mind.in.a.box – Revelations

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9 Bewertung

9

mind.in.a.box – Revelations

Ich muss zugeben, dass die Vorfreude auf das Album extrem gro├č war.
Leider damit verbunden auch eine enorme Erwartungshaltung, sind doch die ersten drei Alben nach meinem Daf├╝rhalten kleine Meilensteine in der elektronischen Independent Musikwelt. Nach den ├Ąu├čerst unterhaltsamen Konzeptalben "Lost Alone", "Dreamweb" und "Crossroads", sowie dem aus der Reihe gefallenen letzten Album "R.E.T.R.O", welches eine Hommage an die fr├╝he Musik der ersten Computer like Arcade, Amiga und C64 darstellte, liegt nun das neue Album "Revelations" vor.

"Revelations" kn├╝pft nahtlos an das letzte Konzeptalbum "Crossroads" an.
Auch dieses Mal dreht sich die Story wieder um Black, um die Offenbarung seiner Erinnerungen, denen er noch in den vorangegangen Geschichten hinterher jagte. Im Booklet wird wieder die Story von Horror- und Sciene-Fiction Autor Andreas Gruber erz├Ąhlt. Der Inhalt spiegelt den Kampf der Agency gegen die Sleepwalkers wieder, im Grenzgebiet zwischen Realit├Ąt und Wirklichkeit. In einer Welt zwischen Cyberspace und moderner Gesellschaft. D├╝ster geht es zu, trist. Und d├╝ster rasen auch die Bits ├╝ber den Datenbus in meinem CD Player mit dem Opener "Remember" los. Kein Intro. Direkt hinein ins Vergn├╝gen. Abtauchen in eine dunkle Schattenwelt. Starke elektronische Musik. Songwriter und Macher Stefan Poiss singt auf dem neuen Album mehr mit "echter Stimme", als er es auf den alten Alben tat, wo ├╝berwiegend ein Vocoder seine Stimme als Roboter erklingen lie├č. Mitverantwortlich f├╝r diesen kleinen Umschwung d├╝rften auch die Live-Auftritte der letzten zwei Jahre sein, wo auf echte Instrumentalisierung der Songs, mittels Schlagzeug, Bass und Gitarre, gesetzt wurde. Nat├╝rlich sei an dieser Stelle bemerkt, dass der unverwechselbare Sound von mind.in.a.box nach wie vor auf dem gesamten Album vorhanden ist. Der echte Gesang reichert die Musik an und l├Ąsst mehr Abwechslung zu.

Mit "Cause And Effect" erlebt der H├Ârer schon einen ersten H├Âhepunkt. Ein sehr intensiver Song, der Gesang steigert sich in mehreren Abschnitten immer wieder aufs Neue. Selten bekommt man solche Kost in diesem Genre so perfekt inszeniert vorgesetzt. ├ťber den sehr d├╝steren, minimalen Song "Transition" hangelt man sich weiter zu "Doubt", einem Song, der auch gut f├╝r den Dancefloor geeignet sein wird. Eing├Ąngiger Beat, der sich mit an richtigen Stellen gesetzten Breaks abwechselt. Macht sehr viel Laune und wird auch nach mehreren Durchl├Ąufen nicht langweilig. Es w├╝rde den Rahmen einer Rezension sprengen, auf jeden Song des neuen Albums einzugehen. Sind sie doch teilweise zu komplex, um sie mit einfachen Worten zu beschreiben. Das wundersch├Âne "Control", eher ruhig und bed├Ąchtig, wird abgel├Âst von "Fragments", welches ├╝ber ein langes Intro in eine Baseline ├╝bergeht, bei der es schwierig ist, die F├╝├če still zu halten. Das ganze Album ist mit viel Ambient und Atmosph├Ąre gespickt und wird auch bei den letzten Songs "Unknown", "Not Afraid" und "Second Reality" nie langweilig, um dann mit "Sanctuary" ein gro├čartiges Finale zu erreichen. 10 Songs, mit einer Spielzeit von ├╝ber 57 Minuten, machen sehr viel Spa├č.

Fazit: Meine hohe Erwartungshaltung wurde nicht entt├Ąuscht.
Wer mind.in.a.box mag, wird hier voll auf sein Kosten kommen! mind.in.a.box haben sich nicht neu erfunden, aber das war aufgrund des Konzeptes auch nicht zu erwarten. Vielmehr hat die Band ihr Konzept wieder einmal mit einem ├Ąu├čerst starken Release best├Ątigt und die Messlatte erneut auf ├Ąu├čerst hohes Niveau gelegt. Wie die vorangegangenen Alben, hat auch ÔÇ×RevelationsÔÇť wieder einen geh├Ârigen Tiefgang, der in diesem Genre seinesgleichen sucht. Hier ist es nicht mit einem kurzen "Durchh├Âren" der Songs getan. F├╝r "Revelations" muss man sich Zeit nehmen, es verstehen und in die Welt von Black und seine Mannen eintauchen.Es wird sich lohnen. Versprochen!

Tracklist:
01. Remember 4:28
02. Cause and Effect 6:51
03. Transition 5:55
04. Doubt 5:29

05. Control 5:49
06. Fragments 5:51
07. Unknown 5:03
08. Not Afraid 5:03
09. Second Reality 6:34
10. Sanctuary 6:11

Autor: Dirk Wirtz

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