PETER HEPPNER / MELOTRON – Krefeld, Kulturfabrik (23.09.2010)

Geschätzte Lesezeit: 4 Minute(n)

Anfang des Jahres 2010 startete Peter Heppner mit Supportact Melotron im Gepäck seine Club- Tour. Bereits im Februar konnte uns diese unschlagbare Kombination in Duisburg überzeugen. Nach einer Pause ging das erfolgreiche Treiben dann am 17.September in die zweite Runde und kam am 23.September in der Kulturfabrik in Krefeld an. Ausverkauft war das Spektakel an jenem Tag zwar nicht, aber dennoch fanden sich eine Menge Fans aus Krefeld und Umland in der großen KuFa ein, um einen schönen Abend zu verleben.

Begonnen wurde gegen 20.30 Uhr mit den Neubrandenburgern Melotron, die mit ihrem Electropop als Vorband für Peter Heppner wie gemacht schienen. Frontmann Andy Krüger und seine beiden Kumpanen ?Edgar war überraschenderweise dieses Mal übrigens nicht dabei- an den Synthesizern standen nach einem kurzen Intro gut gelaunt auf der Bühne und versuchten, das Publikum angemessen auf den Heppner- Auftritt vorzubereiten. Nachdem die ersten Unsicherheiten überwunden und Melotron mit dem Publikum warm geworden waren, wurde zu Songs wie ?Brüder? und ?Menschenfresser? auch ordentlich Stimmung verbreitet. Obgleich die Verhaltenheit der Menge vor allem in den hinteren Reihen etwas anstrengend war, meisterten Melotron ihren Auftritt souverän und konnten doch noch einiges an Lob und Dankbarkeit für ihr Set einheimsen. ?Your Love Is Calling Me? vom angekündigten Album konnte ebenfalls überzeugen und es zeigte sich abermals, dass Melotron trotz einiger Kritik und der Betitelung als Schlager- Elektro durch einige Szeneanhänger dennoch etabliert sind und an diesem Abend wirklich richtig am Platz waren.

Setlist:
01. Brüder
02. Arroganz der Liebe
03. Stucked in a Mirror
04. Welt Du Bist So Still
05. Menschenfresser
06. Your Love Is Calling Me

Nach einer Pause wartete dann alles gespannt auf Peter Heppner und seine Live- Crew. Als dann nach und nach auch die Bühne betreten wurde und Heppner sich an seinem Mikrofon mit gutem Blick auf seinen Notenständer positionierte, fing die bisher eher ruhige Menge das erste Mal an diesem Abend richtig an zu jubeln. Unterstützt wurde er an jenem Tag von einigen bekannten Verdächtigen, nämlich Achim Färber und Carsten Klatte (Project Pitchfork) an den Drums bzw der Gitarre. Weitere Live- Unterstützung kam von den beiden Keyboardern Dirk Riegner und Lothar Manteuffel.

Mit dem Kracher ?I Hate You? wurde dann auch direkt losgelegt und die ersten Töne zeigten, wie sicher Herr Heppner live doch seine Stimme im Griff hat. Kurz und knapp (?Ich bin Peter und das ist meine Band?) stellte sich der doch eher wortkarge Peter vor und ging sofort wieder über zu seiner Lieblingsbeschäftigung auf der Bühne: singen. Wieder einmal wurde klar, dass der Ausnahmekünstler, der sich nicht nur mit dem Projekt Wolfsheim einen Namen gemacht hatte, kein Mann der großen Worte ist. Auch zeigte seine Bühnenperformance, dass er ebenfalls kein Mann der großen, spektakulären Bewegungen ist. Aber sehr wohl ist er ein Mann der großen Töne und der großen Gefühle, wie die ergriffene Menge bei ?No Matter What It Takes?, ?Die Flut? oder ?Kein Zurück? mehr und mehr erfahren durfte. Live kam das Ganze auch noch besser, noch emotionaler und noch ehrlicher rüber als es auf Platte der Fall ist. Erstaunlich, wie jeder Ton, der da von der Bühne schallte, ohne Umwege genau seinen Zielort fand, um dort eine angenehme, emotionale und nachdenkliche Stimmung zu provozieren.

Das über 90-minütige Set hielt einiges an Schmuckstücken und Krachern aus Heppners gesamter Schöpfungszeit bereit, was einen jeden Fan sicher glücklich machte. Ob Gemeinschaftsarbeiten mit Paul Van Dyk, Joachim Witt und Schiller oder Stücke von seinem Solo- Album ? es saß alles gut und klang so, wie man es von einem Peter Heppner erwartete. Mit ?God Smoked? wurde als Zugabe auch noch ein neuer Song dargeboten, der vom Publikum ebenso mit Freuden aufgenommen und gedanklich verarbeitet wurde.

Nach insgesamt 19 Songs beendete Peter Heppner mit ?The Sparrows And The Nightingales? aus den frühen erfolgreichen Wolfsheim- Jahren das Set und hinterließ zwar kein körperlich ausgepowertes, aber ein dennoch äußerst glückliches Publikum.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich in diesem Jahr schon ein Konzert miterlebt habe, dass von den übertragenen Emotionen und der Stimmung und Leistung auf der Bühne her an den Heppner Abend in der Kulturfabrik qualitativ herankommt.

Setlist:
01. I Hate You
02. Alleinesein
03. No Matter What It Takes
04. Die Flut
05. Künstliche Welten
06. Being Me
07. Wherever
08. Kein Zurück
09. Wir Sind Wir
10. Easy
11. Suddenly
12. Vorbei
13. Vielleicht
14. Once in a Lifetime
15. Dream of You
16. Wundervoll
17. Das Geht Vorbei
18. God Smoked (Z)
19. Leben..I Feel You (Z)
20. The Sparrows and the Nightingales (ZZ)

Bilder des Konzerts befinden sich in unserer Concert-Pictures Sektion (für Bildkommentare muss man aus Spamverhinderungsgründen leider angemeldet sein) oder direkt hier durch Anklicken des jeweiligen Bandfotos:

Peter Heppner:

Melotron:

Autorin: Tanja Sunshine
Fotos: Michael Gamon

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