VNV NATION – Noire

Geschätzte Lesezeit: 3 Minute(n)

Unsere Bewertung:


5 Gesamtnote

5

Was ist nicht alles in den letzten f├╝nf Jahren so passiert? Eine Menge, wie ich finde. Die Zeit bleibt nicht stehen, und auch im Falle von VNV Nation hat sich seit dem letzten Studiowerk Transnational (2013) einiges ver├Ąndert. Zuallererst hat Frohgeist und Sympathietr├Ąger Marc Jackson das Projekt von Ronan Harris f├╝r mich ├╝berraschend verlassen. Dadurch ist eine gro├če L├╝cke entstanden, bei der ich mich frage, wie diese zumindest visuell zuk├╝nftig gef├╝llt werden soll. Im Studio ist VNV Nation aber nat├╝rlich schon seit jeher ausschlie├člich das Baby von Harris.

Lass Dir den Beitrag vorlesen:

Eher ├╝berraschend wurde das neue Album Noire jetzt ans Licht der Welt gesp├╝lt. Laut Aussage von Harris hat er wohl bis zuletzt an der Platte geschnitzt. Vielleicht auch ein wenig zu knapp, wenn man bedenkt, wie fr├╝h es die Tourdaten bereits gab. Hat man sich da ein wenig zuviel Druck aufgebaut? Anyway, die Platte dreht sich jetzt im Player und alle erwarten den gro├čen Bang, schlie├člich m├╝ssen sich ja f├╝nf Jahre Wartezeit auch irgendwie bezahlt machen.

Noire beginnt sehr schwerg├Ąngig und dem Titel nach auch d├╝ster. A Million er├Âffnet die Platte f├╝r mich wie ein Befreiungsschlag. Wo ist der Blubberpop der letzten beiden Platten geblieben? Pomp├Âs, gef├Ąhrlich dr├Âhnt es aus den Boxen, und ich habe das erste Mal nach gesch├Ątzten tausend Jahren wieder eine G├Ąnsehaut durch Harris erhalten. Ein Opener, der bedrohlicher kaum sein kann. Dieser Trip kann nur gut werden. Doch irgendwie macht es puff und mit Armour ist alles weg. Harris versucht irgendwie den Spagat zwischen bedrohlich und lieb. Aber hey, wer w├╝rde den schwarzen Lord schon gerne in den Arm nehmen. Mit viel Hall und ├╝berladenen Synthies ist hier f├╝r mich kein Blumentopf zu holen.

God of all ist eine Hommage an die alten Zeiten. F├╝r die Jugendlichen unter Euch: So klangen VNV mal, als es noch ein Geheimtipp war und Harris auch auf gro├čen Szeneevents nachmittags bei Sonne spielen musste. Immersed l├Ąsst dann endlich mal wieder etwas von der Bedrohlichkeit des Albumopeners durchblitzen und ich zucke vergn├╝gt mit dem Fu├č. Hier knallt es gerade so durch die Boxen, dass ich f├╝r mich im Moment wohl den H├Âhepunkt der Platte erreicht habe.

Als Vorabsingle hat Harris mit Sicherheit mit Where ist the future das beste kommerziell verwertbare St├╝ck der Platte ausgew├Ąhlt. Ein St├╝ck, mit dem er eine Art Best of der Transmission und der Automatic (2011) geschaffen hat. Sch├Âne Synthiepassagen, gepaart mit den Lyrics ist es fast schon zu poppig f├╝r den Albumtitel. Aber es ist gef├Ąllig und wird auch auf der B├╝hne gut funktionieren.

Was dunkel und bedrohlich startet, muss eigentlich doch ein Happy End haben, oder? Im Falle von All our sins ist es ganz gut getroffen. Es klingt majest├Ątisch mit einer Prise Hoffnung, damit wir nicht alle mit Alptr├Ąumen einschlafen m├╝ssen. Wobei die Frage sich stellt, ob wir es ├╝berhaupt bis zum Ende der Platte schaffen. Harris hat sich, was die L├Ąnge der einzelnen Tracks angeht, nicht auf Drei-Minuten-Radiopop beschr├Ąnkt, was mit Sicherheit lobenswert erw├Ąhnt werden sollte. Leider hat er sich aber auch bei den drei (!) Instrumentalst├╝cken nicht an die ber├╝hmte L├Ąngenvorgabe gehalten. Somit habe ich das Gef├╝hl, dass die Platte durch diese St├╝cke, die viel zu ruhig ausgefallen sind, komplett zerschnitten wird.

Harris versucht auf Noire alles in 74 Minuten reinzuquetschen, was ihn in den letzten f├╝nf Jahren bewegt hat. Positives wie Negatives. Leider wirkt es dadurch leiht orientierungslos. Den Pop der letzten Platten einfach so absch├╝tteln kann er leider nicht, die Ernsthaftigkeit, die er mit den d├╝steren Tracks unterstreichen will, verblasst somit leider viel zu schnell.

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4.4 von 5 Sternen (136 Kundenbewertungen)

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Tracklist VNV NATION – Noire:
  1. A million
  2. Armour
  3. God of all
  4. Noctrune No.7 (Instrumental)
  5. Collide
  6. Wonders
  7. Immersed
  8. Lights go out
  9. Guiding (Instrumental)
  10. When is the future
  11. Only Satellites
  12. Requiem for wires
  13. All our sins

Anspieltipp: A million, God of all, Immersed, When ist the future?

Weblinks VNV NATION:

Homepage: http://www.anachronsounds.de/
Facebook: https://www.facebook.com/VNVNation

Geschrieben von
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