MASSIVE ATTACK – Frankfurt, Jahrhunderthalle (04.02.2019)

Massive Attack © Sandro Griesbach
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Vor rund 20 Jahren erblickte es das Licht der Welt und gilt seit jeher als eines der einflussreichsten Werke des Trip-Hop: Das Album Mezzanine (1998) der GenregrĂ¶ĂŸen MASSIVE ATTACK. Zum JubilĂ€um versprechen die Briten ein besonderes Konzerterlebnis: Das komplette Album wird gespielt – und somit auch StĂŒcke, die Fans der Band seit Jahren nicht live gehört haben.

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Die Frankfurter Jahrhunderthalle ist mit ĂŒber 4500 verkauften Tickets ausverkauft, das Publikum bunt gemischt: Alle Altersklassen versammeln sich hier und warten dicht gedrĂ€ngt zwischen leichtem Grasgeruch und balancierten Bierbechern. Eine Vorgruppe gibt es nicht, der Abend gebĂŒhrt Massive Attack allein. Eine den kompletten hinteren BĂŒhnenbereich einnehmende Leinwand springt an, nahezu quĂ€lend lang anhaltendes Stroboskoplicht lĂ€sst sie Zuschauenden kurzzeitig erblinden – und auf einmal steht die Band auf der BĂŒhne und leitet mit I Found A Reason – einem Cover von The Velvet Underground – den Abend ein.

Mezzanine

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Die Bandköpfe Robert „3D“ Del Naja und Grantley „Daddy G“ Marshall haben, neben einer Gruppe herausragender Musiker, auch zwei ihrer langjĂ€hrigen StammsĂ€nger mitgebracht: Horace Andy und Elizabeth Fraser. Beide stellen sich als weit mehr denn nur GĂ€ste heraus – sie sind tragende Elemente der Show, insbesondere Fraser sorgt mit ihrer glasklaren, andersweltlichen Stimme fĂŒr regelmĂ€ĂŸige GĂ€nsehautmomente.

Mezzanine wird durcheinandergewirbelt, die ursprĂŒngliche Reihenfolge der StĂŒcke auseinandergenommen und durch zahlreiche Cover angereichert. Auf Risingson folgt mit 10:15 Saturday Night ein The-Cure-StĂŒck, auch Interpretationen von Bauhaus, Ultravox oder Avicii finden sich zwischen dem Altbekannten. Musikalisch bleiben kaum WĂŒnsche offen, die Klangwelt ist quasi perfekt. Alle Bandmitglieder beherrschen ihr Handwerk offenkundig meisterlich.

So weit, so gut. Bedeutet all die Makellosigkeit also eine großartige Show? Man könnte den Abend atmosphĂ€risch nennen und es positiv nehmen. Eine eigene Welt schaffen Massive Attack sich mit all dem Nebel und der ĂŒbermĂ€chtig flackernden, rasend schnell unterschiedlichste, teils mahnende Videoclips und SchriftzĂŒge abspulenden Leinwand sicherlich. Leider geht dabei eines unter: Die Band. Die Hauptakteure des Abends scheinen kaum wahrnehmbar bei all den visuellen Reizen. Sonderliche MĂŒhe, sich selbst in den Mittelpunkt zu rĂŒcken, geben sie sich auch nicht. Kein Wort wird ans Publikum gerichtet, nach Ende des Programms verschwinden die Musiker wortlos und ohne Zugabe von der BĂŒhne.

Perfektion ist vielleicht doch nicht alles – gerade bei einem Live-Konzert. Etwas weniger glattgebĂŒgelt, eine reduziertere Licht- und Videoshow und etwas mehr Energie und Leidenschaft hĂ€tten den Funken zum Publikum vielleicht stĂ€rker zĂŒnden lassen. Ein auf musikalischer Ebene hervorragender Abend, der durch seine Unnahbarkeit jedoch ein wenig ratlos zurĂŒcklĂ€sst.

Setlist MASSIVE ATTACK @ Frankfurt, Jahrhunderthalle (04.02.2019)

01. I Found A Reason (The Velvet Underground Cover)
02. Risingson
03. 10:15 Saturday Night (The Cure Cover)
04. Man Next Door
05. Black Milk
06. Mezzanine
07. Bela Lugosi’s Dead (Bauhaus Cover)
08. Exchange
09. See A Man’s Face (Horace Andy Cover)
10. Dissolved Girl
11. Where Have All The Flowers Gone? (Pete Seeger Cover)
12. Inertia Creeps
13. Rockwrok (Ultravox Cover)
14. Angel
15. Teardrop
16. Levels (Avicii Cover)
17. Group Four

Weblinks MASSIVE ATTACK:

Homepage: www.massiveattack.co.uk
Facebook: www.facebook.com/massiveattack
Twitter: https://twitter.com/MassiveAttackUK

Geschrieben von
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