CARPARK NORTH – Köln, Club Bahnhof Ehrenfeld (25.11.2015)

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Die Schlange vor dem Club Bahnhof Ehrenfeld lĂ€sst schon erahnen, dass die Halle wohl voll werden wird. Die, zumeist weiblichen, jungen Fans stehen schon seit Stunden in der NovemberkĂ€lte, um sich einen richtig guten Platz in den ersten Reihen vor der BĂŒhne zu sichern. FĂŒr den Massenansturm verantwortlich: Carpark North. Nicht etwa eine neu gegrĂŒndete Boyband oder ein MĂ€dchenschwarm, sondern eine alteingesessene Elektrorock-Band, die schon seit 1999 besteht. FĂŒr viele deutsche Fans sind die DĂ€nen Carpark North jedoch eine Neuentdeckung. Sie waren gerade mit Sunrise Avenue auf Deutschland-Tour und konnten dort zeigen, dass sie es gewohnt sind, auch auf großen BĂŒhnen zu spielen. Sie wissen, wie man Zuschauer in Fans verwandelt, sie fĂŒr sich begeistert. In DĂ€nemark spielen sie schon lange auf den großen BĂŒhnen, erst in diesem Sommer auf dem Smukfest in Skanderborg vor rund 50.000 Zuschauern oder in Odense auf dem Tinderbox zusammen mit Robbie Williams.

Dagegen ist die Stimmung im Club Bahnhof Ehrenfeld familiĂ€r. Die BĂŒhne ist fĂŒr die gewohnten VerhĂ€ltnisse der Band schon fast klein, die Fans sind nah an der BĂŒhne dran. Und das macht den Abend vielleicht auch zu etwas ganz Besonderem. Schon beim ersten Song entsteht ein unsichtbares Band zwischen den Fans und den Musikern, die sich aufeinander einlassen und den bekannten Popsongs neues Leben einhauchen. SĂ€nger Lau HĂžjen muss die Fans gar nicht groß zu irgendeiner Aktion wie Mitsingen oder Klatschen animieren – das funktioniert von der ersten Sekunde an gleich perfekt. Und vollkommen automatisch. WĂ€hrend bei den Clubshows in DĂ€nemark die Menschen nur auf die Top-Hits wie Transparent and Glaslike oder Gastauftritte von „Nik & Jay“ wie bei You are my fire zu warten scheinen, hat die Band in Deutschland so gut wie keine Vorgeschichte. Deswegen funktionieren auch die neuen Songs wie 32, der fĂŒr den deutschen Markt extra nochmal neu mit Sandra Nasic anstatt mit Stine Bramsen, aufgenommen wurde, oder Phoenix viel besser als in der Heimat. Aber natĂŒrlich feiern die jungen Fans auch die Klassiker, wie Burn it oder Best day, Shall we be grateful oder More. Und so ist es dann auch egal, ob Lau HĂžjen dabei dann nicht immer alle Töne akkurat trifft oder ab und an auch mal in einem anderen Tempo unterwegs ist, als seine Mitstreiter SĂžren Balsner (E-Bass, Synthesizer) und Morten Thorhauge (Schlagzeug). Unumstrittener musikalischer Höhepunkt ist fĂŒr die Fans dann aber die Nummer Renegade, die sie lauthals mitbrĂŒllen können. Nach dem wirklich schweißtreibenden Set kommt dann noch fĂŒr viele das absolut Beste vom Abend: die Band kommt raus, macht mit jedem ein Foto und hat viele nette Worte fĂŒr die neuen, aber nicht minder enthusiastischen Fans ĂŒbrig.

Foto: Michael Gamon vom Auftritt in Oberhausen im Vorprogramm von Sunrise Avenue

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Geschrieben von
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