MYSTERY JETS – Curve Of The Earth

MYSTERY JETS - Curve Of The Earth
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8 Gesamtnote

8

Manchmal muss man sich auch als langjähriger Rezensent der diversesten Bands und Stilrichtungen eingestehen, dass man eine Band einst eigentlich gar nicht wirklich kennengelernt hat, sondern nur eine Momentaufnahme ebendieser erlebte. So die ernüchterte Selbsterkenntnis eines Schreiberlings, der das neue Werk der Mystery Jets vorliegen hat und dabei bemerkte, dass er nach Twenty One mit seinen treibenden Indie-Popsongs irgendwie den Anschluss verloren hat. Das ist schade. Nicht deswegen, weil man sich dadurch für Curve Of The Earth erst einmal von neuem auf die Band einstellen muss, sondern auch deswegen, weil man verpasst hat, wie vielseitig die Band denn eigentlich war und ist. Nach diversen musikalischen Ausflügen zeigt sie nun: Gitarrenpop kann sie immer noch richtig gut, diesmal aber mit mehr Fokus auf Songwriting und weniger Fokus auf Tempo.

Das hört man beispielsweise gut im breitwandig angelegten Midnight’s Mirror, das mit pulsierenden Synthie-Sounds beginnt, zu denen sich bald Gitarren- und Bassläufe ergänzen, bis dann auch die Stimme von Sänger Blaine Harrison dazu erklingt. Ein Stück, das sich langsam aufbaut und gerade dadurch seinen Reiz erhält, dass es die stetige Spannung aufrechterhält. Und das auch trotz seiner Länge von fast sechs Minuten. Dass diese Länge funktioniert, beweist die Band zudem auch häufiger auf dem neuen Album, wie unter anderem auch in Blood Red Balloon, das ebenfalls einen guten Spannungsbogen aufrechterhält und sowohl das intakte Bandgefüge als auch die Stärken der einzelnen Bandmitglieder gut herauszustellen vermag.

Dabei sollte man das nicht als zu verkopft missverstehen, was hier über das Album geschrieben steht. Dafür ist es zu lebendig, geradlinig und spielfreudig, was man auf Curve Of The Earth hört. Mustergültig hier Bubblegum: Mit einer verspielten Zielstrebigkeit begegnet einem der Song und im Chorus ist auch ein hymnisches Element dabei, das der Band ebenfalls sehr gut zu Gesicht steht. Wobei der Band eben nicht nur dieses oder jenes Element sehr gut zu Gesicht steht, sondern das gesamte Album. Curve Of The Earth präsentiert die Band als einen gereiften Indie-Pop-Act, der nicht davor scheut, sich weiter zu entwickeln und neue Wege im Songwriting zu entdecken, das im Übrigen hier sehr ausgefeilt begegnet. Sehr geeignet für Indie-Freunde!

Tracklist MYSTERY JETS – Curve Of The Earth:
01. Telomere
02. Bombay Blue
03. Bubblegum
04. Midnight’s Mirror
05. 1985
06. Blood Red Balloon
07. Taken By The Tide
08. Saturnine
09. The End Up

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