BARONESS – Purple

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Unsere Bewertung

9 Musik

8 Cover

Dieser Tage erscheint es quasi unmöglich, einen Artikel zum neuen, insgesamt vierten BaronessAlbum Purple zu lesen, ohne das Wort „Busunfall“ darin zu finden. Wir versuchen es in der Folge trotzdem mal und lassen die allseits bekannte wie traurige Hintergrundgeschichte zur Abwechslung mal beiseite.

Nach rot, blau, gelb und grĂŒn nun also lila. Das nun neuformierte Quartett aus Savannah, Georgia bleibt seinem hauseigenen Farbencode treu – und zum GlĂŒck auch den eigenen StĂ€rken. Die bewĂ€hrte Mischung aus Sludge-, Stoner-, Classic-Rock und Metal wird auf Purple hier und da um die ein oder andere (allerdings recht unauffĂ€llige) KeyboardflĂ€che ergĂ€nzt, die Songs bewegen sich zwischen vier und knapp sieben Minuten – das Interlude Fugue und das nur 16-sekĂŒndige Outro lassen wir mal außer Acht – und brauchen unterschiedliche Anlaufzeiten, bevor sie sich schlussendlich fast durch die Bank weg im Ohr festsetzen. „Shock me, I needed a suprise“, wie es im Refrain des potenziellen Single-Hits an Position 2 heißt, geht also sicher nicht als Motto des Albums durch. Aber da Baroness in knapp 42 Minuten so ziemlich all ihre bekannten StĂ€rken ausspielen, fĂ€llt dies nicht sonderlich ins Gewicht. Gleich Morningstar eröffnet mit einem kraftvollen Riff, darauf aufbauend treiben SĂ€nger John Baizley und die Rhythmussektion den Album-Opener in einen Chorus, der hymnischer kaum sein könnte. Weitere Refrains, welche auf den Deutschland-Konzerten im kommenden MĂ€rz wohl lautstark mitgegrölt werden, liefern Try To Disappear, das vielleicht leicht sogar an hĂ€rtere Foo Fighters-Songs erinnernde Kerosene sowie Desperation Burns. Einen Kontrapunkt setzen danach das bereits erwĂ€hnte Instrumental Fugue mit leichtem Reggae-Einfluss sowie das atmosphĂ€risch-postrockig beginnende, sich aber dann immer weiter in einen tanzbaren Riff-Rocker steigernde Chlorine & Wine.

Der ein oder andere mag es schade finden, dass eine fast GĂ€nsehaut erzeugende Ballade der GĂŒteklasse Eula vom VorgĂ€nger Yellow & Green auf Purple fehlt. Nichtsdestotrotz liefert die Band um John Baizley, der natĂŒrlich auch wieder das Artwork im gewohnten Stil zur LP designte, hier ein Album ab, welches jeder Fan der – naja, sagen wir mal dreieinhalb – VorgĂ€nger absolut zufriedenstellen sollte.

Schlimm nur: Wer sich die CD-Version des Albums zulegt, muss mit einer der wohl schlechtesten Mastering-Arbeiten seit Menschengedenken leben. An den lauteren Stellen verschmelzen Gitarre, Bass und Drums zu einem nur schwer genießbaren Soundmatsch. Einigen anderen Rezensionen zufolge scheint die Vinyl-Version von Purple da die deutlich bessere Wahl zu sein.

Tracklist: BARONESS – Purple
01. Morningstar
02. Shock Me
03. Try To Disappear
04. Kerosene
05. Fugue
06. Chlorine & Wine
07. The Iron Bell
08. Desperation Burns
09. If I Have To Wake Up (Would You Stop The Rain?)
10. Outro

Purple

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