EPICA, ELUVEITIE, SCAR SYMMETRY – Oberhausen, Turbinenhalle 2 (27.10.2015)

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Am 27. Oktober 2015 stand in Oberhausen ein Metal Konzert der etwas anderen Art auf Programm. Der Tour Auftakt der „The Ultimate Enigma-Tour!“ mit Epica und Eluveitie in der Turbinenhalle 2. Sie ist die kleinere aber auch die neuere von 2 Hallen in Oberhausen und fasst ca. 1800 Personen. Am Ende war die Eventlocation zu ca. einem Drittel befĂŒllt. An diesem Abend spielten im Grunde zwei Headliner, von denen keiner dem anderen in irgendeiner Form nachstand. Einzig vielleicht durch die Lichtshow beim Auftritt. Doch fangen wir erst einmal ganz vorne beim Konzert an.
Als erstes standen bei diesem Tour-Auftakt die MĂ€nner von Scar Symmetry in den Startlöchern. Zu diesem Zeitpunkt war die Halle noch recht spĂ€rlich gefĂŒllt, was allerdings nicht daran gelegen hatte, dass der Einlass sich ein wenig verzögert hatte. Viele kamen wirklich erst spĂ€ter um die beiden Haupt-Acts zu sehen. Die Jungs von Scar Symmetry wirkten aufgrund technischer Probleme sehr verunsichert und dies spiegelte sich auch in ihrem Auftritt wieder. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es an einem defekten oder gar nicht vorhandenen Computer lag. So sehr sich die beiden SĂ€nger auch bemĂŒhten, kam keine wirklich gute Stimmung zwischen Publikum und Band auf. Man sah mehr verwirrte Gesichter, als Personen die feierten. Somit waren beide Seiten vermutlich dankbar, als das kurze Set zu Ende ging. Es war einfach nicht der Abend der schwedischen Melodic-Death Metal Band.

Setlist SCAR SYMMETRY @ Oberhausen, Turbinenhalle 2 (27.10.2015):
01. The Iconoclast
02. The Anomaly
03. Chaosweaver
04. Mind Machine
05. Morphogenesis
06. Neuromancers
07. The Illusionist

Nach einer recht kurzen AufrĂ€umphase der BĂŒhne dann das erste Highlight des Abends. Die Schweizer Pagan-Metal Band Eluveitie betraten unter jubelndem Applaus, der nun gut gefĂŒllten Turbinenhalle 2, die BĂŒhne. Die Musik mit der charismatischen Stimme von Christian Glanzmann, genannt Chrigel, fetzte nur so aus den Boxen. Leider benutzte die Band die dezentere Lichtvariante mit Blau/Rot abgemischtem Licht, was die Show optisch ein wenig schmĂ€lerte. Pinke Hauttöne passen einfach nicht zu einer Metal-Band. Aber vermutlich wollte man Epica nicht die Show stehlen, die ja bei diesem Auftritt den Headliner darstellten.
Die 8 keltischen Metaller kamen vor einem Tag erst aus SĂŒd Afrika zurĂŒck und betonten wie schön es sei, hier in Oberhausen auftreten zu können. Die Stimmung war grandios und das Publikum zelebrierte die Band wie einen Headliner. Musikalisch ist es eine interessante Mischung aus hartem Metal-Sound mit Folklore. Das Ganze auch noch so erfolgreich rĂŒber zu bringen ist wirklich beeindruckend. Die Stimme von Chrigel passt ideal in die Metal-Schiene wĂ€hrend SĂ€ngerin Anna Murphy die eher folklorelastigen Parts abdeckt. Ein vielseitiges Setup bekam die begeisterte Menge geboten. Auch ein Song in Schweizer-Deutsch, bei dem das Publikum die Aufgabe der Backround Signature bekam. Ein weiterer Teil der Show bestand auf einem eher traditionellen Teil, bei dem eine Pub-Konzert AtmosphĂ€re aufkam. WĂ€hrend Eluveitie den Song auf Barhockern sitzend vortrug, stampfte das Publikum mit den FĂŒĂŸen den Takt dazu. Es fehlte nur noch ein Guinness und die Situation wĂ€re nahezu perfekt gewesen. Die Ruhephase hatte dann ein Ende, denn zum Ende hin gab es unter der Forderung „Bewegt eure Ärsche, Oberhausen!“ noch mal etwas Metal auf die Ohren. Circlepit war angesagt. Mit einer Zugabe beendeten sie dann ihren tollen Auftritt und machten die BĂŒhne frei fĂŒr Epica.

