Oomph! – Wiesbaden, Schlachthof (06.03.2019)

Oomph! – Wiesbaden, Schlachthof (06.03.2019)
Oomph! © Madlen Drögehoff
Geschätzte Lesezeit: 2 Minute(n)

Mit (Anti-)Hits wie Augen auf!, Gott ist ein Popstar oder Träumst du? schrieben sie deutsche Musikgeschichte. Heute haben Oomph! bereits 30 Jahre Bandbestehen auf dem Buckel – aber von Alterungsanzeichen oder gar Müdigkeit keine Spur. Im Januar 2019 kam mit Ritual Album Nr. 13 auf den Markt und seit März treiben Dero, Crap und Flux erneut auf den Bühnen dieser Welt ihr Unwesen.

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Eröffnet wird der Abend im Wiesbadener Schlachthof vom NDH-Gespann Nervenbeisser. Eingängig, düster, deutschsprachig – passt soweit ganz gut zum Hauptact, obgleich dessen lyrische Cleverness und Tiefe hier unerreicht bleiben. Aber man ist ja nicht zur Gedichtanalyse angetreten, sondern zum Rockkonzert, und auf der Ebene schafft Sänger Olaf es mit seiner kernigen Art durchaus, die Wiesbadener zum Mitgehen und Feiern zu motivieren. Am Ende des kurzen Sets ertönen gar vereinzelte Zugabe-Rufe.

Oomph! fackeln nicht lange: Die Bühne wird gestürmt, mit TRRR-FCKN-HTLR  direkt ordentlich was um die Ohren geballert und ehe man sich versieht ist man voll drin in dieser Welt aus Gitarren, Elektrosounds, Wahnsinn und Sozialkritik. Uniform postapokalyptisch anmutend gekleidet nehmen die drei Hauptakteure den Schlachthof innerhalb von Sekunden für sich ein und feuern direkt zu Beginn mit Labyrinth  und Träumst du?  zwei Bandhits ab. Ein bisschen We Will Rock You schummelt sich auch dazwischen, bevor es mit Der neue Gott  und Mein Herz  tiefer in die Bandhistorie geht. Ein wilder Misch aus alt und neu begeistert die Wiesbadener generationsübergreifend – wie auch Frontmann Dero feststellt, als er fragt, welche der Anwesenden Ende der 80er überhaupt schon geboren waren. Für Gänsehaut sorgt anschließend Auf Kurs,  es bleibt ruhiger mit Akustikversionen von Fieber  und Das letzte Streichholz.  Nonchalant dirigiert Dero den Schlachthof; mit seiner einzigartigen Stimme und einer Menge Charisma zieht er die Menge mühelos in seinen Bann. Nicht weniger atmosphärisch, aber deutlich mehr auf die Fresse geht es dann weiter mit Gott ist ein Popstar.  Alles, was in unserer Gesellschaft so schief läuft, wird musikalisch angesprochen und Oomph! beziehen Position; seien es die Themen Religionskritik, Homophobie (Kleinstadtboy) oder (Kinder-)Armut hierzulande (Sandmann). Zum Abschluss darf natürlich der massentechnisch größte Hit nicht fehlen: Augen Auf!  dürfte dann auch die letzten Stillsteher vom Hocker holen.

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Wie packt man 30 Jahre musikalisches Schaffen in einen Konzertabend? Oomph! meistern den wilden Ritt durch drei Jahrzehnte Bandhistorie mit einer Setlist, die aktuelle Stücke und ältere Juwelen gleichermaßen zelebriert. Dero, Flux und Crap wirken kein bisschen müde oder routiniert – ganz im Gegenteil, die drei strotzen nur so vor Energie und Hingabe. Da lässt sich eigentlich nur eines sagen: Auf die nächsten 30!

Setlist OOMPH! @ Wiesbaden, Schlachthof (06.03.2019)

01. TRRR-FCKN-HTLR
02. Labyrinth
03. Träumst du?
04. Jetzt oder nie
05. Der neue Gott
06. Mein Herz
07. Das weisse Licht
08. Tausend Mann und ein Befehl
09. Niemand
10. Kein Liebeslied
11. Auf Kurs
12. Fieber (Akustik)
13. Das letzte Streichholz (Akustik)
14. Gott ist ein Popstar
15. Gekreuzigt
16. Alles aus Liebe
17. Im Namen des Vaters
18. Jede Reise hat ein Ende
19. Kleinstadtboy
20. Sandmann
21. Augen auf!
22. Mein Schatz (Zugabe)
23. Als wärs das letzte Mal (Zugabe)

Weblinks OOMPH!:

Homepage: www.oomph.de
Facebook: www.facebook.com/oomphband
Instagram: www.instagram.com/oomphband/