JULIA SCHEESER – Silbertablett

PETER HEPPNER - München, Backstage (09.09.2022)
Geschätzte Lesezeit: 2 Minute(n)

8 Gesamtnote

Gesamtnote

8

Nach verschiedenen Vorboten war es Anfang September soweit: Mit Silbertablett erschien das neue Album von Julia Scheeser, der Nachfolger zum Debüt Kopfkino. Und selbst, wenn man die Dame jetzt so direkt erst einmal nicht kennen sollte, so könnte man doch schon einmal von ihr gehört haben, denn sie ist nicht nur Musikerin, sondern auch Synchronsprecherin. Eine, die es versteht, Geschichten zu erzählen, also. Die von anderen, aber auch die eigenen. Letzteres vor allem als Musikerin, denn die Geschichten, die sie in ihrer Musik erzählt, spiegeln häufig selbst Erlebtes wider. Verpackt in deutschsprachige Pop-Musik, manchmal an der Grenze zum gesprochenen Wort.

Lass Dir den Beitrag vorlesen:

Wie das Leben so ist, so ist es auch auf dem Album: Es gibt Höhen und Tiefen. Mal geht es gut gelaunt zu, mal ist es nachdenklich, mal ist man irgendwo dazwischen. Das skizziert schon der Opener Bist du noch da gut, denn auf der einen Seite klingt es im Chorus gar nicht so schlecht gelaunt, auf der anderen Seite steht da die Nachdenklichkeit – was klar ist, wird doch das Ende einer Beziehung thematisiert. Was auch schon mal schwermütiger sein kann, wie in Pflaster, das im mittleren Tempo melancholisch klingt, aber trotz harter Trennung auch merken lässt: Nein, das ist nicht das Ende. Die Spur Optimismus ist zu finden, auch dann, wenn mal Moll dominiert.

Gut gelaunt hingegen klingen Nummern wie das folgende Koffer. Mit beschwingten Pop-Klängen mit gezupften Saiten, treibendem Charakter und gut gelaunten Piano-Akkorden geht Julia Scheeser hier auf die (musikalische) Reise. Auch in A9 (Fang mich auf) weicht der nachdenkliche Charakter der Strophen einem optimistischerem Touch im Chorus. Immer wieder gelingt es Julia Scheeser dabei, die Gefühle auf der einen Seite glaubwürdig rüberzubringen, auf der anderen Seite aber auch den manchmal schnellen Wechsel ebendieser gut zu verdeutlichen. Gerade diese Glaubwürdigkeit hebt Julia Scheeser von manche Kolleginnen und Kollegen im Genre ab.

Wenn die Albuminfo davon spricht, dass sie sich an Vorbildern wie frühen Juli-Alben und Deutschpop-Einflüssen wie Madeleine Juno im Sound orientiert, so ist das etwas, dem man nach dem Hören zustimmen kann. Aber – das sei unbedingt ergänzt – auch nur als Orientierung und Inspiration, denn ihr Sound ist ein eigener Julia Scheeser-Sound. Und der kann sich hören lassen!

Tracklist JULIA SCHEESER – Silbertablett:

01. Bist du noch da
02. Zimmer 210 (38 Stunden)
03. GuMo
04. Bei dir
05. Alles gut
06. Pflaster
07. Koffer
08. Legendär (feat. Crewkid)
09. A9 (Fang mich auf)
10. Kommen und gehen (Heimweh)
11. Neben mir
12. Schäfchen zählen

Weblinks JULIA SCHEESER:

Homepage: www.juliascheeser.com
Facebook: www.facebook.com/juliascheesermusik

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