VNV NATION – Oberhausen, Kulttempel (09. + 10.12.2016)

Fotos: VNV Nation
VNV Nation, (c) Miriam Neiken
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Ende Februar diesen Jahres verschlug es VNV Nation nach Kleve. Selten genug finden in der 50.000-Einwohner-Stadt nahe der holländische Grenze überhaupt Konzerte alternativerer Ausrichtung statt. Die Truppe um Ronan Harris und Mark Jackson hatte an diesem Abend im Radhaus nach eigenen Angaben so viel Spaß, dass die Lust auf weitere kleine Clubgigs schlagartig stieg. Flugs wurden weitere Auftritte in ganz Deutschland gebucht, die überwiegend innerhalb weniger Tage ausverkauft waren. Zwei davon fanden im Oberhausener Kulttempel statt, der es in den letzten Jahren wie kaum ein anderer Club in NRW hinbekommt, Acts zu buchen, die für die kleinen Räumlichkeiten eigentlich längst viel zu groß sind. Das Motto dabei wie auch schon in Kleve: Automatic Empire. Die knapp 110-minütige Show lieferte ausschließlich Stücke der Alben Automatic und Empires sowie der EP Burning Empires. Es bot sich also die Chance, einige sonst selten bis gar nicht gespielte Perlen zu Gehör zu bekommen. „Empires ist das Album, was die Altfans am meisten mögen, Automatic wird von den Anhängern am liebsten gehört, die noch nicht so lange dabei sind“, erklärte Frontmann Harris. Und brachte auch direkt sein Kopfschütteln darüber zum Ausdruck, dass ihn nach vorherigen Shows der Tour ständig noch Leute fragten, warum sie denn Chrome nicht gespielt hätten. Nein, der Überhit vom 2005er Werk Matter + Form musste bei dieser Tour ebenso wie andere ewige Klassiker der Güteklasse Perpetual, The Farthest Star, Sentinel, Illusion oder Beloved draußen bleiben.

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Nachdem man sich durch die lange Schlange in den Kulttempel gekämpft hatte, bekam man ein Set zu hören, welches entsprechend des Klangs der beiden Alben vor Abwechslungsreichtum strotzte. Auf das atmosphärische Arclight folgten mit Kingdom und Space & Time zwei absolute Hymnen, mit Fragments wird es kurz darauf so richtig technoid, Gratitude und Standing, letzteres sogar in zwei Versionen dargeboten, bringen hingegen eine gehörige Portion Pop-Appeal mit sich. Und dann war da natürlich noch Nova, welches nach zwei Gänsehaut erzeugenden Lichterspektakeln auf dem Amphi 2015 sowie dem M’era Luna 2016 mittlerweile ein absolut unverzichtbarer Bestandteil jeder VNV-Show ist. Zugegeben: Auch auf kleinstem Raum macht es schon Eindruck, wenn ein paar hundert Menschen auf Kommando Handy-Taschenlämpchen und Feuerzeuge in die Luft recken. Den melodiösen Ausklang lieferten mit Radio und Resolution zwei weitere Automatic-Songs. Stimmungsmäßig ließen beide Konzerte aber doch beizeiten noch etwas zu wünschen übrig. Viele beschäftigten sich – wie es heutzutage leider so oft vorkommt – während des Gigs eher mit ihrer Smartphone-Kamera als mit der Musik und wirkten in ihrem Bewegungsdrang irgendwie gehemmt. Was der in Hamburg lebende Ire auch einige Male kritisch, aber mit dem bestens bekannten Charme anmerkte…

Für 2017 kündigte Harris dann zum Ende einige Pläne an. Ob es im kommenden Jahr auch ein neues Album geben wird, steht aber derzeit noch nicht fest. Was aber fest steht: Weitere kleine VNV-Shows mit speziellerem Programm wären schön. Wie wäre es denn beispielsweise mit Shows zu den Alben Futureperfect und Matter + Form? Dann fragt hinterher auch niemand mehr nach Chrome

Setlist VNV Nation @ Oberhausen, Kulttempel (09. +10.12.2016):

01. Arclight
02. Kingdom
03. Space & Time
04. Darkangel
05. Fragments
06. Further
07. Legion
08. Streamline
09. Gratitude
10. Distant (Rubicon II)
11. Rubicon
12. Standing
13. Saviour (Vox)
14. Control
15. Nova (Z)
16. Standing (Motion)
17. Radio (ZZ)
18. Resolution (ZZ)

Fotos: Miriam Neiken

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2 Comments

  • Also meine Frau und ich waren am Samstag im Kulttempel und Ron Harris war vom Publikum sehr beeindruckt. Er sagte persönlich, dass das Samstagpublikum richtig abging und textsicher immer wenn er das Mikrofon in die Menge hielt begeistert mit gesungen hat, was am Vorabend nicht so der Fall gewesen sein sollte, laut Harris. In einem gebe ich ďir Recht, was mir schon seit Jahren bei vielen Konzerten weltweit aufgefallen ist, die meisten Menschen haben immer ihr Handy bei, was ich persönlich meide.

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