Encore dreht diese Methode noch einmal weiter.

Auch bei den Mitwirkenden fährt das Projekt groß auf. Neben Kaja Skrbinšek und Senidah sind Marina Mårtensson, Wiyaala, Manca Trampuš, Bojan Cvjetićanin von Joker Out und Gregor Strasbergar von MRFY beteiligt. Hinzu kommen mehrere Produzenten und Remixer. Richard X, der bereits an Musick beteiligt war, übernimmt erneut mehrere Produktionen und liefert außerdem einen Remix von „Resistencia“. Wiyaala ist auf zwei neuen Versionen von „Musick“ vertreten. Damit setzt Encore eine Strategie fort, die Musick bereits auszeichnete: Das eigene Klanguniversum wird nicht abgeschottet, sondern mit unterschiedlichen Stimmen, Produktionsweisen und musikalischen Perspektiven konfrontiert.

Tracklist:
01. This Is The End (feat. Kaja Skrbinšek)
02. Yom Kippur
03. #US (feat. Marina Mårtensson)
04. Tales From The Crypt
05. Faith No More (feat. Marina Mårtensson & Bojan Cvjetićanin)
06. Musick (feat. Wiyaala) (Balžalorsky remix)
07. Resistencia (feat. Gregor Strasbergar) (Richard X remix)
08. Love Machine (feat. Senidah) (PUNCHBAG remix)
09. Modern Talking (feat. Manca Trampuš)
10. Musick (Unsick Version)

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Parallel zur Veröffentlichung bleibt das Projekt auch live präsent. Die „Musick“-Tour führt im Herbst 2026 erneut durch Europa und Großbritannien. Für Deutschland stehen dabei vier Termine auf dem Programm:

06.10.2026 Bochum, Zeche Bochum (wir werden berichten)
08.10.2026 Hamburg, Große Freiheit 36
13.10.2026 Berlin, Huxleys Neue Welt
14.10.2026 Dresden, Reithalle

Daneben stehen unter anderem London, Manchester, Southampton, Canterbury, Gent, Nijmegen, Oslo, Kopenhagen, Brünn und Zagreb auf dem Tourplan. Die offiziellen Tourdaten führen die Konzerte als „Musick Tour“. Und damit ist noch lange nicht Schluss. Wer dachte, mit dem im Mai erschienenen Musick sei das Kapitel abgeschlossen, dürfte sich also getäuscht haben. Das Companion-Album macht aus der ursprünglichen Idee ein größeres Projekt: neue Songs, neue Stimmen, Remixe, alternative Versionen und eine weitere Tourrunde.

Der vielleicht schönste Satz aus dem offiziellen Begleittext bringt die Haltung auf den Punkt: „Perhaps these are the final moments when creating music purely for enjoyment still carries broader significance – before alien, generative intelligence outplays and outperforms us all.“ Musick ist damit nicht einfach vorbei. Es bekommt ein Encore – und dieses Encore klingt schon verdächtig nach dem nächsten Angriff auf die Gegenwart.

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Weblinks LAIBACH:

Webseite: laibach.org
Facebook: @Laibach
Instagram: @laibachofficial


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