NICK CAVE AND THE BAD SEEDS – D√ľsseldorf, Mitsubishi-Electric-Hall (12.10.2017)

Nick Cave & The Bad Seeds, © Michael Gamon
Nick Cave & The Bad Seeds, © Michael Gamon
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Es ist angerichtet, 7.500 Zuschauer in der ausverkauften D√ľsseldorfer Mitsubishi-Electric-Halle warten gebannt auf die ersten T√∂ne. P√ľnktlich um 20:30 Uhr kommt Nick Cave mit seinen Bad Seeds auf die B√ľhne. Eine Support-Band braucht es an dem Abend nicht, was auch sein Gutes hat, spielt Nick Cave ja in der Regel auch l√§nger als 2 Stunden.

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Skeleton Tree ist das neue Werk von Cave und macht den Abend √ľber einen gro√üen Anteil des Konzertes aus. Mit Anthrocene und Jesus Alone startet das Konzert.

‚Äěyou fell from the sky, crash landed in a field, near the river Adur‚ÄĚ ‚Ķ ‚Äúwith my voice I‚Äôm calling you‚ÄĚ

Jeder im Publikum wei√ü, wor√ľber Nick Cave singt. Keiner wird je das Leid, um das es sich in dem Lied dreht, so nachvollziehen k√∂nnen, wie Nick Cave selbst. Es gelingt ihm ohne Umschweife, seine Verzweiflung √ľber die Geschehnisse um den Tod seines Sohnes Arthur auf die ersten Reihen zu √ľbertragen. Der wohl gr√∂√üte Poet unter den D√ľster-Rockern hat neben seinem neuen Album nat√ľrlich eine gro√üe Liste von Hits aus seinem schier endlosen Repertoire an gro√üartigen Songs mitgebracht. Wenn auch das Konzert ein ruhigeres ist, so geht es aber zumindest bei Songs wie From Her To Eternity und The Mercy Seat ab. Das Ganze im √úbrigen grandios vorgetragen, sowohl Caves Gesang, als auch das Zusammenspiel mit der Band ist hervorragend. Bei manch ruhigerem Song scheinen die Leute in der Halle die Luft anzuhalten, um die grandiose Atmosph√§re blo√ü nicht zu st√∂ren, so zum Beispiel bei dem gro√üartigen Into My Arms. Dann geht Nick Cave wieder auf das Publikum ein. In seiner unnachahmlichen Art und Weise l√§sst er sich von den hoch aufgestellten Armen der Leute in den ersten Reihen st√ľtzen, gibt anderen die Hand und h√§lt sich an ihnen fest.

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Das ‚ÄěCave-Surfing‚Äú endet bei der ersten Zugabe The Weeping Song damit, dass er sich von der B√ľhne zum Publikum herabl√§sst und durch die Menge zum zweiten Wellenbrecher in der tobenden Halle wandert. Er bleibt kurz stehen und signalisiert den Leuten um sich herum, sie m√∂gen etwas Platz machen. Den gewonnenen Raum l√§sst sich eine junge Dame nicht entgehen. Vehement rennt sie auf Cave zu, umarmt ihn und dr√ľckt ihm einen dicken Kuss auf die Wange. Cave scheint es zu genie√üen. Die junge Dame steht kurze Zeit sp√§ter weinend in den Armen ihres Freundes und kann ihr Gl√ľck nicht fassen. Sie wird den Abend wohl nie vergessen. Das gleiche gilt wohl auch f√ľr das Gros der Menschen in der Halle. Es gibt nichts auszusetzen, aber wirklich rein gar nichts. Sowohl Nick Cave als auch die Bad Seeds liefern an diesem Abend eine fantastische Leistung ab. Mit Push The Sky Away und einer mit Publikum gef√ľllten B√ľhne endet ein grandioser Abend. Wer √ľber den Konzertpreis gemeckert hat, wird hinterher behaupten k√∂nnen, Nick Cave und die Bad Seeds zahlen es zur√ľck. Jeden Cent!

Setlist NICK CAVE AND THE BAD SEEDS @ D√ľsseldorf, Mitsubishi-Electric-Halle (12.10.2017)

01. Intro Three Seasons in Wyoming (Nick Cave & Warren Ellis song)
02. Anthrocene
03. Jesus Alone
04. Magneto
05. Higgs Boson Blues
06. From Her to Eternity
07. Tupelo
08. Jubilee Street
09. The Ship Song
10. Into My Arms
11. Girl in Amber
12. I Need You
13. Red Right Hand
14. The Mercy Seat
15. Distant Sky
16. Skeleton Tree
17. The Weeping Song (Z)
18. Stagger Lee (Z)
19. Push the Sky Away (Z)

Fotos: Michael Gamon

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