HELLOWEEN, RAGE & C.O.P. UK – Oberhausen, Turbinenhalle (06.02.2016)

Helloween, (c) Michael Gamon
Geschätzte Lesezeit: 3 Minute(n)

W├Ąhrend vielerorts noch fr├Âhlich Karneval gefeiert wird, holen wir uns am Samstag, den 06.02.2016, mit Helloween unsere sympathischen und rockenden K├╝rbisk├Âpfe auf die Agenda. Schauplatz des Spektakels ist die Oberhausener Turbinenhalle, deren Vorraum Dank Karnevalsfestivit├Ąt noch mit mindestens 99 Luftballons geschm├╝ckt ist. Ein echt lustiges Bild, wenn man bedenkt, dass ein Gro├čteil der hier Anwesenden mit Lederweste oder in zerlebter, mit Bandaufn├Ąhern ├╝bers├Ąhter Jeanskluft unterwegs ist. Die vor ├╝ber 30 Jahren in Hamburg gegr├╝ndete Metallegende erfreut sich auch dieser Tage noch gro├čer Beliebtheit und reist nicht nur mit ihrem aktuellen Album My God-Given Right im Gep├Ąck an, sondern auch mit einem Support, der mit Rage und Crimes of Passion ÔÇô kurz C.O.P. UK ÔÇô nicht gelungener h├Ątte ausfallen k├Ânnen.

Etwas zeitiger als erwartet setzen C.O.P. UK um 19:45 Uhr den Startschuss und versuchen die Menge mit ihrem satten Sound schon einmal auf eine angemessene Betriebstemperatur zu bringen. Mit ihrem Songs wie The Core, Catch me if you can oder Stranger than fiction schaffen es die Briten, die Menge nach und nach immer mehr zu erreichen. Frontmann Dale zeigt sich hierbei nicht nur stimmstark, sondern wie es sich f├╝r K├╝nstler diesen Genres geh├Ârt auch k├Ârperlich ziemlich dynamisch, wetzt er doch ohne Unterlass ├╝ber die Bretter und wirbelt den Mikrophonst├Ąnder durch die L├╝fte. Energie pur!

Nach einer kurzen Umbaupause stehen die n├Ąchsten im Bunde vor uns, die sich bei vielen Fans als gef├╝hlter zweiter Headliner entpuppen. Zwar kommen die Herren von Rage aus dem nahegelegenen Herne und nicht direkt aus Oberhausen, dennoch sp├╝rt man deutlich, dass sie hier und heute ein echtes Heimspiel haben. Immer wieder jubeln ihre feierw├╝tigen Anh├Ąnger lauthals und rufen den Namen von Frontmann und Aush├Ąngeschild Peter ÔÇ×PeavyÔÇť Wagner. Mit den zwei Krachern Black in Mind und Send by the Devil h├Ątte die Show nicht besser beginnen k├Ânnen und es dauert nicht lange, bis die Halle ordentlich brodelt. Die Power-Metaller, die mittlerweile ebenfalls auf ├╝ber 30 Jahre Musikgeschichte zur├╝ckblicken k├Ânnen, pr├Ąsentieren ihren Fans nicht nur ein Set, das vor Klassikern und Krachern s├Ąmtlicher Schaffensphasen nur so strotzt, sondern sie zeigen auch, wie viel Freude sie an dem haben, was sie dort tun, und stecken uns mehr und mehr damit an. Der H├Âhepunkt ist letztlich bei Higher than the Sky erreicht, das von der ausflippenden Meute aus vollem Halse mitgesungen wird. Genial!

Die beste Karnevals-Gegenveranstaltung, die man sich vorstellen kann

Wenig sp├Ąter ist es endlich so weit. Helloween stehen in den Startl├Âchern! Die B├╝hne h├╝llt sich in das eisblaue Coverartwork des aktuellen My God-Given Right mit lachendem K├╝rbiskopf, der sich die Kopfbedeckung der Freiheitsstatue geborgt hat. Jubelst├╝rme ├╝berschlagen sich, als die ersten T├Âne des Intros Walls of Jericho erklingen und die ewig jungen Herren die B├╝hne entern. Sp├Ątestens jetzt ist hier jeder im Feier-Modus und rockt beim Opener Eagle Fly Free ordentlich mit. Ab hier ist die Show ein echter Selbstl├Ąufer und ein Hit jagt den n├Ąchsten, auch wenn schon darauf geachtet wird, dass neben den wohlbekannten und hei├č geliebten Klassikern auch neuere Hits nichts zu kurz kommen. Das Konzept geht auf, zumindest wenn man den euphorischen Reaktionen des Publikums glaubt. Es wird immer wieder laut mitgesungen, beherzt auf S├Ąnger Andi Deris Stimmungsspielchen reagiert und ausgelassen gefeiert. Auch auf der B├╝hne ├╝berschl├Ągt sich die Freude an dem gemeinsam Erlebten regelrecht und es wird freudig auf und ab gestapft und nach gewohnter Rockermanier selbstverst├Ąndlich mit Haaren und Instrumenten ordentlich gepost. Helloween liefern wie gewohnt also nicht nur eine Show f├╝r die Ohren, sondern auch f├╝rÔÇÖs Auge, das hier stets auf Trab gehalten wird. Ganz besonders zelebriert wird ÔÇô wie h├Ątte es auch anders sein k├Ânnen ÔÇô das fast schon obligatorische Klassiker-Medley, das uns heute unter anderem kurze Ausschnitte von Helloween, Sole Survivor und dem phantastischen Keeper of the Seven Keys beschert. Wie, und das warÔÇÖs nun?
Denkste! Denn Andi und seine Mannen erklimmen noch ein weiteres Mal die Bretter und feuern noch Before the War und Future World in die Nacht, bevor wir mit I Want Out genau da aufh├Âren, wo es am sch├Ânsten ist. Es f├╝hlt sich gro├čartig an! Ein wirklich gelungener Abend und gleichzeitig die beste Karnevals-Gegenveranstaltung, die man sich vorstellen kann!

Setlist HELLOWEEN @ Oberhausen, Turbinenhalle (06.02.2016):

Intro Walls of Jericho
01. Eagle Fly Free
02. Dr. Stein
03. My God-Given Right
04. Steel Tormentor
05. Mr. Torture
06. Waiting for the Thunder
07. Straight Out of Hell
08. Heroes
09. Where the Rain Grows
10. Lost in America
11. Power
12. Forever and One (Neverland)
13. Medley: Halloween / Sole Survivor / I Can / Are You Metal? / Keeper of the Seven Keys
14. Before the War (Z)
15. Future World (Z)
16. I Want Out (Z)

Fotos: Michael Gamon

Geschrieben von
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