VÖLKERBALL – A Tribute to Rammstein – Oberhausen, Turbinenhalle (21.03.2014)

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In der Reihe der Rammstein-Coverbands nehmen Völkerball schon lange einen der ersten PlĂ€tze ein, was QualitĂ€t der Show, AuthentizitĂ€t und OriginalitĂ€t angeht. Um es vorweg zu nehmen, es ist verdammt nah an Rammstein dran und zudem auch wirklich verdammt gut, was die fĂŒnf Jungs auf der BĂŒhne abfackeln. Und abfackeln ist der richtige Ausdruck: von Beginn an eine fantastische Pyro-Show, inklusive Flammenwerfern, die zwei Meter hohe FeuersĂ€ulen in Richtung Decke der Turbinenhalle werfen, was den akkreditierten Fotografen des Konzertes leider den Weg in den Fotograben verwehrte. Aber das ist aus SicherheitsgrĂŒnden nur allzu verstĂ€ndlich, da die Pyro-Show das gesamte Konzert durchzieht. CO2-Jets, die NebelsĂ€ulen erzeugen, in die sich die Jungs mit Mikro und Instrumenten hineinstellen, dĂŒrfen auch nicht fehlen. Das pompös errichtete BĂŒhnenbild ist schon fast ein Superlativ hinsichtlich der GrĂ¶ĂŸenordnung, in der sich Völkerball bewegen, was HallengrĂ¶ĂŸe und Zuschauerzahlen angeht. Der Drummer sitzt z.B. auf geschĂ€tzten zwei Metern Höhe oben auf dem BĂŒhnenbild. Zwischen den Musikern lodern immer wieder Flammenmeere auf, die je nach Song fĂŒr eine warme oder auch explosive Stimmung sorgen. Einige Musiker finden innerhalb des BĂŒhnenbildes Platz, besonders der Keyboarder wird dabei immer wieder von modernster LED-Leuchttechnik fantastisch in Szene gesetzt.
Die Stimmung in der gut gefĂŒllten Halle ist von Anfang an ausgelassen. VerstĂ€ndlich, hat doch der Rammstein-Fan das Problem, dass er seine Heroen nur sehr selten live zu sehen bekommt und wenn, dann meist nur inmitten eines Monsterpublikums, welches nicht selten an die 70000 Fans heran reicht, nimmt man z.B. das Wacken Open Air als Maßstab. GeschĂ€tzte 1400 Fans haben sich in der Turbinenhalle versammelt, um zusammen die großen Hits wie Heirate mich, Herzeleid, Du riechst so gut und Mein Herz brennt feudal abzufeiern. Die Setlist lĂ€sst sich beliebig erweitern. Alles, wirklich alles, was die Leute hören wollen und was die schier unendlich vielen Hits von Rammstein hergeben, wird gespielt. FĂŒr eine eigene Note sorgen zwischendurch dann Songs aus eigener Feder. Radioaktiv oder Gammelfleisch lassen einige Leute grĂŒbeln, warum sie den Rammstein-Song noch nicht kennen. Die extrem lange Schau wird durch eine halbstĂŒndige Pause unterbrochen, in der sich die Band erholt, um dann fĂŒr den zweiten Teil gewappnet zu sein und mit Vollgas zurĂŒck auf die BĂŒhne zu kommen.

Fazit: Eine klasse Show der fĂŒnf Jungs von Völkerball. Über den Erfolg als Rammstein-Coverband hinaus, hat sich die Band vor einiger Zeit entschlossen, umzufirmieren und als Heldmaschine mit den Songs aus eigener Feder weiter am Erfolg zu basteln. Mit dem jĂŒngst erschienen Album Propaganda, welches sehr hörenswert ist, wird sich auch hier der Erfolg einstellen. Als Heldmaschine sind die Jungs ĂŒbrigens auch gerade auf Tour, u.a. machen sie Halt beim Blackfield-Festival. Das sollte man sich nicht entgehen lassen.

Fotos: Dirk Wirtz

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