Setlist ELUVEITIE @ Oberhausen, Turbinenhalle 2 (27.10.2015):
01. King
02. Nil
03. Thousandfold
04. AnDro
05. Slanias Song
06. Omnos (Metal Version)
07. De Ruef vo de BĂ€rge
08. From Darkness
09. Brictom
10. Scorched Earth
11. Reel Set
12. Memento
13. A Rose for Epona
14. Kingdom Come Undone
15. Neverland
16. Quoth the Raven
17. Alesia
18. Inis Mona (Z)

Doch zunĂ€chst folgte eine lange Umbauphase der kompletten BĂŒhne, bei der alles, aber auch wirklich alles ausgetauscht wurde. Epica hatte eine recht aufwendige und große Lichtanlage mitgebracht und selbst der BĂŒhnenerhöhungsaufbau wurde komplett ausgetauscht. Quasi als wenn man etwas bis auf den Grund entkernt und dann neu gestaltet. Nun gut, nachdem Eluveitie die Messlatte enorm hochgelegt hatten, musste jetzt auch etwas sehr Besonderes her. Um 22:00 Uhr war es dann soweit, Epica ohne ihren Keyboarder Coen Janssen, der aus familiĂ€ren GrĂŒnden daheim bleiben musste, startete ihre fulminante Show mit T“. Die Halle hatte sich auch wieder gut gefĂŒllt, jedoch wurde man den Eindruck nicht los, dass es leerer war, als noch zuvor bei den Schweizern. Selbst Schuld fĂŒr die, die sich dieses Spektakel entgehen ließen, denn hier gab es nicht nur anstĂ€ndigen Symphonic-Metal auf die Ohren sondern auch noch viel Visuelles auf die Augen. Die Stimmung jedenfalls war schnell wieder da, wo sie bei Eluveitie aufgehört hatte. Die StĂŒcke wurden akustisch laut vom Publikum unterstĂŒtzt und die Haare wild gebangt. Frontfrau Simone und ihre Mannen brachten die Halle erneut zum Beben indem Epica ein Set quer durch die vorhandene Diskographie zum Besten gab. Auch Schlagzeuger Jeroen Simons hatte seine Zeit fĂŒr ein ausgewogenes Drum-Solo. Viel zu kurz schien es dann, als nach nur einer Stunde das Publikum die Band fĂŒr weitere Zugaben zurĂŒckholen musste. Davon gab es zwar noch drei StĂŒck, jedoch schien das VerhĂ€ltnis von Aufwand und Auftritt viel zu kurz bemessen. Vielleicht hĂ€tte man dieses Konzert auf zwei Bands beschrĂ€nken sollen um ihnen genug Zeit fĂŒr ihren Auftritt zu lassen. Somit ging ein sehr schönes Metal Konzert dann um 23:15 Uhr viel zu frĂŒh zu Ende.

Setlist EPICA @ Oberhausen, Turbinenhalle 2 (27.10.2015):
01. The Second Stone
02. The Essence of Silence
03. Sensorium
04. Unleashed
05. Martyr of the Free Word
06. Cry for the Moon
07. Storm the Sorrow
08. The Obsessive Devotion
09. Victims of Contingency
10. The Phantom Agony
11. Sancta Terra (Z)
12. Unchain Utopia (Z)
13. Consign to Oblivion (Z)

Geschrieben von
Mehr von Marcus Nathofer

Fotos: HOLYGRAM

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