MYSTERY JETS – A Billion Heartbeats

JACK POTT - Adoleszenzgeschichten
Geschätzte Lesezeit: 2 Minute(n)

8 Gesamtnote

8

Kam die nicht schon einmal raus? Ach ne, da war was: Im September 2019 war die Veröffentlichung ursprünglich mal angedacht, aber Sänger Blaine Harrison erkrankte und es gab erst einmal eine Verschiebung auf unbestimmte Zeit. Jetzt aber war es wirklich soweit und A Billion Heartbeats ist inzwischen in digitaler Form zu haben, eine Veröffentlichung in physischer Form wird noch folgen – die bekannten weltweiten Umstände machen es leider erforderlich. Dann eben erstmal digital, das Physische lässt sich ja später nachholen, wenn gewünscht. Lohnen tut es sich auf jeden Fall, denn gut gemachten Indie-Rock beherrschen die Mystery Jets nach wie vor.

Lass Dir den Beitrag vorlesen:

Die Band präsentiert sich dabei sowohl von einer druckvollen als auch von einer luftigen Seite. Wuchtig steigt man erst einmal ein. Screwdriver mit verzerrten Riffs im Chorus zeigt direkt: „Hört her, wir haben was zu sagen!“ Das beeinträchtigen auch die ruhigeren Strophen dabei nicht. Druck hat auch beispielsweise der Titeltrack des Albums zu bieten. Treibend nach vorne, verzerrte Gitarren, mit Tempo. Hier ist es nicht so das wuchtige Akkord-Spiel, das im Vordergrund steht, aber Nachdruck hat der Indie-Gitarren-Rock dennoch, wobei man hier auch die luftigere Seite gut spürt. Auf der einen Seite ist es zwar treibender Rock, auf der anderen Seite aber eben auch nicht gerade mit Schwermut versehen.

Sicher, man kann bei der Band längst keine Nummern mehr wie einst Young Love erwarten, aber ein Stück wie Campfire Song ist ebenfalls klar der lockeren Seite der Band zuzuordnen. Der Titel ist tatsächlich kein Zufall, denn man spürt diese Lagerfeuer-Atmosphäre im Chorus sehr gut. Eingängig und zum Mitgehen animierend ist es. Aber auch nicht beliebig. Wie eben das ganze Album nicht, denn der Band ist wichtig, dass es ein durch und durch politisches Album ist. Zudem geht es darum, auch in Zeiten permanenter Ernüchterung nicht den Glauben an das Gute zu verlieren.

Musikalisch wird man den Glauben schon einmal nicht verlieren. Mit A Billion Heartbeats ist ein gelungenes Indie-Album entstanden, das viele Impulse und Abwechslungsreichtum gut miteinander vereint. Zwar liest man auf der Tracklist nur neun Titel, aber auch das ist nicht weiter wild, denn die Band gibt den Stücken hier Raum zum Atmen – mit einer durchschnittlichen Länge von fünf Minuten. So hat man am Ende eine Dreiviertelstunde wirklich gelungener Indie-Unterhaltung.

Tracklist MYSTERY JETS – A Billion Heartbeats:

01. Screwdriver
02. Petty Drone
03. History Has Its Eyes On You
04. A Billion Heartbeats
05. Endless City
06. Hospital Radio
07. Cenotaph
08. Campfire Song
09. Watching Yourself Slowly Disappear
10. Wrong Side Of The Tracks

Weblinks MYSTERY JETS:

Homepage: www.mysteryjets.com
Facebook: www.facebook.com/mysteryjets
Twitter: www.twitter.com/mysteryjets

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