ALTER BRIDGE & HALESTORM – D├╝sseldorf, Mitsubishi Electric Halle (04.11.2013)

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Am 04. November 2013 waren die US-Rocker von Alter Bridge zu Gast in der D├╝sseldorfer Mitsubishi Electric Halle. Die Band, die 2004 nach der Aufl├Âsung von Creed aus drei ehemaligen Mitgliedern hervorging, feierte bis heute bereits gro├če Erfolge. Zuletzt schaffte es ihr Ende September 2013 erschienenes viertes Studioalbum Fortress in die Top 10 der deutschen Albumcharts. So verwunderte es kaum, dass tausende Fans im nassen Herbstwetter den Weg nach D├╝sseldorf fanden um die neuen Songs auch live zu erleben, immerhin gab es auf dieser Tour nur vier Stops in Deutschland: Berlin (27.10.), D├╝sseldorf (04.11.), Wiesbaden (05.11.) und M├╝nchen (08.11.).

Bevor Alter Bridge die B├╝hne enterten waren Halestorm aus Red Lion, Pennsylvania an der Reihe um dem Publikum geh├Ârig einzuheizen. Wer Elizabeth ÔÇ×LzzyÔÇť Hale (Gesang, Gitarre, Klavier), Arejay Hale (Schlagzeug), Joe Hottinger (Gitarre) und Josh Smith (Bass) schon einmal live erlebt hat wei├č, dass dies zu den einfacheren Aufgaben der vier geh├Ârt. Als Supportact f├╝r Bands wie Disturbed, Papa Roach, Shinedown, Seether, Theory Of A Deadman und andere konnten sie ihre Live-F├Ąhigkeiten wiederholt und erfolgreich unter Beweis stellen. Aber auch im Studio rocken sie voller Energie, wie 2013 der Gewinn des Grammys in der Kategorie "Best Hard Rock/Metal Performance" f├╝r das Lied Love Bites (So Do I) zeigte.

Mit eben diesem Song ging es p├╝nktlich um 20:00 Uhr auch los. S├Ąngerin Lzzy wurde ihrer Frontfrauenrolle gerecht und feuerte das Publikum mit ihrer rauchigen Stimme an, w├Ąhrend Drummer Arejay wie bescheuert sein Equipment maltr├Ątierte. Wie auf Speed verdrosch er sein Drumkit und die Drumsticks flogen nur so umher. Zwischenzeitlich machte er sich einen Spa├č daraus sich mit einem B├╝hnenmitarbeiter die Sticks hin und her zu werfen w├Ąhrend er spielte. Allerdings w├Ąre das Ganze deutlich cooler und l├Ąssiger r├╝bergekommen, wenn er mehr als nur ab und an auch einen h├Ątte fangen k├Ânnen. So sah es dann doch eher albern und wie gewollt und nicht gekonnt aus. Gitarrist Joe und insbesondere Bassist Josh waren heute eher Statisten der Rockshow der Familie Hale, denn Lzzys kleinem Bruder Arejay war auch ein kleines Drumsolo verg├Ânnt, welches zwar lustig anzusehen war, aber aufgrund der doch sehr limitierten Spielzeit von rund 40 Minuten nicht wirklich h├Ątte sein m├╝ssen. Die Fans feierten es zwar geb├╝hrend, aber so was kann man sich eher f├╝r Headlinerauftritte aufsparen und daf├╝r einen richtigen Song mehr spielen. Die Publikumsreaktionen waren f├╝r eine Vorband ziemlich gut, aber wenn man den Auftritt mit anderen vergleicht, bei denen sie als Support agierten, war dieser doch eher Mittelma├č. Man kann nicht sagen, dass Halestorms Musik nicht gut bei den Alter Bridge Fans angekommen ist, aber von richtig z├╝nden war die Situation dann heute noch weit entfernt.

