1000 ROBOTA – 3/3

ALPHAVILLE - Eternally Yours
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8 Gesamtnote

Gesamtnote

8

Es gibt so Standardsätze, die begegnen einem regelmäßig wieder an den unterschiedlichsten Stellen. Beispiel gefällig? Nehmen wir doch mal „wenn es einfach wär‘, würde es jeder machen“. Mancher mag zustimmen, mancher mag stöhnen, aber unabhängig von der Reaktion kann man feststellen: Das trifft auch auf das neue Album von 1000 Robota zu, die sich nach dem zweiten Album entschieden, etwas anderes zu machen. Das spielte sich dann fernab von der Band ab, war im Schauspiel, in der Kunst oder auch in der Musikproduktion zu finden, bevor man sich entschloss, nach zehn plus zwei Jahren (letztere bezeichnen die Pandemie-Jahre, die laut Band „nicht zählen“) doch wieder ein Album veröffentlichen. Teil drei von drei, wenn man so will, heißt das Album doch 3/3.

Lass Dir den Beitrag vorlesen:

Die Band spricht davon, dass das Album „Explosion und Implosion zugleich“ sei. Warum das so ist, wird schnell deutlich, wenn man einsteigt mit Binich. Kühle Sounds treffen auf explosive Momente. Energie trifft auf Nachdenklichkeit. Die Stücke wirken gerne Collagen-artig, dadurch erhalten sie Eindringlichkeit, wie eben der besagte Opener zeigt, der mit rauem Charme und druckvollen Stimmen agiert. Auch ein Stück wie Ende, das trotz seines Titels auf dem Album mittig platziert ist. Eine bedrohliche Soundkulisse erwartet einen auch hier, der Bass dröhnt und der Gesang ist teils in einem finsteren Sprechgesang gehalten und geht erst im Chorus ins Gesungene über.

Es hat immer wieder etwas Geheimnisvolles, sich diesem Album anzunähern. Hin und wieder findet man musikalische Assoziationen. Ob Zufall oder nicht, so denkt man bspw. in De Ar Mensch ein wenig an die Atmosphäre mancher Nummern der Einstürzenden Neubauten. Und doch folgt noch etwas mehr Wärme mit den anschließenden zwei letzten Nummern des Albums. Mit Finde mich erklingt zunächst einmal eine Coverversion von Sophie Hunger, die dieses Stück auf ihrem Album Halluzinationen bereits veröffentlichte und das von 1000 Robota hier gut in deren Stil übernommen wurde. Mit Statur im Flur endet danach das Album und es erklingen äußerst harmonische Gitarrenmelodien. Ein versöhnlicher Ausklang, wenn man so will, wobei man vorher ja gar nicht „unversöhnt“ gewesen wäre mit dem Album.

So endet dann ein schwieriges, aber auch aufregendes Album, denn es macht Spaß, sich ihm zu nähern. Die ersten Durchläufe sind nicht unangenehm, eher geht man fragend heran und findet dann nach und nach doch ins Album rein. Das hört man gerne häufiger. Aber ob das für weitere zehn Jahre Pause reicht? Diese Überlegung möchte man hinterher gar nicht anstellen wollen.

Tracklist 1000 ROBOTA – 3/3:

01. Binich
02. Gift
03. Popkorn
04. Schma
05. Ende
06. Erde heben
07. Blume Rucksack
08. De Ar Mensch
09. Finde mich
10. Statur im Flur

Weblink 1000 ROBOTA:

Facebook: www.facebook.com/1000robota

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