ANOTHER SKY – I Slept On The Floor

ANOTHER SKY - I Slept On The Floor
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8 Gesamtnote

Gesamtnote

8

Puh, das ist hart. So der erste Gedanke, noch bevor das Album überhaupt begann. Nein, nicht die Musik, sondern schon der Gedanke I Slept On The Floor. Dabei ist es aber eigentlich gar nicht so Härte, die im Mittelpunkt steht auf dem Debüt von Another Sky, sondern eine ansprechende Mischung aus Indie und Post Rock, die natürlich auch ihre harten Momente hat, inhaltlich harte Themen anspricht, aber auch seine ruhigen Momente bietet. Im Mittelpunkt dabei die Stimme von Sängerin Catrin Vincent, die selbst eigentlich gar nicht so sehr ihre Stimme thematisiert sieht, dies aber kaum vermeiden kann, da man tatsächlich erst einmal aufhorcht, wenn man erfährt, dass hier tatsächlich eine Frau singt.

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Passt wiederum dann aber auch thematisch, wie man beispielsweise in Avalanche merkt, einer Auskopplung aus dem Album. Polizeigewalt und toxische Männlichkeit werden besungen auf Basis einer fragil wirkenden Nummer im mittleren Tempo, die dramatischen Indie zum Besten gibt und sich zum Chorus hin stark verdichtet. Diese Verdichtung begegnet immer wieder und führt auch zu den lauten Momenten des Albums. Brave Face beispielsweise ist so eine Nummer, die sich immer weiter aufbaut. Am Anfang wirkt es zunächst einmal etwas hektisch, die Ruhe will einfach nicht einsetzen, stattdessen beginnen die Gitarrenwände sich aufzubauen und man ist in einer dichten Wall of Sound gefangen.

Harmonischer wirkt wiederum das folgende Riverbed, das mit hohem Gesang (man ist geneigt, von Falsettgesang zu sprechen, aber hier singt ja eine Frau), dessen Harmonie sich als ein wenig trügerisch erweist. Sicherlich hat das Album seine harmonischen Momente, davon auch gar nicht so wenige, aber regelmäßig wieder begegnet einem der berühmte verstörende Zwischenton. Passend zum Inhalt, denn wie bereits erwähnt, sind die Texte bei diesem Album aufrüttelnd und hinterfragen das, was in der Welt passiert. Auf insgesamt zwölf Stücken, die Abwechslungsreichtum beinhalten und dabei doch eine klare Linie erkennen lassen.

Ein insgesamt gelungenes Debüt der Londoner Band, das hier erschienen ist, was nur einen kleinen Haken hat: Man weiß nach dem Hören zwar, dass man ein gelungenes Album gehört hat, es mangelt allerdings an den Momenten, die wirklich hängengeblieben sind. Das wiederum ist aber auch nicht so schlimm, denn man weiß ja schließlich, dass das Album stark genug war, um einfach wieder von vorn zu beginnen.

Tracklist ANOTHER SKY – I Slept On The Floor:

01. How Long?
02. Fell In Love With The City
03. Brave Face
04. Riverbed
05. The Cracks
06. I Slept On The Floor
07. Life Was Coming In Through The Blinds
08. Tree
09. Avalanche
10. Let Us Be Broken
11. All Ends
12. Only Rain

Weblinks ANOTHER SKY:

Homepage: www.underneathanothersky.com
Facebook: www.facebook.com/UnderneathAnotherSky

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