MANIC STREET PREACHERS – Everything Must Go

Geschätzte Lesezeit: 3 Minute(n)

Unsere Bewertung:


10 Stellenwert

10 Album

10 Live-CD

Gesamtnote

10

Obgleich es an dieser Stelle natĂŒrlich um Everything Must Go, das vierte Album der Manic Street Preachers, gehen soll, das anlĂ€sslich seines 20jĂ€hrigen JubilĂ€ums in einer Neuauflage als Doppel-CD inkl. Live-CD erscheint, so ist es doch fĂŒr das VerstĂ€ndnis des Albums als Gesamten sinnvoll, einen Schritt zurĂŒckzugehen. Der VorgĂ€nger The Holy Bible war das letzte Werk gemeinsam mit Richey Edwards, der von Depressionen und Zweifeln zerfressen die Hauptarbeit am Album ĂŒbernahm und das Album als dĂŒster-beklemmendes Gesamtwerk erscheinen ließ. Mitten in der Arbeit an Everything Must Go verschwand er. Sein Auto stand an der Severn Bridge, die traurige BerĂŒhmtheit als bei Selbstmördern beliebte BrĂŒcke besitzt. Edwards selbst wurde nie gefunden – ein Schock fĂŒr die Band.

Mit dem EinverstĂ€ndnis der Angehörigen setzten die ĂŒbrigen drei die Arbeit an Everything Must Go fort, das somit nicht nur den Durchbruch der Band bedeutete, sondern vor allem einen Umschwung und Übergang darstellt. FĂŒnf Texte sind noch von Richey Edwards, dazu die Gitarren auf No Surface All Feeling. 1996 erschien das Album und feierte große Erfolge – und ĂŒber all dem schwebte Richey Edwards‘ Geist. Everything Must Go – alles muss gehen. Bei Richey ging es nicht mehr, bei der Band ging es weiter. Der Titeltrack zeigt sich dabei gleich als Rock-Hymne mit Streicher-Einsatz, druckvollem Gesang und einfĂŒhlsamen Passagen. Die klare Botschaft, dass es weitergeht.

Nachdenklichkeit findet sich in den Texten, Melancholie in den KlĂ€ngen, aber auch ein zuvor stark abhanden gekommener Optimismus spiegelt sich im Album wieder. Ein Klassiker wie das MidTempo-Opus A Design For Life zeigt es mit seinen schweren GitarrenwĂ€nden und optimistischem Gesamtklang samt Streichern sehr gut. Insgesamt zieht sich vor allem ein druckvoller Rocksound durch das Album, was auch beispielsweise Enola / Alone zeigt, das auch erneut gut die Stimme James Dean Bradfields in den Vordergrund stellt. Ebenso auch Australia mit seinem Song-inhĂ€renten Sehnen. Ruhigere Momente bietet hingegen Small Black Flowers That Grow In The Sky, das aus Richey Edwards‘ Feder stammt und sich mit der Behandlung von Tieren im Zoo auseinandersetzt. Beendet wird das Album mit No Surface All Feeling, mit dem das Album noch einmal gut zusammengefasst wird: Hymnische Elemente treffen auf nachdenkliche Passage und auch hier findet sich eine gewisse GrĂ¶ĂŸe im Songwriting.

Ein Übergang, aber kein Bruch

Wenn man das Album durchgehört hat, hat man lĂ€ngst festgestellt, warum es einen derartigen Stellenwert hat, der die neuerliche Veröffentlichung nach dem zehnten JubilĂ€um rechtfertigt. Und dann ist da ja noch die Live at Nynex, eine Live-Aufnahme aus der Zeit nach der Veröffentlichung des Albums – 1997 in Manchester. Hier sieht man deutlich, dass die Band sich mit Everything Must Go in einem Übergang befand, aber keineswegs mit der Historie gebrochen hat. Nicht nur die neuen Songs werden in Top-Form live prĂ€sentiert, sondern auch die StĂŒcke der vorigen Alben werden sehr gut dargeboten. Man merkt es frĂŒh, wenn nach Everything Must Go und Enola / Alone mit Faster direkt ein StĂŒck des VorgĂ€ngers The Holy Bible begegnet. Der druckvolle Rock-Sound geht mit Tempo nach vorne und fĂŒgt sich gut ins Gesamtbild ein.

So kann die Live-CD nicht nur einen guten Einblick in die Live-QualitĂ€ten von Everything Must Go geben, sondern auch einen Überblick ĂŒber das Gesamtschaffen der Band zu diesem Zeitpunkt. Mit Motown Junk geht man bis in die Anfangstage zurĂŒck, Motorcycle Emptiness und sein Ohrwurm-trĂ€chtiges Riff belegen gut die QualitĂ€ten des DebĂŒts Generation Terrorists und selbst das gerne unterschĂ€tzte Zweitwerk Gold Against The Soul kommt mit StĂŒcken wie Roses In The Hospital gut zur Geltung. Beendet mit You Love Us bietet die Live-CD somit einen deutlichen Mehrwert zum Album an sich und macht die Wiederveröffentlichung nicht nur fĂŒr Sammler interessant, sondern fĂŒr jeden, der Brit-Pop im Allgemeinen und die Manic Street Preachers im Speziellen mag.

FĂŒr Fans und Sammler erscheint das Album zudem auch als Box-Set mit LP, zwei CDs mit dem Album und den B-Seiten sowie dem Konzert Live at Nynex als Doppel-DVD.

Tracklist MANIC STREET PREACHERS – Everything Must Go:

01. Elvis Impersonator: Blackpool Pier
02. A Design for Life
03. Kevin Carter
04. Enola/Alone
05. Everything Must Go
06. Small Black Flowers That Grow In The Sky
07. The Girl Who Wanted To Be God
08. Removables
09. Australia
10. Interiors (Song For Willem De Kooning)
11. Further Away
12. No Surface All Feeling

Tracklist MANIC STREET PREACHERS – Live At Nynex:

01. Everything Must Go
02. Enola/Alone
03. Faster
04. Kevin Carter
05. La Tristessa (Scream To Sigh)
06. Removables
07. Roses In The Hospital
08. Elvis Impersonator: Blackpool Pier
09. The Girl Who Wanted To Be God
10. Motown Junk
11. Motorcycle Emptiness
12. No Surface All Feeling
13. This Is Yesterday
14. Small Black Flowers That Grow In The Sky
15. Raindrops Keep Falling On My Head (Acoustic)
16. Yes
17. Australia
18. Stay Beautiful
19. A Design for Life
20. You Love Us

Weblinks MANIC STREET PREACHERS:

Homepage: www.manics.co.uk
Facebook: www.facebook.com/manicstreetpreachers
Twitter: www.twitter.com/manics

Everything Must Go 20 (Remastered)

Preis: 1,75 €

(0 Kundenbewertungen)

35 neu & gebraucht ab 1,74 €

Geschrieben von
Mehr von Marius Meyer

SMASH INTO PIECES – Evolver

Zugegeben: An dieser Stelle hĂ€ngen wir hinterher. Schließlich ist Evolver von Smash...
Weiterlesen