Setlist Halestorm:
01. Love Bites (So Do I)
02. Mz. Hyde
03. It’s Not You
04. Freak Like Me
05. Rock Show
06. Break In / Familiar Taste of Poison
07. Drum Solo
08. Dissident Aggressor (Judas Priest Cover)
09. I Get Off
10. Here’s To Us
11. I Miss the Misery

Als das Saallicht wieder anging verteilten Halestorm noch gro├čz├╝gig Plektren und Drumfelle und k├╝ndigten an, dass alle CDs die am Merchstand zu haben waren vorab signiert wurden. So konnten geneigte Fans die Umbaupause zu Alter Bridge durch Shoppen ├╝berbr├╝cken. Die Anderen holten sich ein k├╝hles Getr├Ąnk und besprachen mit Umstehenden das Gesehene. Rund drei├čig Minuten dauerte die Pause, bis um Viertel nach Neun der Hauptact des Abends auf die B├╝hne kam. Diese war zuvor ordentlich mit Nebel geflutet worden, sodass Myles Kennedy (Gesang, Gitarre), Mark Tremonti (Gitarre), Scott Phillips (Schlagzeug) und Brian Marshall (Bass) erst nur schemenhaft zu erkennen waren.

Los ging es mit Addicted To Pain vom 2013er Album Fortress und die Mitsubishi Electric Halle war von den ersten Kl├Ąngen an mit dabei. Im Anschluss folgte ein Block von Songs der Blackbird Platte. Als besonderes Schmankerl servierten Alter Bridge den Song I Know It Hurts, welchen sie laut eigener Aussage schon lange nicht mehr live gespielt haben. Diese Nachricht nahm die nicht nur aus D├╝sseldorf angereiste Menge nat├╝rlich unter gro├čem Jubel zur Kenntnis.

Die Performance von Alter Bridge wirkte – gerade im Kontrast zum Vorprogramm Halestorm welche sehr auf Dynamik und Action setzten ÔÇô ein bisschen zu routiniert. Bei einer Hard-Rock Band dieser Gr├Â├čenordnung h├Ątte man da doch ein wenig mehr erwarten k├Ânnen. Es war vielleicht nicht langweilig, aber zu eingespielt und ohne besondere Vorkommnisse, als dass viel zu berichten gewesen w├Ąre. Keinesfalls schlecht aber eben nahezu komplett ohne Momente die einem besonders in Erinnerung geblieben w├Ąren. Zumindest die Lichtshow passte zum B├╝hnengeschehen, da auch diese ohne gro├če Highlights und Besonderheiten auskam. Die Akteure wurden immer mal wieder vom B├╝hnennebel eingeh├╝llt und in wenigen verschiedenen Farben semi-statisch beleuchtet. Nat├╝rlich reicht das, keine Frage, aber auch da kann man ohne gro├čen Mehraufwand mehr rausholen.

Der abgemischte Sound war teils ein wenig unausgewogen, sodass die Instrumente den Gesang zu sehr ├╝bert├Ânten. Wenn sich die verschiedenen Teile aber zwischenzeitlich die Waage hielten war der Sound perfekt und wie auf CD. Insbesondere der Gesang von Myles Kennedy ├╝berzeugte auf ganzer Linie und kam sehr nah an die Studioversion heran.

An diesem Abend wurden den circa 4.000 Fans zwei gute Bands f├╝r einen Preis von rund 40 Euro geboten. Wie vorab zu erwarten war, konnten sowohl Halestorm als auch Alter Bridge recht ordentliche Leistungen erbringen, sch├Âpften ihr Potential aber beide heute nicht voll aus. Das ist nat├╝rlich ein wenig Jammern auf hohem Niveau, aber hier w├Ąre wohl wirklich noch mehr drin gewesen. Schade auch, dass Shinedown, welche in einigen Teilen der Tour mit dabei waren, an diesem Abend fehlten.

Setlist Alter Bridge:
01. Addicted to Pain
02. White Knuckles
03. Come to Life
04. Before Tomorrow Comes
05. I Know It Hurts
06. Farther Than the Sun
07. Cry of Achilles
08. Ghost of Days Gone By
09. Lover
10. Ties That Bind
11. Water Is Rising
12. Broken Wings
13. Blackbird
14. Watch Over You
15. Open Your Eyes
16. Isolation
17. Slip to the Void (Z)
18. Metalingus (Z)
19. Rise Today (Z)

Alter Bridge:

Halestorm:

Autor & Fotos: Markus Hillg├Ąrtner

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